Sentiero attrezzato Burrone-Giovanelli

Landschaftlich einmalige, wenig schwierige Route; Zustieg über zwei lange, nahezu senkrechte Leitern. (Autor: Eugen E. Hüsler)
9 km
670 m
4.00 h
Der Zugang zum Burrone verläuft über einen steilen, teilweise bewachsenen Felsvorbau. Bereits wenig oberhalb des Picknickplatzes gabelt sich der Weg. Klettersteigler gehen nach links (Hinweis: »difficile«). Die Spur führt über den Bach, dann hinauf zu einem ehemaligen Waal und um ein felsiges Eck herum zum untersten Wasserfall. Übers Wasser nach rechts und sehr luftig mittels zweier langer und einer kurzen Eisenleiter zum alten Zickzackweg. Etwa 200 Meter über dem flachen Talboden betritt man die Klamm – ein Übergang, wie man ihn sich krasser kaum vorstellen kann: aus dem trocken-steinigen Sonnenhang hinein ins kühle Halbdunkel einer vom Rauschen und Tosen des Wassers erfüllten Unterwelt. Zunächst einmal heißt es »Kopf einziehen!«, dann helfen Fixseile und drei Leitern über eine (oft feuchte) Steilstufe hinweg. Anschließend wandert man zwischen scheinbar himmelhohen Wänden, die nur wenig Licht hereinlassen, weiter »im Berg« aufwärts. Nach einigen Biegungen erweitert sich die Schlucht zu einem mächtigen Kessel, über dessen Rand ein prächtiger Schleierfall herab stiebt – vor allem am Nachmittag, wenn sich das Sonnenlicht in den Wassertropfen bricht, ein faszinierendes Naturschauspiel. Oberhalb des stimmungsvollen Platzes, der zur Rast einlädt, wird die Klamm allmählich zum Engtal; das Felsgrau weicht dem Grün einer dichten Vegetation, der Horizont weitet sich nach und nach. Noch sind ein paar Aufschwünge zu überwinden – einmal mit Hilfe einer langen Leiter –, dann steigt der Pfad im Wald hinauf zu der quer führenden Straße, 1.45 Std. Abstieg: Vorbei an der Hütte von Manzi (858 m) auf dem Sträßchen angenehm schattig hinüber nach Monte (891 m). Wer hier ein bisschen zu tief ins Weinglas guckt, nimmt anschließend besser die Seilbahn für den Abstieg nach Mezzocorona; immerhin führt der alte, kunstvoll angelegte Serpentinenweg ein paarmal ziemlich nahe ans Steilgelände heran (Seilgeländer). Sehr schön aus der Vogelschau die Dächerlandschaft des historischen Ortskerns, der sich eng an den Berg schmiegt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied670 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPicknickplatz an der Mündung des Meriabachs.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterVor dem – fantastischen – Gang durch die Burrone-Schlucht sollte man einen Abstecher nach Mezzolombardo machen, am Ortsausgang Richtung Nonstal kurz anhalten und hinübergucken zu der Klamm. Das macht dann so richtig heiß auf den Steig, denn eigentlich kann man sich überhaupt nicht vorstellen, dass durch diesen unglaublich schmalen, senkrecht nach oben laufenden Spalt ein Weg führt – und ein wenig schwieriger noch dazu. Stimmt aber, und gut ein Jahrhundert alt ist er auch schon, der »Sentiero Burrone-Giovanelli«, 1906 auf Initiative des Arztes Dr. Tullio Giovanelli angelegt. In jüngerer Zeit erhielt er dann noch einen recht spektakulären neuen Zustieg mit zwei langen und einer kurzen Leiter. Für den Abstieg hat man die Wahl zwischen zwei Wegen: westlich auf einem teilweise unangenehm steilen Schottersträßchen (wenig lohnend) oder über Monte (891 m). Der etwas weitere Weg über das Terrassendörfchen lohnt sich allemal, denn beim anschließenden Abstieg auf der alten, kunstvoll angelegten Mulattiera genießt man stimmungsvolle Tief- und Ausblicke, hinab zur Etsch und talauswärts bis zum Bondone, der seinen stachelbewehrten Nordgipfel (Palòn, 2090 m) weit in den Himmel reckt.
Hinweise
Highlights: Der untere Klammabschnitt: einfach überwältigend! Dazu der ziemlich luftige Einstieg über die langen Leitern.
VerkehrsanbindungVon der Brenner-Autobahn, Ausfahrt »San Michele-Mezzocorona« nach Mezzocorona (219 m), im Ort bis zum großen Kreisverkehr, hier nicht links nach Mezzolombardo, sondern eine Ausfahrt vorher Richtung Noce. Vor der Brücke rechts (kleiner Wegzeiger »Burrone«) und auf schmaler Asphaltstraße zudem Picknickplatz am Bergfuß. Parkmöglichkeit.
GastronomieIn Monte gibt es zwei Gasthöfe.
Tipps
Wer auf dem Weg von Mezzocorona zurück zum Ausgangspunkt der Runde hinaufschaut zu den Felsen, entdeckt unter gewaltigen Überhängen ein paar Mauerreste: die Ruine des Castello di San Gottardo. Bereits in der Bronzezeit diente der Platz als Fluchtburg, im Spätmittelalter kam er in den Besitz der Eppaner, und bis ins 18. Jahrhundert hausten Eremiten in dem (halbverfallenen) Felsennest. Man kann übrigens hinaufsteigen zur Burg; der (nicht markierte) Weg mündet zum Schluss in eine üble Steilrinne, durch die man sich – nach Wurzeln und Geäst angelnd – emporarbeitet.
Informationen
Gesamt 4.15 Std.; Burrone-Steig 1.45 Std., Höhenwanderung nach Monte 0.30 Std., Abstieg nach Mezzocorona und Rückweg 2 Std.

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