Sentiero attrezzato Gaetano Falcipieri (Sentiero delle cinque Cime)

Pasubio. Ein Berg mit Geschichte, trauriger allerdings. Das Kalkmassiv südöstlich von Rovereto war im Ersten Weltkrieg ein Angelpunkt der Alpenfront und entsprechend verbissen wurde hier gekämpft, um jeden Buckel, jede Scharte, ja sogar im Bergesinnern: Man versuchte, gegnerische Stellungen zu untergraben und in die Luft zu sprengen. So geschehen am 13. März 1916, als die Kaiserjäger rund 50 000 Kilogramm Dynamit unter der Gipfelstellung der Alpini zündeten.Der Kanonendonner ist längst verhallt, unübersehbar sind aber auch heute noch die Kriegsspuren, vor allem natürlich im Gipfelbereich (Cima Palòn, 2232 m), seit 1922 »Zona Sacra«. Wie ein Spinnennetz überziehen Front- und Versorgungswege das Massiv. (Autor: Eugen E. Hüsler)
15 km
1100 m
7.00 h
Sentiero Falcipieri (Sentiero delle cinque Cime).
Aus der Scharte gleich steil, aber schattig bergan. Nach etwa einer Viertelstunde taucht das erste Drahtseil auf, etwas höher am Kamm verlangt ein enger, steiler Kamin mit Fixseil kräftigen Armzug. Anschließend am Grat weiter; erster Zwischenabstieg zur »Strada delle Gallerie«, am Fuß der Guglia del Bovolo nochmals Hinweis auf die Tunnelstraße. Über gestufte Felsen (Drahtseile) zum Turmfuß, dann auf einer etwa 12 Meter hohen Eisenleiter senkrecht auf ein sehr schmales Band, luftig nach rechts hinaus und an der Nordseite des Kamms mit Drahtseilhilfe über steile Felsen auf einen latschen-bewachsenen Hang und zurück zum Grat. An ihm leicht auf die Bella Laita (1881 m), dann mit einer kurzen gesicherten Passage hinüber zur Cima Cuaro (1939 m). Dahinter über zwei steile Felsstufen mit Seilhilfe etwas heikel hinab in die Forcella Camossara (1885 m; links Zwischenabstieg über Geröll zur »Strada« möglich).
Gut gesichert über die felsige Ostflanke des Monte Forni Alti (2023 m), von dessen Gipfel man ein weites Panorama genießt. Faszinierend der Tiefblick in die wilden Gräben an der Südflanke des Berges mit seinen bizarren Felszacken.
Nach kurzem Abstieg, in der weiten Wiesensenke des Passo di Fontana d’Oro (1875 m), 4 Std., stößt man auf die »Strada delle Gallerie«. Parallel zur Tunnelstraße am Grat entlang, dann über einen kurzen gesicherten Aufschwung auf den Ostrücken des Cimòn del Soglio Rosso (2040 m). Nochmals abwärts bis in Straßennähe, anschließend ein letztes Mal kurz bergan zur Cima dell’Osservatorio (2027 m), einst ein Beobachtungsposten. Heute schaut man nicht mehr auf den Feind, sondern durch kleine Guckröhrchen auf ferne Gipfel.
Über den Blockgrat abwärts, dann auf guter Spur zur Porte del Pasubio. Wenige Schritte weiter, an der »Strada degli Eroi«, steht das Rifugio Papa (1928 m).
Strada delle 52 Gallerie.
Der Abstieg zur Bocchetta Campiglia ist ein echter Hit, man wandert an bodenlosen Abgründen entlang, tastet sich durch dunkle Löcher, steigt schließlich über Serpentinen hinunter zum Ausgangspunkt der großen Runde. Da bleibt dann nur eine Frage: Was hat mehr Spaß gemacht, der Klettersteig oder die Tunnelstraße?

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour15 km
Höhenunterschied1100 m
Dauer7.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBocchetta di Campiglia (1216 m) am Ostfuß des Pasubiostocks.
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterPasubio. Ein Berg mit Geschichte, trauriger allerdings. Das Kalkmassiv südöstlich von Rovereto war im Ersten Weltkrieg ein Angelpunkt der Alpenfront und entsprechend verbissen wurde hier gekämpft, um jeden Buckel, jede Scharte, ja sogar im Bergesinnern: Man versuchte, gegnerische Stellungen zu untergraben und in die Luft zu sprengen. So geschehen am 13. März 1916, als die Kaiserjäger rund 50 000 Kilogramm Dynamit unter der Gipfelstellung der Alpini zündeten.Der Kanonendonner ist längst verhallt, unübersehbar sind aber auch heute noch die Kriegsspuren, vor allem natürlich im Gipfelbereich (Cima Palòn, 2232 m), seit 1922 »Zona Sacra«. Wie ein Spinnennetz überziehen Front- und Versorgungswege das Massiv. Dem Nachschub diente auch die »Strada delle 52 Gallerie«, die während des Krieges von italienischen Genietruppen erbaut wurde: 6,5 Kilometer lang mit Höchststeigungen von 22 Prozent, einem halben Hundert Tunnels, von denen zwei spiralförmig verlaufen, über weite Strecken dem Steilfels abgerungen – einer der kühnsten Straßenzüge der Alpen! Er folgt dem Forni-Alti-Kamm von der Bocchetta Campiglia (1216 m) bis zur Porte del Pasubio (1928 m) – keine »Autostrada«, aber noch gut begehbar. Taschenlampe nicht vergessen, denn Tunnel 19 ist immerhin 370 Meter lang!Sozusagen »ein Stockwerk höher«, unmittelbar am Grat, verläuft der »Sentiero Falcipieri«, ein teilweise gesicherter, großartiger Aussichtsweg über die fünf Gipfel des Forni-Alti-Kamms: Bella Laita (1881 m), Cima Cuaro (1939 m), Monte Forni Alti (2023 m), Cimòn del Soglio Rosso (2040 m), Cima dell’Osservatorio (2027 m): lang, aber nie langweilig. Faszinierend die Tiefblicke ins Val Léogra, einmalig das frühsommerliche Blumenmeer am Kamm. Längere gesicherte Abschnitte hat man beim Anstieg zur Bella Laita, mit der einzigen Leiter am Gratzacken der Guglia del Bovolo, und am Monte Forni Alti. Da »Strada« und Klettersteig den gleichen Ausgangs- und Endpunkt besitzen, an der Porte del Pasubio freundlicherweise ein (im Sommer bewirtschaftetes) Haus steht, ergibt sich eine Idealrunde mit ungewöhnlich reizvollem Abstieg. Besonders stimmungsvoll ist die Tour im Herbst, wenn Nebel in den Tälern hängt, auf den Höhen aber die Sonne strahlt und alles in weiche Farben taucht.
Hinweise
Kernstück der Route mit der langen Leiter, die »Strada delle 52 Gallerie« – und im Frühsommer: Blumen, Blumen …
VerkehrsanbindungDer Passo Pian delle Fugazze (1162 m) verbindet die Täler von Vallarsa und Léogra, 23 km von Rovereto auf der gut aus- gebauten, aber ungewöhnlich kurvenreichen Strada Statale No. 46. Jenseits der Passhöhe hinab bis zur Ponte Verde (901 m), dann auf schmaler Asphaltstraße leicht ansteigend in den Colle Xomo (1058 m). Hier links auf der »Strada degli Scarubbi« bergan zur Bocchetta Campiglia (1216 m). Wanderparkplätze.
GastronomieRifugio Achille Papa (1928 m), Juni bis September durchgehend, ab Mitte Mai und bis Ende November an den Wochenenden; Tel. 0445/63 02 33
Informationen
Gesamt 7.45 Std.; »Sentiero Falcipieri« 5.30 Std., Abstieg über die »Strada delle 52 Gallerie« 2.15 Std.

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