Gantrisch-Klettersteig

Anspruchsvoller Sportklettersteig, mit 420 Metern Drahtseil, rund 400 Eisenbügeln und vier Leitern gesichert. Im kraftraubenden Mittelteil sind die Krampen vielfach leicht versetzt angeordnet – etwas gewöhnungsbedürftig, wie auch das durchhängende Sicherungsseil. Der Klettersteig ist aus Wildschutzgründen bis Mitte Juni gesperrt. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)
6 km
560 m
3.00 h
Zustieg Vom Parkplatz (1610 m) wenig oberhalb der Wasserscheide wandert man zunächst auf der Schotterpiste über den Nünenenberg zur Alp Ober nün e nen (1689 m). Am Leiterenboden (der heißt wirklich so!) zweigt rechts der Zustieg zur Ferrata ab (Hinweistafel). Über einen steinigen Hang geht’s hinauf zum Einstieg (ca. 1840 m). Gantrisch-Klettersteig Der Auftakt macht gleich deutlich, dass hier kein Felsspaziergang auf den Klettersteigler wartet - steil, mit zwei kleinen Überhängen. Nach dem rasanten Beginn steigt man ein ins fast senkrechte, etwa 70 Meter hohe »Küre-Wandli«, das einen ziemlich geschafft auf ein Grasband entlässt. Über Wiesenhänge (Aluleitern) und gestufte Felsen geht’s vergleichsweise leicht weiter aufwärts zur Wandfluh-Traverse. Hier quert man links zur finalen Herausforderung, der leicht überhängenden, luftigen »Horber-Kante«. Drahtseile leiten weiter zum Ausstieg; über den Grasrücken gewinnt man rasch den Gipfel des Gantrisch (2175 m) mit großem Panorama. Abstieg Der weiß-rot-weiße Abstieg leitet über eine harmlose Felsstufe hinunter zum Südwestgrat, wo sich der Weg gabelt. Der direkte Abstieg führt hier links hinunter in die Scharte der Leiteren (1805 m) und durch die nordseitige Karmulde weiter bergab zur Alp Obernünenen. Auf dem Hinweg zurück zum Ausgangspunkt. Variante Etwas weiter ist der Abstieg über den Morgetegrat: Von der Verzweigung am Südwestgrat des Gantrisch führt ein schmaler Weg geradeaus weiter zum Schibenspitz (2060 m) mit einem alten Bunkerloch der Swiss Army. Hinter dem Grasmugel geht es hinunter zum Morgetegrat (1959 m). Hier wendet man sich nach Norden und steigt ins Gantrischchummli ab. Vorbei an der Chummlihütte wandert man auf einer Sandpiste hinab und hinaus zum Gantrischberg. Zuletzt auf schmalem Weg an einem bewaldeten Hang zurück zum Wanderparkplatz.

Herbststeige

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour6 km
Höhenunterschied560 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktParkplatz wenig oberhalb der Wasserscheide (1590 m).
EndpunktParkplatz wenig oberhalb der Wasserscheide (1590 m).
TourencharakterEingeweiht wurde die Route im Gantrischgebiet am 7. 7. 2007 bei schönem Wetter – ein gutes Omen? Ja, und nach zwei Saisons kann man ein durchwegs positives Fazit ziehen - Die Ferrata hat sehr schnell viele Freunde gefunden und erfüllt ihre Funktion als Impulsgeber für den stagnierenden Sommertourismus der Region. Dass die Sprachgrenze hier nicht mehr weit ist, sieht man der Route durchaus an: Endlose Bügelreihen sichern den luftigen Gang nahe der Vertikalen, dazu vier Leitern und natürlich ein durchlaufendes Drahtseil – ganz à la française. Immerhin führt die Route auf einen Gipfel; dieser bietet ein Panorama von ausgesuchter Schönheit, das übers Mittelland bis zu den Juraketten reicht. Im Süden stehen die großen »Berner «, angeführt vom Trio Eiger, Mönch und Jungfrau. Doch vor dem Preis (der schönen Aussicht) steht bekanntlich der Schweiß. Und auf den 240 Höhenmetern des Gantrisch-Klettersteigs wird der eine oder die andere ordentlich ins Schwitzen kommen, vielleicht schon an den kleinen Einstiegsüberhängen oder später am langen Wanddurchstieg, der ganz schön in die Arme geht. Als finale Herausforderung lauert vor dem Ausstieg die »Horber-Kante«, senkrecht bis leicht überhängend. Benannt ist sie nach dem Hauptinitiator der Route, Ruedi Horber, der sich damit möglicherweise einen Platz an bernischen Klettersteig-Stammtischen sichert: »Ganz schön knackig, der Horber! « Achtung: Bei militärischen Übungen kann die Mulde von Obernünenen gesperrt sein.
Beste Jahreszeit
KartentippSwisstopo 1 - 50 000, 253 T Gantrisch.
MarkierungenWegzeiger, weiß-rot-weiße Markierungen am Zu- und Abstieg.
VerkehrsanbindungZum Ausgangspunkt der Tour kommt man von Bern bzw. Thun via Riggisberg und das ehemalige Gurnigelbad auf guten Straßen. Postbus, Wanderparkplatz knapp oberhalb der Wasserscheide.
GastronomieBerghaus Gurnigel, 1594 m, Ende April bis Ende November; Tel. +41/33/809 04 30, www.gurnigel-berghaus.ch. Hier kann man auch eine Klettersteigausrüstung mieten. Alp Obernünenen, Einkehr im Sommer.
Unterkunft
Berghaus Gurnigel, 1594 m, Ende April bis Ende November; Tel. +41/33/809 04 30, www.gurnigel-berghaus.ch. Hier kann man auch eine Klettersteigausrüstung mieten. Alp Obernünenen, Einkehr im Sommer.
Tourismusbüro
Verkehrsverband Schwarzenburgerland, Dorfplatz 22, CH-3150 Schwarzenburg; Tel. +41/31/731 13 91; www.schwarzenburgerland.ch

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