Vom Osterfelderkopf auf die Alpspitze

Nicht besonders schwerer Klettersteig, der aber trotzdem absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Wegen der nordseitigen Exposition nicht zu früh im Jahr unternehmen. Steinschlaghelm ratsam.Osterfelderkopf – Alpspitz-Ferrata – Alpspitze – Nordwandsteig – Osterfelderkopf (Autor: Michael Pröttel)
Von der Bergstation der Alpspitzbahn folgt man dem Hinweisschild »Nordwandsteig« nach Süden. Es geht erst leicht bergab, dann wieder bergauf und durch eine Art Kamin hindurch. Nach etwa 15 Minuten biegt man vom Nordwandsteig rechts ab (Hinweisschild »nur für Geübte«) und geht auf die ersten mit Trittstufen beschlagenen Felsen zu. Von nun an folgt man immer den Drahtseilen und Eisenleitern bis auf einen Absatz.
Sich leicht rechts haltend, umgeht man einen Steilaufschwung und erreicht zuletzt eine nordwestlich exponierte Rinne. (Auf Steinschlaggefahr durch oberhalb befindliche Bergsteiger achten!) Durch diese führen Eisenleitern abermals auf einen Absatz, von dem aus man problemlos den Gipfel erreicht (2:30 Std., 2628 m). Hier wird der Anstieg mit einer unglaublich abwechslungsreichen Aussicht belohnt: Im Norden liegt das liebliche Alpenvorland mir seinen Seen vor uns. Bei klarer Sicht kann man sogar München erkennen. Im Süden beeindrucken die abweisenden Wandfluchten des Jubiläums- und des Blassengrats.
Für den Abstieg wendet man sich vom Gipfel nach Osten und steigt, roten Markierungen folgend, den das breite Oberkar südlich begrenzenden Rücken hinab (zum Teil ebenfalls mit Drahtseilen gesichert). Schließlich wendet man sich nach links hinunter in den flachen Kessel des Oberkars und trifft dort auf einen zum Nordwandsteig führenden Wegweiser, dem wir nun folgen. Nachdem man eine weitere Leiter hinabgestiegen ist, gelangt man wieder in die Nordwand der Alpspitze und erreicht zuletzt über zwei in den Fels gesprengte kurze Tunnels wieder den Ausgangspunkt (4:30 Std.).

Herbststeige

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied550 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation am Osterfelderkopf.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterGanz egal, ob man mit dem Zug oder dem Auto durch das Loisachtal fährt: Das nahezu gleichschenklige Gipfeldreieck der Alpspitze zieht alle Blicke auf sich. In der Frontalsicht wird man kaum vermuten, dass eine Nordwandbesteigung für nicht extreme Kletterer überhaupt durchführbar ist. Doch die sogenannte »Alpspitz-Ferrata« ist auch für Klettersteigneulinge ohne weiteres zu schaffen. Wer sich im Fels nicht ganz sicher fühlt, sollte die Klettersteigausrüstung mitnehmen.
Beste Jahreszeit
KartentippUK L 31 »Werdenfelser Land«, 1:50 000, Bayerisches Landesvermessungsamt.
MarkierungenRote Punkte.
VerkehrsanbindungMit dem Auto: Auf der A 95 nach Garmisch und dann auf B 2 und B 23 Richtung Ehrwald/Reutte. Kurz vor dem Ortsende links dem Schild »Alpspitzbahn« folgen und dort parken. Mit dem Zug: Von München Hbf zur vollen Stunde nach Garmisch. Vom Bahnhof mit Buslinie 1 oder 2 zur Alpspitzbahn.
GastronomieRestaurant an der Bergstation am Osterfelderkopf, Tel. 08821/79 79 90. Bahnbetrieb im Sommer von Mai bis Oktober.
Tipps
Natürlich kann man auch zu Fuß vom Osterfelderkopf zur Talstation der Alpspitzbahn zurückkehren. Zuerst steigt man einem Fußweg nach Norden folgend bergab, um kurz vor dem Kreuzeck auf einen breiten Fahrweg zu treffen. Dieser führt in vielen weiten Serpentinen direkt zur Talstation.
Unterkunft
Pensionen in Garmisch-Partenkirchen.
Tourismusbüro
Garmisch-Partenkirchen.

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