Sentiero attrezzato Gerardo Sega

Ein »Überraschungsweg«, nur mäßig schwierig. Selbstsicherung empfehlenswert, Helm auf! Die Anlage wurde erst vor kurzem saniert und befindet sich in bestem Zustand. (Autor: Eugen E. Hüsler)
12 km
980 m
5.00 h
An der Straßenbrücke (307 m) weist ein Schild zum »Sentiero Sega«. Man erreicht seinen Beginn in gut einer Stunde auf einer schönen alten Mulattiera, die über den Pian delle Scale durch das Tal des Aviana-Bachs hinaufzieht zum Preafassa-Wasserfall (ca. 720 m). Sentiero attrezzato Gerardo Sega Den Auftakt bildet eine lange, »aussichtslose« Querung an der nördlichen Talflanke. Nur Geduld! Schließlich mündet die Spur in den zwischen Corno Gallina (1175 m) und Coalàz eingerissenen Felsschlund. Hier beginnt der gesicherte Abschnitt der Route; eine Leiter macht den Anfang, Drahtseile leiten steil nach oben, ehe ein schmales Band (Fixseile) in luftiger Höhe zurück in den dantesken Winkel führt. Man quert ihn auf komfortabler (von unten nicht sichtbarer) Terrasse und steigt anschließend, wieder am sichernden Drahtseil, hinauf zu den ausgedehnten Almböden unter dem Hauptkamm des Monte Baldo (ca. 1200 m), 1.45 Std. Abstieg Ein Sandsträßchen führt hinüber zum Wallfahrtskirchlein Madonna delle Neve (1082 m) in hübscher Lage über dem Graben des Aviana-Bachs. Ein Stück weiter taleinwärts kümmert man sich mehr um weltliche Bedürfnisse: in den Gasthäusern Monte Baldo und Alpino. Buon appetito! Der Weiterweg führt hinunter zum Aviana-Bach. Bei der Ponte della Balanzà (ca. 980 m) links und auf dem alten Talweg – vorbei am Prea-fassa-Wasserfall – zurück zur Straße im Mühlental.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied980 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktErste Kehre (307 m) im Mühlental (Valle dei Molini), alternativ auch Straßenspinne bei Madonna delle Neve (1082 m).
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterEs ist wie bei jeder guten Geschichte: Auf die Pointe kommt es an. Und die liefert der »Sentiero attrezzato Gerardo Sega« ohne Zweifel, stilgerecht allerdings erst nach einer längeren »Anlaufstrecke«: herauf aus dem innersten Mühlental, dann flach über eine Rampe, bis man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen mag. Langweilig ... Du trabst um eine Eck und stehst ganz unvermittelt vor einem Höllenschlund, von Titanenhand aus dem Fels geschlagen. Es riecht buchstäblich nach Steinschlag (Helm!), ein paar frische Ausbruchnarben hoch oben im Fels verleihen der Szenerie einen apokalyptischen Anstrich: ein »End’ der Welt«. Aber kein Wegende: Auch wenn man es zunächst nicht glauben mag, der »Sentiero« führt mitten durch die weit überhängende Riesenapsis, auf einer komfortablen Terrasse noch dazu. Eine Stunde später, der Vertikalen entstiegen, ist dann Gelegenheit, beim Spaziergang über die üppigen (Enzian-)Wiesen nach Madonna delle Neve die Route nochmals Revue passieren zu lassen, und drunten im Valle dei Molini – Schuhe und Rucksack sind bereits im Kofferraum verstaut – riskiert man einen letzten Blick hinauf in den Felswinkel – einfach fantastisch!
Hinweise
Highlights: Dantesker Felswinkel unter dem Corno Gallina; Blumen am Höhenweg nach Madonna delle Neve.
VerkehrsanbindungIn Avio (135 m) durch das eng gebaute Dorf (am Ortsende Wegweiser »Pra da Stua«), dann in das Valle dei Molini bis zur Mündung des Aviana-Bachs (3,5 km); Parkmöglichkeit. Wer die Tour von oben starten will, fährt über zahlreiche Serpentinen hinauf zum Stausee von Prà da Stua (1041 m), hier links und über den Passo della Cola (1289 m), zuletzt auf leicht bergab führender Schotterstrecke, zur Wegspinne (1069 m) unweit des Kirchleins Madonna delle Neve.
GastronomieRifugio Monte Baldo (1113 m), im Sommer bewirtschaftet. Albergo Alpino (1122 m), bewirtschaftet Mai bis Oktober. Je etwa 15 Min. von Madonna delle Neve.
Informationen
Gesamt 5.30 Std. Valle dei Molini – Preafassa-Wasserfall 1.15 Std., »Sentiero Sega« 1.75 Std., Höhenweg nach Madonna delle Neve 1 Std., Abstieg zum Valle dei Molini 1.30 Std. Startet man die Tour oben in Madonna delle Neve, ergibt sich eine Gesamtgehzeit von 4 Std.

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