Sentiero Mora e Pellegrini

Landschaftlich sehr eindrucksvolle Runde; Aufstieg zum Corno auf gutem Weg; Gratüberschreitung am »Sentiero Mora e Pellegrini« mit zwei gesicherten Passagen und einigen leichten Kletterstellen (I–II). (Autor: Eugen E. Hüsler)
14 km
1160 m
7.00 h
Zunächst auf einem Fahrweg, Markierung 456, steil im Wald bergan. Nach einer Dreiviertelstunde verlässt man die Zementunterlage und biegt auf einen Almweg ein; die Abzweigung ist mit dem Hinweis »San Martino« versehen. Das Kirchlein San Martino steht auf einer grasigen Anhöhe, die freie Sicht nach Norden, auf den Gipfelkranz um das Valle dei Concei bietet. Nun rückt auch der Corno ins Blickfeld: ein elegantes Felshorn. Zunächst bleibt der Zacken links, nach einer Kehrtwende dann rechts, unnahbar über senkrechten Felsabstürzen thronend. Der schmale Pfad, Markierung »456 bis«, quert zu einem Durchschlupf, gewinnt so die nächsthöhere Etage und schließlich über einen steilen, schrofendurchsetzten Wiesenhang die Scharte im Rücken des Gipfels (ca. 1660 m), wo links der »Sentiero Pellegrino« abgeht. Zum Kreuz mit großer Aussicht ist es dann nur mehr ein Katzensprung. Wesentlich mehr Zeit nimmt die Gratüberschreitung zur Cima Casèt in Anspruch, ein abwechslungsreiches Auf und Ab über mehrere enge Scharten und ein paar (namenlose) Zacken. Langeweile kommt dabei garantiert nicht auf, dafür sorgt schon die Kulisse mit ihren zu abenteuerlichen Gestalten verwitterten Türmen und Felsen, die dem grasigen, teilweise mit Krummholz bewachsenen Kamm entragen. Drahtseile erleichtern gleich zu Beginn den Aufstieg durch eine erdig-rutschige Steilrinne, einmal schlüpft das Weglein sogar durch ein Felsenfenster: Kopf einziehen! Abstieg: An der Kuppe »1769 m« wird aus der Zickzackroute wieder ein gemütlicher Wanderweg. Er schneidet, sanft an Höhe verlierend, die Wiesenhänge unter der Cima Casèt (1748 m). An der Bocca Casèt (1608 m) stößt man auf eine Schotterpiste, die zur Malga Giù (1277 m) hinabzieht. In einer Rechtskehre verlässt man sie und folgt dem alten Almweg, der fast eben, mehrere Gräben querend, durch die südöstlichen Hänge des Corno-Casèt-Kamms verläuft. Am Ansatzpunkt des Corno-Ostgrats schließt sich die Runde: zurück und hinab zum Ledrosee.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied1160 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktÜber dem Westufer des Lago di Ledro (652 m).
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDer Lago di Ledro mit seinen (rekonstruierten) Pfahlbauten ist ein beliebtes Ausflugsziel für Gardasee-Urlauber, das zackige Felsprofil über dem See dagegen dient bestenfalls als Hintergrund fürs Erinnerungsfoto. Benennen kann es kaum jemand, und der Blick auf die Landkarte hilft auch nicht viel weiter. Immerhin, die rote, unterbrochene Linie signalisiert einen Zugang zum nördlichsten Gipfel dieser »piccole Dolomiti«, der – sehr treffend – schlicht Corno (1731 m) heißt. Und als veritables Horn entpuppt er sich denn auch, immerhin um gut einen Kilometer den Lago di Ledro überragend. Das listig angelegte Weglein umschleicht den Gipfel zunächst, weicht senkrechten Felsen immer wieder aus und findet doch den Weg zum höchsten Punkt. Ecco! Da kann man dann erst einmal Umschau halten, auch weitere Tourenziele im Rund ausmachen, etwa über dem Valle dei Concei oder um den Monte Tremalzo, der mit seinen schräg gestellten Kalkschichten und dem hässlichen Antennenstachel leicht zu erkennen ist. Der Monte Carone (1621 m) zeigt aus dieser Perspektive mehr Wald als Fels, wie auch die jähen Ostabstürze des Rocchetta-Stocks (1540 m) bloß zu erahnen sind. Sauber aufgereiht stehen dagegen die Kuppen und Türme des »namenlosen« Felsgrates vor einem, bis hin zur Cima Casèt (1748 m), eineinhalb Kilometer weit weg – oder anderthalb Stunden. Denn – was für eine schöne Überraschung! – dem Kamm folgt eine markierte Route, ein richtiger Abenteuerpfad mit Kraxeleinlagen, keine Wegspur verrät, wie‘s weitergeht: abwärts, hinüber, links oder rechts?
Hinweise
Highlights: Aussicht vom »Horn«, der Zackengrat hinüber zur Cima Casèt.
VerkehrsanbindungDen Lago di Ledro (652 m) erreicht man von Riva über die abschnittweise in Tunnels verlaufende Strada Statale 240, ca. 10 km. Auf der Süduferstraße vorbei an der Bungalowsiedlung Pian di Pur und aufwärts gegen den bewaldeten Rücken von Ai Sabioni. Hier zweigt links die Zufahrt zu einigen höher gelegenen Ferienhäusern ab (Hinweis »Monte Corno«), gut 500 Meter bis zur Sperrschranke. Parkmöglichkeit an der Straße.
GastronomieKeine.
Informationen
Gesamt 7 Std.; Ai Sabioni – Corno 3 Std., »Sentiero Pellegrino« – Bocca Casèt 2 Std., Abstieg 2 Std.

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