Sentiero delle Bocchette Alte; Sentiero Oliva Detassis

Die Überschreitung der Hohen Scharte ist ganz klar das anpruchsvollste Teilstück des Bocchette-Weges. (Autor: Eugen E. Hüsler)
Zustiege.
Vom Passo del Grostè über den »Sentiero Benini« (? Tour 43) oder (kürzer, aber natürlich nicht so schön) über das Rifugio Tuckett.
Vom Rifugio Vallesinella auf viel begangenen Wegen über das Rifugio Casinei (1825 m) zur Tucketthütte (2272 m), weiter über den (harmlosen) Tuckettgletscher in die Bocca del Tuckett (2649 m).
Sentiero delle Bocchette Alte.
Die hochalpine Route startet unmittelbar an der Bocca del Tuckett; gut markiert und mit Drahtseilen sowie Leitern aus-gestattet, gewinnt sie am schroffen Nordgrat der Cima Brenta zügig an Höhe. Die Schwierigkeiten halten sich dabei in Grenzen, packend die Aus- und Tiefblicke, unter anderem auf den Molvenosee (821 m). Nach etwa einer Stunde mündet der »Sentiero« auf ein breites Geröllband, das »Cengia Garbari«. Es schneidet als echte »strada panoramica« an der 3000-m-Höhenlinie die Ostflanke der Cima Brenta (3150 m), mündet schließlich auf ein Felsband, von dem man mit Leiterhilfe in eine schattige Steilrinne absteigt. Ihre Querung bildet die eigentliche Schlüsselstelle der Route; dank doppelter Seil-sicherung gelangt man in der Regel problemlos ans »rettende Ufer«. Nach weiteren (harmlosen) Rinnen leitet ein Band auf die Südschulter der Cima Brenta; Rastplatz und Aussichtswarte in einem, markiert sie den höchsten Punkt des Weges (ca. 3020 m).
Fast zum Greifen nahe scheint der Spallone dei Massodi (2999 m); nicht einzusehen sind allerdings die tiefen Scharten, die den Dreitausender vom Cima-Brenta-Stock und von der Cima Molveno (2915 m) trennen. Beide Einschnitte – sowohl die Bocchetta alta dei Massodi als auch die Bocchetta dei Massodi – werden am Weiterweg traversiert, jeweils mit aufwändigen Sicherungen. Besonders eindrucksvoll die »Scala degli Amici«, auf der man aus der nörd-lichen Scharte gegen den abgeflachten Gipfel des Spallone ansteigt; luftig und ausgesetzt auch die Leiternserie hinunter in die Bocchetta dei Massodi (2790 m).
Sentiero Oliva Detassis.
Aus der Scharte kann man über 300 Leitersprossen direkt zum Brenteigletscher bzw. zur Alimontahütte absteigen: ein extrem luftiges Vergnügen nahe der Vertikale. Eine der Leitern – die »Scala degli Dei« – hängt sogar leicht über! Erbaut wurde die spektakuläre Anlage von den Brüdern Detassis, gewidmet ist sie ihrer »Mama« und den Müttern aller Bergsteiger.
Abstieg.
Am »Sentiero delle Bocchette Alte« folgt eine letzte Gegensteigung an der Nordflanke der Cima di Molveno; dann steigt die Route – abschnittweise gesichert – über Geröll und Felsstufen ab zum Sfúlmini-Gletscher(chen), 4.30 Std., wo man auf eine Verzweigung stößt: links über den Firn zur Bocca degli Armi (2749 m), rechts abwärts zur Alimontahütte (2580 m).
? Anschlusstour.
»Sentiero delle Bocchette Centrali« (? Tour 49).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1200 m
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBocca del Tuckett (2649 m), Endpunkt des »Sentiero Benini« (? Tour 43) bzw. Passo del Grostè (2446 m; Gondelbahn).
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterDie Überschreitung der Hohen Scharte ist ganz klar das anpruchsvollste Teilstück des Bocchette-Weges.
Hinweise
Panoramawanderung über das »Garbari-Band«, die tiefen Scharten vor und nach dem Spallone dei Massodi, Tiefblicke ins Val Pèrse; für Unerschrockene die Leitern am »Sentiero Detassis«.
VerkehrsanbindungMadonna di Campiglio (1522 m) liegt im Westen der Brentagruppe, 18 km von Dimaro, 31 km von Tione di Trento. Wer »oben« – am Passo del Grostè (2446 m) einsteigen will, nimmt die Gondelbahn. Zum Rifugio Vallesinella (1513 m) führt von Madonna di Campiglio eine schmale Straße, knapp 5 km. Die Zufahrt ist mautpflichtig; wenn die Parkplätze besetzt sind, verkehrt ein Shuttlebus.
GastronomieRifugio Tuckett (2272 m), Tel. 0465/44 12 26, Rifugio Alimonta (2580 m), Tel. 0465/44 03 66, beide bewirtschaftet 20. Juni bis 20. September.
Informationen
»Sentiero delle Bocchette Alte« 4.30 Std.; Zustiege 2.30 bis 3.30 Std., vom Passo del Grostè bis zum Rifugio Vallesinella 10 Std.

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