Roèn-Klettersteig

Der Mendelkamm, lang gestreckt und schroff, bildet die alpine Kulisse des Überetsch: Felsburgen über Schlosstürmen. Blickfang ist der Gantkofel (1866 m) mit seiner jäh abfallenden Stirn (an der übrigens vor einiger Zeit eine Ferrata geplant war), höchster Gipfel der Monte Roèn (2116 m). Weit mehr Besuch erhält allerdings der Penegal (1737 m) dank Straßenzufahrt und Aussichtsturm. Von der eisernen Plattform schaut man ins »Land an der Etsch und im Gebirge« (Südtirol), aber auch weit über dessen Grenzen hinaus bis zu den Gardaseebergen und den firn-bedeckten Dreitausendern der Hohen Tauern. Noch ein bisschen umfassender ist die Aussicht vom Monte Roèn. (Autor: Eugen E. Hüsler)
14 km
780 m
5.00 h
Zustieg.
Von der Enzianhütte auf einem Fahrweg nur leicht bergan, Markierung 521, hinter den Moorwiesen in stärkerem Anstieg weiter im Wald zur Liftstation und zur Halbweghütte (1594 m). Überwiegend schattig auch die Fortsetzung der Tour, mit nur wenigen Ausblicken. Beim Rifugio Malga Romeno hält man sich links und quert hinüber zur hübsch gelegenen Überetscher Hütte (1773 m).
Roèn-Klettersteig.
Von der Hütte auf gutem Steiglein (Weg-zeiger) in etwa 15 Minuten zum Einstieg (ca. 1870 m). Nun mit Drahtseilhilfe über gestufte Felsen, dann unter Überhängen nach links in eine steile Rinne. Sie wird in der Falllinie bis knapp unter den Kamm durchstiegen (Drahtseile). Zuletzt am abgeflachten Rücken zum Gipfel, 1 Std.
Abstieg.
Auf Weg 500 über den Nordrücken des Monte Roèn hinab zur Malga Romeno und via Halbweghütte zurück zum Mendelpass.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour14 km
Höhenunterschied780 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktEnzianhütte (1409 m) südlich des Mendelpasses bzw. Bergstation des Mendel-Sessellifts (1579 m).
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterDer Mendelkamm, lang gestreckt und schroff, bildet die alpine Kulisse des Überetsch: Felsburgen über Schlosstürmen. Blickfang ist der Gantkofel (1866 m) mit seiner jäh abfallenden Stirn (an der übrigens vor einiger Zeit eine Ferrata geplant war), höchster Gipfel der Monte Roèn (2116 m). Weit mehr Besuch erhält allerdings der Penegal (1737 m) dank Straßenzufahrt und Aussichtsturm. Von der eisernen Plattform schaut man ins »Land an der Etsch und im Gebirge« (Südtirol), aber auch weit über dessen Grenzen hinaus bis zu den Gardaseebergen und den firn-bedeckten Dreitausendern der Hohen Tauern. Noch ein bisschen umfassender ist die Aussicht vom Monte Roèn. Der hieß im »Hochtourist« von 1930 noch Rhönberg (was mittlerweile ziemlich aus der Mode gekommen ist) und hatte bereits damals seinen Klettersteig; er führt, wie man nachlesen kann, »hinter der Hütte anfänglich über Schutthalden, dann l. in Fels mit guter Seilsicherung auf den Gipfel.« Voilà!Die gesicherte Route ist so kurz wie anspruchslos, dadurch bestens für Anfänger im Umgang mit alpinem »Eisen« geeignet. Und der Zustieg lässt sich bei Benützung des Mendel-Sessellifts zur Halbweghütte auch noch verkürzen: der Monte Roèn als Halbtagstour.Wer es etwas spannender mag und ausgefüllte Bergtage vorzieht, startet die Tour in Graun (823 m): Aufstieg ins Grauner Joch (1800m), weiter Kammwanderung zum großen Wetterkreuz (1868 m) und teilweise drahtseilgesicherte Querung am »Gamssteig« zur Überetscher Hütte, dann über den Klettersteig zum Gipfel. Anschließend Übergang am Kamm zum Schwarzen Kopf (2030 m) und Abstieg über die Kanzel nach Graun; insgesamt gut 8 Std. und 1500 Höhenmeter – im Auf- und im Abstieg.
Hinweise
Panorama – bei guter Fernsicht!
VerkehrsanbindungDen Mendelpass (1363 m) erreicht man aus dem Überetsch auf guter Straße, 15 km ab Eppan bzw. Kaltern oder von Kaltern-St. Anton mit der Standseilbahn. Knapp 2 km südlich der Scheitelhöhe liegt die Talstation des Mendel-Sessellifts (1380 m; Parkplatz); Bergstation (1579 m) unweit der Halbweghütte. Eine zweite Straße führt vom stark verbauten Pass zur Enzianhütte (1409 m), ebenfalls mit Park-platz.
GastronomieRifugio Malga Romeno (1768 m), bewirtschaftet Juni bis Oktober. Überetscher Hütte (1773 m), bewirtschaftet Mitte Mai bis Ende Oktober.
Tipps
Ein paar Drahtseilpassagen gibt es auch auf der Ostseite des Etschtals, am »Leiferer Höhenweg«. Der verläuft an der Nordflanke des Brantentals; er verbindet das Gasthaus Thaler mit den Höfen am Breitenberg und quert dabei einige abschüssige Rinnen (sechs Drahtseile). Talort: Leifers (255 m); Gesamtgehzeit etwa 4 Std.
Informationen
Gesamt 5.15 Std.; Aufstieg 3.15 Std., Abstieg 2 Std. Benützt man den Sessellift, verringert sich die Gehzeit auf 4 Std.
Höchster Punkt
Monte Roèn, 2116m

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