Sentiero Giordano Bertotti

Leichter gesicherter Steig, lohnend vor allem in Verbindung mit einer Besteigung der Marzola, wodurch sich eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche Tagestour ergibt. (Autor: Eugen E. Hüsler)
12 km
510 m
5.00 h
Kurz auf der Straße weiter, vorbei am ersten Abzweig, beim zweiten mit der Nummer 418 links. Das Weglein schlängelt sich durchs Unterholz bergan, es führt über kleine Felsstufen und peilt dann einen schmalen Grat an. Durch eine steile Rinne aufwärts zu einer Felswand (Drahtseil). Hier links und über eine lange Leiter auf den abgeflachten Rücken des Chegùl. Auf solider Brücke über einen tiefen Felsspalt, dann in leichtem Auf und Ab zum Spiazzo de le Patate (1332 m), wo man auf den vom Passo Cimirlo heraufkommenden Weg, Markierung »411«, stößt, 1.15 Std. La Marzola Rechts im Wald aufwärts, vorbei an ein paar Felskavernen aus dem Ersten Weltkrieg, die zu originellen Wochenendhütten umgebaut worden sind, dann für ein paar hundert Meter auf einer Sandstraße. Der Doss dei Corvi (1474 m) wird rechts umgangen; gleich dahinter bietet sich ein toller Tiefblick auf den Lago di Caldonazzo. Weiter auf einer Mulattiera rechts des Kamms bergan, unter dem Nordgipfel (1738 m; Abstecher, 10 Min.) hindurch und hinauf zum kreuzgeschmückten Südgipfel (1735 m) mit großem Panorama. Abstieg: Zunächst südlich über schrofendurchsetzte Wiesenhänge abwärts, dann rechts steil hinunter in den Wald zum Bivacco Bailoni (1560 m). Weiter schattig über die Westflanke der Marzola, zuletzt auf einem Fahrweg, bergab zum Rifugio Maranza (1103 m), dann auf der Schotterstraße zurück zum Ausgangspunkt der Runde.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied510 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAn der Straße vom Passo Cimirlo zum Rifugio Maranza.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDass Trento, Provinzhauptstadt mit gut 100 000 Einwohnern, bei der Umfrage nach der lebenswertesten Stadt Italiens schon einmal auf Platz 1 landete, hat – wenn auch mehr am Rand – mit seiner schönen Lage im Etschtal zu tun. Das tägliche Verkehrsgewusel wird Besucher mit einem »D« am Autoheck eher abschrecken, aber das gehört nun mal zur Lebensweise jenseits der Alpen; entschieden einladender wirken die Gipfel rundum. Calisio, Marzola, Vigolana, Bondone heißen die vier Bergstöcke, die sich um die Stadt gruppieren: grün und etwas schmächtig der Monte Calisio (1096 m) im Nordosten, schon einiges höher die Marzola (1738 m). Ihrer freistehenden Lage wegen wird sie mitunter als »Rigi des Trentino« bezeichnet, nicht ganz zu Unrecht, bietet der Gipfel doch eine stimmungsvolle, weite Rundschau, dazu schöne Tiefblicke auf Trento, ins Val Sugana und auf den Lago di Caldonazzo. Die Marzola ist fast so hoch wie der Schweizer Rigi, da fehlen nur gut fünfzig Meter. Bergbahnen gibts hier allerdings keine; wer hinauf will, muss also zu Fuß gehen. Am schönsten ist eine Überschreitung des Bergstocks, und für den Aufstieg bietet sich dann der »Sentiero attrezzato Giordano Bertotti« an: kein richtiger Klettersteig, aber ein hübsches Weglein mit ein paar Sicherungen. Wer nur aufs Eisen aus ist, kann hinter dem Croce del Chegùl (1244 m) gleich wieder talwärts abbiegen, bei schönem Wetter sollte man die Tour aber gipfelwärts fortsetzen – zur großen Aussicht.
Hinweise
Highlights: Lange Leiter, Tiefblicke auf Trento, Panorama.
VerkehrsanbindungFür Ortsunkundige nicht ganz leicht zu finden! Vom Stadtzentrum zunächst Richtung Pèrgine – Val Sugana, dann rechts hinauf nach Pantè und Sprè, zwei Ortschaften in schöner Hanglage östlich über Trento, weiter auf kurvenreicher und schmaler Asphaltstraße in den Passo Cimirlo (733 m). Wer nur bis zum Croce del Chegùl will, stellt hier sein Fahrzeug ab. Bei einer Überschreitung des Marzola-Stocks: knapp 2 km weiter bis zu einer Parknische an dem Schottersträßchen (ca. 850 m).
GastronomieRifugio Maranza (1103 m), ganzjährig bewirtschaftet.
Tipps
Sentiero attrezzato Pero Degasperi – abgebaut: Von den Bergen sagt man ja, sie seien »ewig«, was zumindest im Vergleich zu einem Menschenalter zutrifft. Von Klettersteigen würde das niemand behaupten. So wurden auch schon mehrfach Vie ferrata wieder abgebaut, und in der Schweiz ist es mittlerweile sogar Pflicht, bei Neuanlagen die Kosten für einen eventuellen Rückbau einzukalkulieren. Nachdem er bereits seit längerem gesperrt war, hat dieses Schicksal nun den »Pero-Degasperi-Steig« am Palon (Monte Bondone), einem der »Hausberge« von Trento, getroffen. Ein Bergsturz sowie anhaltend extreme Steinschlaggefahr am Zustieg veranlassten Behörden und Alpenvereinssektion, den Steig in Frühling 2008 abzubauen. Vernünftig, denn die Sicherheit der Begeher hat absoluten Vorrang.
Informationen
Gesamt 5.30 Std.; »Sentiero Bertotti« – Chegùl 1.15 Std., Anstieg zur Marzola 2 Std., Abstieg zum Rif. Maranza 1.15 Std., Rückweg 1 Std.

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