Percorso attrezzato Carlo Guzzella

Monte Grappa 1917/18: Nach dem Zusammenbruch der Isonzo-front war er letztes Bollwerk vor der oberitalienischen Tiefebene. Trotz schwerster Angriffe gelang den k. u. k.-Truppen kein Durchbruch.Wer heute, mehr als drei Generationen später, am Monte Grappa unterwegs ist, stößt überall auf Spuren des blutigen Ringens: Nachschubwege und -straßen, deren Netz den ganzen Gebirgsstock überzieht, verfallene Unterstände, Bombentrichter, Kavernen und Schützengräben. Der (unschuldige) Berg trägt zudem seit den dreißiger Jahren eine monumentale Gedenkstätte, das Sacrario del Monte Grappa. Da fühlt sich dann mancher Bergsteiger ziemlich fehl am Platz; zu deutlich atmet die in Stein gegossene Verherrlichung all der Kriegsgräuel jenen Geist, der schon wenige Jahre später das nächste Weltinferno entfesseln sollte... So schaut man besser ins Weite; hinaus über das flache Land bis zur Adria geht die Aussicht, und am nördlichen Horizont stehen die Berge tief gestaffelt, vom Adamello bis zu den Julischen Alpen. Am schönsten ist der Blick in die Dolomiten, für einmal von Süden, und aus dieser Perspektive ist so mancher berühmte Zacken nicht ohne weiteres zu erkennen. (Autor: Eugen E. Hüsler)
9 km
1190 m
6.00 h
Zustieg.
Auf dem asphaltierten Sträßchen noch ein Stück tal-einwärts, dann links (Wegzeiger) in einen Graben. Man verlässt die Forstpiste bald nach rechts und folgt dem Steiglein, das an einem bewaldeten Rücken steil gegen die mit vielen Zacken und Türmchen besetzte Felsflanke des Napon hinaufzieht. Bei der 1000-m-Höhenmarke kreuzt der Weg 102, gut eine halbe Stunde später ist der Einstieg erreicht (ca. 1220 m, Tafel).
Percorso attrezzato Carlo Guzzella.
Ein langes Drahtseil macht den Auftakt der Ferrata, dann folgen im Wechsel kurze Gehpassagen mit weiteren ge-sicherten Abschnitten. Malerisch-verwunschen zeigt sich die Felskulisse; das Gestein ist allerdings ziemlich brüchig, deshalb: sauber gehen, keine Steine ablassen! Nach gut halber Wegstrecke kreuzt der Klettersteig eine mittlerweile asphaltierte ehemalige Militärstraße (ca. 1420 m), die quer durch die Ostflanke des Monte Grappa in das Valle delle Mure führt. Hier kann man die Tour – etwa bei einer Wetterverschlechterung – abbrechen (15 Min. zum Pian della Bala).
Am »Percorso attrezzato« folgt eine kurze, senkrechte Felsstufe, die man mit Armzug meistert. Der anschließende steile Grashang ist ebenfalls mit Drahtseilen gesichert; in einem kurzen, etwas kniffligen Kamin (»Wandbuch«) heißt es nochmals kräftig zupacken, bevor die Route über einen Gratrücken auf die Almweiden der Pra Gallina ausläuft (ca. 1600 m). Über die Wiesen gemütlich zum bereits sichtbaren Rifugio Bassano (1745 m), 2 Std.
Abstieg.
Ein mit 151 bezeichneter Weg führt von der Hütte über die Malga Val Vecchia (1542 m) hinab zu der bereits erwähnten ehemaligen Kriegsstraße, über die man rasch den Pian della Bala erreicht (1381 m). Hier rechts (Wegzeiger) auf einem ehemaligen Militärweg in zahllosen Kehren mit Aussicht zum Sass Brusai hinab ins Val del Làstego und zurück nach San Liberale.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour9 km
Höhenunterschied1190 m
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSan Liberale (589 m) im Tal des Làstego-Bachs, 5 km von Quattro Strade.
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterMonte Grappa 1917/18: Nach dem Zusammenbruch der Isonzo-front war er letztes Bollwerk vor der oberitalienischen Tiefebene. Trotz schwerster Angriffe gelang den k. u. k.-Truppen kein Durchbruch.Wer heute, mehr als drei Generationen später, am Monte Grappa unterwegs ist, stößt überall auf Spuren des blutigen Ringens: Nachschubwege und -straßen, deren Netz den ganzen Gebirgsstock überzieht, verfallene Unterstände, Bombentrichter, Kavernen und Schützengräben. Der (unschuldige) Berg trägt zudem seit den dreißiger Jahren eine monumentale Gedenkstätte, das Sacrario del Monte Grappa. Da fühlt sich dann mancher Bergsteiger ziemlich fehl am Platz; zu deutlich atmet die in Stein gegossene Verherrlichung all der Kriegsgräuel jenen Geist, der schon wenige Jahre später das nächste Weltinferno entfesseln sollte... So schaut man besser ins Weite; hinaus über das flache Land bis zur Adria geht die Aussicht, und am nördlichen Horizont stehen die Berge tief gestaffelt, vom Adamello bis zu den Julischen Alpen. Am schönsten ist der Blick in die Dolomiten, für einmal von Süden, und aus dieser Perspektive ist so mancher berühmte Zacken nicht ohne weiteres zu erkennen. Der »Percorso attrezzato Guzzella« vermittelt einen landschaftlich sehr reizvollen, allerdings recht langen (und im Sommer auch heißen) Zustieg zum Monte Grappa. Das große Panorama bietet eher der Herbst; im Frühling und Frühsommer blüht es dafür an den Wiesenhängen besonders üppig. Unter den vielen Farbtupfern am Weg finden sich auch ausgesprochene Raritäten wie die endemische Krainer Lilie (Lilium carniolum) sowie der Frauenschuh (Cypripedium calceolus).Wer mag, kann sich oben in die Ausflüglerkolonnen einreihen und nebst Ossario und Museum auch die unterirdischen Stellungen besichtigen (Galleria Vittorio Emanuele III).
Hinweise
Malerische Felskulisse am Napon, Panorama vom Gipfel des Monte Grappa. Im Frühsommer: Blumen, Blumen!
VerkehrsanbindungVon Feltre bzw. Bassano del Grappa über Paderno del Grappa. Bei Quattro Strade (Kreuzung, 337 m) signalisierte Abzweigung der Straße, die über Fietta (380 m) nach San Liberale führt; insgesamt knapp 20 km von Bassano del Grappa. Großer Parkplatz.
GastronomieRifugio Bassano (1745 m), bewirtschaftet Mai bis Anfang November; Tel. 0423/53101.
Informationen
Gesamt 6.30 Std.; Zustieg 2 Std., Klettersteig 2 Std., Abstieg 2.30 Std.

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