Fiderepasshütte und Mindelheimer Klettersteig

Die 1938 erbaute gemütliche Fiderepasshütte der Alpenvereinssektion Oberstdorf liegt wenige Meter nördlich des Fiderepasses und ist Ausgangsstation für den beliebten Mindelheimer Höhenweg. Wer mit Familie oder Wanderern unterwegs ist, die den ausgesetzten Klettersteig nicht gehen wollen, für den bietet sich eine ideale Alternative an: Parallel zum Klettersteig verbindet der Krumbacher Höhenweg die Fiderepasshütte mit der Mindelheimer Hütte. (Autor: Heinrich Bauregger)
2 km
590 m
2.00 h

Vier Aufstiege zur Fiderepasshütte

1. Von Riezlern (mit der Kanzelwandbahn)

Der schnellste Übergang erfolgt auf gutem Bergweg links an der Kanzelwand vorbei hinab ins Roßgundkar und dann ohne Höhenverlust hinüber zur verfallenen Kühgundalpe (1745 m). Von dort folgt man dem westwärts leicht ansteigenden Hochtal zunächst im Talgrund, dann in Kehren hinauf zum Fiderepass mit der gleichnamigen Hütte.

2. Von Mittelberg 

Von Mittelberg-Bödmen wandern wir auf einem Sträßchen (Mark.-Nr. 441 und 446) ins Wildental bis zum Weiler Höfle. Dort rechts auf steilem Pfad hinauf durch Wald zur Innerkuhgehrenalpe und rechts weiter über die freien Hänge zur Wannenalpe (1.821 m). Kurz dahinter halten wir uns links und steigen durch die Südflanke der Hammerspitze unter der Materialseilbahn der Hütte hindurch. Links geht es dann hinauf zur Fiderepasshütte. Oder oberhalb von Bödmen rechts auf Alpweg (Mark.-Nr. 446) hinauf zur Unteren und Inneren Wiesalpe (Einmündung des Weges von Höfle) und weiter durch das Wildental hinauf zur Fluchtalpe. Bei der Talstation der Materialseilbahn wandern wir links über die Alpböden der Vorderen Wildenalpe hinauf zur Fiderepasshütte.

3. Von Faistenoy

Von der Talstation der Fellhornbahn geht es zunächst auf Wanderweg, dann auf Forststraße (Mark.-Nr. 443 und 446) – ein Umweg über das Kanzelwandhaus ist hier möglich – zur Warmatsgundalpe und weiter auf Fahrweg bis zur verfallenen Wankalm. Dort wandern wir weiter auf Bergsteig über die verfallene Kühgundalpe (hier stößt man auch auf den Weg von der Kanzelwandbahn-Bergstation) hinauf zur Fiderepasshütte.

4. Von Birgsau

Von der Straße nach Einödsbach wandern wir rechts über die Brücke, dann links weiter (Mark.-Nr. 442) auf schwach markiertem Steig (etwas Orientierungssinn nötig) über den Scheidbichel und die verfallene Vordere Traufbergalpe zur Taufersbergalpe, wo man auf den Krumbacher Weg trifft. Hier geht es rechts hinauf zur Fiderescharte (2214 m) und jenseits hinab zur Fiderepasshütte. Der Weg ist lang und einsam.


Hütte

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour2 km
Höhenunterschied590 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
EndpunktMindelheimer Hütte
TourencharakterDie 1938 erbaute gemütliche Fiderepasshütte der Alpenvereinssektion Oberstdorf liegt wenige Meter nördlich des Fiderepasses und ist Ausgangsstation für den beliebten Mindelheimer Höhenweg. Wer mit Familie oder Wanderern unterwegs ist, die den ausgesetzten Klettersteig nicht gehen wollen, für den bietet sich eine ideale Alternative an: Parallel zum Klettersteig verbindet der Krumbacher Höhenweg die Fiderepasshütte mit der Mindelheimer Hütte.
Hinweise
Dauer: Hütte Zeit Von der Kanzelwandbahn-Bergstation: 2 Std.; von Mittelberg: 3 Std.; von Faistenoy: 3 1/2 Std.; von Birgsau: 5 Std. Schwierigkeit Der bequemste Zugang erfolgt von der Kanzelwandbahn-Bergstation. Alle Anstiege erfordern Trittsicherheit, der Anstieg von Birgsau auch etwas Orientierungssinn. Gipfel Zeit Von der Fiderepasshütte: 1 1/4 Std.; Abstieg zur Hütte: 1 Std.; insgesamt: 2 1/4 Std. Für die gesamte Begehung des Mindelheimer Klettersteigs muss man 5 Std. ansetzen. Schwierigkeit Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Klettersteigset und Schutzhelm gehören dazu. 
KartentippLVG, Topogr. Karte Allgäuer Alpen (1:50 000)
GastronomieWeitere Hütten 
Fluchtalpe, 1.390 m (privat, von Mitte Mai bis Ende Oktober bewirtschaftet, keine Übernachtung)
Untere Wiesalpe, 1.290 m (privat, von Pfingsten bis Anfang Oktober bewirtschaftet)
Innere Wiesalpe, 1.298 m (privat, von Pfingsten bis Oktober bewirtschaftet)
Tipps
Das Oberstdorfer Heimatmuseum in der Oststraße 13, das in einem alten Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert untergebracht ist, gibt eine gute Einführung in die Allgäuer Geschichte. In 38 Ausstellungsräumen kann man sich nicht nur über Vorgeschichte, Tracht und Wohnkultur informieren, sondern auch über Land- und Alpwirtschaft, Skilauf und Alpinismus.
Öffnungszeiten: von Ende Mai bis Allerheiligen und von Ende Dezember bis Ende April Dienstag bis Samstag von 10–12 und 14–17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bei Regenwetter wie werktags. Tel. 08322-5470.
Informationen
Tour zum Mindelheimer Klettersteig
Um zum Mindelheimer Klettersteig zu gelangen, folgt man von der Fiderepasshütte aus dem Steig über den Fiderepass hinauf zur Fiderescharte (2.214 m). Dort geht es rechts an die nahezu senkrechten Felsabbrüche heran. Zwei lange Metallleitern und einige Eisenklammern helfen, die ersten großen Hürden des Klettersteigs zu nehmen, bis mit dem Nordöstlichen Schafalpenkopf der höchste Punkt des Mindelheimer Klettersteigs erreicht ist. Wer es bis hierher geschafft hat, der kann auch den Weiterweg zur Mindelheimer Hütte antreten. Ansonsten sollte man jetzt am besten den Rückzug antreten.
Höchster Punkt
Fiderepasshütte, 2.067 m; Nordöstlicher Schafalpenkopf, 2.321 m
Unterkunft
Fiderepasshütte: 2.067 m (AV-Hütte, Kat. I, 10 Betten, 100 Lager, 16 Notlager, von Pfingsten bis Mitte Oktober bewirtschaftet; Winterraum mit 15 Lagern, Schlüssel bei der Sektion; Tel. 0043-5517-20626 oder 0043-664-3203676)

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