Schwarzhorn, 3105 m

Recht lange Gipfeltour auf gut markierten Wegen mit einer kurzen, aber verwegen angelegten Klettersteigpassage über der Zunge des Lämmerengletschers. Der Rest - ein Landschaftserlebnis erster Klasse. Selbstsicherung nicht notwendig, dafür aber Trittsicherheit und eine ordentliche Kondition. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
7 km
1000 m
6.00 h
Zur Lämmerenhütte Die Tour beginnt mit dem kurzen Abstieg von der Seilbahnstation an der Gemmi (2322 m) zur eigentlichen Wasserscheide (ca. 2260 m), führt dann wahlweise am Süd- bzw. Nordrand des Lämmerenbodens bis zum Fuß des breiten Felsriegels, auf dem die Lämmerenhütte (2501 m) steht. Zuerst im Zickzack, dann mit Seil- und Kettenhilfe durch eine felsige Rinne auf den Rücken und links zum Haus. Schwarzhornsteig Von der Hütte überquert man den flachen Buckel in südwestlicher Richtung (Steinmännchen, Hinweis »Ref. Violettes«) hinunter zu dem Boden im Vorfeld des Wildstrubelgletschers, wo eine Brücke (2450 m) über den Abfluss des Eisstroms führt. Jenseits im Geröll auf guter Spur, nun weiß-rot-weiß markiert, hinauf gegen den senkrechten Felsriegel links der (arg geschrumpften) Zunge des Lämmerengletschers. Man quert aus der Schuttflanke rechts in gestuftes Gelände, steigt dann hinauf (Drahtseile) gegen die scheinbar ungangbare, mit Überhängen gespickte Mauer. Zwei kurze Leitern und eine frei zwischen den Felsen angebrachte Stiege leiten auf ein schmales Band. Ein Holzbalken (Führungsseil) hilft über eine etwa sechs Meter lange Unterbrechungsstelle; die Fortsetzung des Felsbandes (Drahtseilsicherung) führt in leichteres Gelände. Wenig später steht man auf dem lang gestreckten Nordwestrücken (ca. 2770 m) des Schwarzhorns - rechts der Gletscher, links der Abbruch. Auf splittrigem Untergrund steigt man, den Markierungen folgend, auf zum Vorgipfel und quert dann, nur mehr leicht an Höhe gewinnend, hinüber zum höchsten Punkt des Schwarzhorns (3105 m). Abstieg In der Regel auf dem Anstiegsweg. Alternativ kann auch nach Montana oder nach Leukerbad abgestiegen werden. Letztere Variante eignet sich allerdings nur für alpine Dauerläufer. Den weißblau- weißen Markierungen folgend steigt man vom Gipfel westwärts durch die immense Geröllgrube von Outannes ab (links glitzert smaragdgrün ein namenloser See) bis zu ihrem flachen Auslauf. Hier nicht weiter Richtung Montana, sondern absteigend (weiß-rot-weiß bezeichnet) ins Tälchen der Tièche. Mit rund 200 Höhenmetern Gegenanstieg über die ausgedehnte Varneralp (einfache Alpwirtschaft), dann bergab zum Chäller (1875 m). Wenig tiefer zweigt links der Rückweg nach Leukerbad (1402 m) ab.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour7 km
Höhenunterschied1000 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation der Gemmi-Seilbahn (2322 m), Tal - station in Leukerbad.
EndpunktBergstation der Gemmi- Seilbahn oder Leukerbad (1402 m).
TourencharakterKlettersteigler, die frühmorgens mit der Seilbahn zum Gemmipass hinauffahren, haben in der Regel Großes vor - Der »Leukerbadner« ist ihr Ziel. Bereits die luftige Fahrt am dicken Drahtseil vermittelt einen Eindruck von der vertikalen Herausforderung, die hier wartet, schaut man doch direkt hinein in das Riesengemäuer. Nichts zu sehen ist dagegen vom Schwarzhorn (3105 m); es versteckt sich diskret hinter dem um etwa 150 Meter niedrigeren Daubenhorn. Mit einem richtigen Klettersteig kann der Dreitausender nicht aufwarten, dazu ist die (luftige) gesicherte Strecke zu kurz, doch Langeweile kommt trotzdem nicht auf: Der Weg aus dem Lämmerenboden mit seinen Gewässern herauf ist zu abwechslungsreich, die Kulisse von atemberaubender Schönheit, das (schwindende) Gletschereis ganz nahe. Und dann die Aussicht: Das ganze Wallis auf einen Blick, und fern im Südwesten grüßt sogar der Montblanc, das Dach der Alpen.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 50 000, 263 T Wildstrubel; 1:25 000, 1267 Gemmi. Für den alternativen Rückweg nach Leukerbad zusätzlich 1:50 000, 273 T Montana, 1:25 000, 1287 Sierre.
MarkierungenDurchgehend weiß-rotweiß, auch im Bereich des Klettersteigs. Abstiegsvariante nach Les Outannes weiß-blau-weiß, Rückweg nach Leukerbad weiß-rot-weiß bezeichnet.
VerkehrsanbindungDen bekannten Thermalkurort erreicht man aus dem Rhonetal (Susten) über eine gut ausgebaute Straße, Busverbindung.
GastronomieLämmerenhütte, Mitte Juni bis Mitte Oktober; Tel. +41/27/470 25 15, www.laemmerenhuette.ch. Berg - hotel Wildstrubel, Tel 027/470 12 01, www.gemmi.ch
Unterkunft
Lämmerenhütte, Mitte Juni bis Mitte Oktober; Tel. +41/27/470 25 15, www.laemmerenhuette.ch. Berg - hotel Wildstrubel, Tel 027/470 12 01, www.gemmi.ch
Tourismusbüro
Leukerbad Tourismus, Rathaus, CH-3954 Leukerbad; Tel. +41/472 71 71, www.leukerbad.ch