Sentiero delle Bocchette Centrali

Diesen Klassiker, das Herzstück der »Via delle Bocchette«, vorzustellen, heißt Eulen nach Athen tragen. Man kennt den Weg von zahllosen Beschreibungen, aus Kalendern und von TV-Sendungen, wo Bergsteiger gezeigt werden, die buchstäblich zwischen Himmel und Erde unterwegs sind – auf den legendären Brenta-Bändern. Es erübrigt sich deshalb, hier weitere Superlative anzuführen; fest-zuhalten ist aber, dass der »Sentiero delle Bocchette Centrali« eine echte Drei-Sterne-Tour ist, bei schönem Wetter (und ohne störende Brenta-Nebel) ein unvergessliches Bergerlebnis garantiert. (Autor: Eugen E. Hüsler)
17 km
1350 m
10.00 h
Zustieg.
Auf guten Wegen über das Rifugio Casinei (1825 m) und die Brenteihütte (2182 m) zum Rifugio Alimonta (2580 m). In einer halben Stunde steigt man über den harmlosen Sfúlmini-Gletscher auf zur Bocca degli Armi (2749 m), 4.30 Std.
Sentiero delle Bocchette Centrali.
Leitern und Drahtseile leiten aus der markanten, zwischen Cima degli Armi (2949 m) und Torre di Brenta (3014 m) eingelagerten Scharte auf einen schmalen Gratrücken, von dem man leicht auf ein Felsband »umsteigt«. Der »Bocchette-Weg« führt gut gesichert durch die senkrechten Ostabstürze des Torre di Brenta, der Sfúlmini (2910 m) und des Campanile Alto (2937 m), dabei einige Steilrinnen und düstere Felswinkel querend. Man bewegt sich in hochalpinen Regionen, gefühlsmäßig wohl im »siebten Bergsteigerhimmel«. Verständlich, bietet dieser Abschnitt doch ein konzentriertes Brenta-Erlebnis: schauen, bis einem fast die Augen übergehen, hinab ins Massodikar, hinaus ins grüne Umland und zu den fernen Dolomitenzacken.
Nach einer besonders exponierten Passage, die aus dem Dunkel eines Schluchtwinkels auf ein überdachtes Band leitet (Kopf ein-ziehen!), folgt ein weiteres Highlight: Ganz unvermittelt kommt der Campanile Basso (Guglia, 2877 m) ins Blickfeld, ein mächtiger Obelisk, kompakter wirkend als vom »Orsi-Weg« aus, frei zwischen Campanile Alto und Cima Brenta Alta stehend: klick, klick!
Von der Bocchetta della Sentinella, einer winzigen Scharte im Südostgrat des Campanile Alto, führt der »Sentiero delle Bocchette Centrali« über gestufte Felsen hinab zum Sockel des Campanile Basso und hinüber zur Guglia-Scharte (ca. 2620 m), wo der Steig auf die Westseite des Brenta-Hauptkamms wechselt. Den guten Sicherungen folgend klettert man ab zu dem Felsband, das die gesamte Westwand der Cima Brenta Alta durchzieht. Zwei Unterbrechungsstellen sind mit Holzbalken überbrückt; durchlaufende Drahtseile sichern diesen letzten Wegabschnitt, der über Leitern schließlich in dem Schneefeld knapp unterhalb der Bocca di Brenta (2552 m) ausläuft, 3 Std. Knapp jenseits der Scharte steht das Rifugio Pedrotti (2486 m).
Abstieg.
Eine deutliche Spur führt durch den Geröllgraben des Val Brenta Alta hinunter zur Brenteihütte (2182 m). Weiter wie beim Zustieg zum Rifugio Vallesinella (1513 m).
? Anschlusstour.
»Sentiero Brentari« (?Tour 50).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour17 km
Höhenunterschied1350 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRifugio Vallesinella (1513 m), knapp 5 km von Madonna di Campiglio.
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterDiesen Klassiker, das Herzstück der »Via delle Bocchette«, vorzustellen, heißt Eulen nach Athen tragen. Man kennt den Weg von zahllosen Beschreibungen, aus Kalendern und von TV-Sendungen, wo Bergsteiger gezeigt werden, die buchstäblich zwischen Himmel und Erde unterwegs sind – auf den legendären Brenta-Bändern. Es erübrigt sich deshalb, hier weitere Superlative anzuführen; fest-zuhalten ist aber, dass der »Sentiero delle Bocchette Centrali« eine echte Drei-Sterne-Tour ist, bei schönem Wetter (und ohne störende Brenta-Nebel) ein unvergessliches Bergerlebnis garantiert. Das muss man während der sommerlichen Ferienzeit natürlich mit Vielen teilen. Wer weder Hüttentrubel noch überlaufene Wege mag, aber gut zu Fuß ist, besucht die Brenta am besten nach dem 20. September. Da schließen die Rifugi, und schlagartig wird es ruhig um Gipfel und Grate zwischen Madonna di Campiglio und Molveno: Bergesruh am »Bocchette-Weg« – ich hab’s erlebt.
Hinweise
Die Bänderpassagen, Aus- und Tiefblicke, dann (natürlich) der Campanile Basso, auch die Fernsicht zu den Dolomiten. Einfach Klasse, diese Tour!
VerkehrsanbindungMadonna di Campiglio (1522 m) liegt im Westen der Brentagruppe, 18 km von Dimaro, 31 km von Tione di Trento. Eine schmale Straße führt vom Hotelort zum Rifugio Vallesinella (1513 m), knapp 5 km. Die Zufahrt ist mautpflichtig; wenn die Parkplätze besetzt sind, verkehrt ein Shuttlebus.
GastronomieRifugio Casinei (1825 m), bewirtschaftet 10. Juni bis 10. Oktober; Rifugio Brentei (2182 m), Tel. 0465/44 12 44, Rifugio Alimonta (2581 m), Tel. 0465/44 03 66, beide bewirtschaftet vom 20. Juni bis 20. September.
Informationen
Insgesamt 10.30 Std., Rifugio Vallesinella – Bocca degli Armi 4.30 Std., »Sentiero delle Bocchette Cen- trali« 3 Std., Abstieg 3 Std.
Unterkunft
Rifugio Casinei (1825 m), bewirtschaftet 10. Juni bis 10. Oktober; Rifugio Brentei (2182 m), Tel. 0465/44 12 44, Rifugio Alimonta (2581 m), Tel. 0465/44 03 66, beide bewirtschaftet vom 20. Juni bis 20. September.

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