Via ferrata Ernesto »Che« Guevara

Extrem langer, landschaftlich grandioser Klettersteig von mittlerer Schwierigkeit. Der Zustieg und der erste Abschnitt wurden neu trassiert, um dem hässlichen Steinbruch (endgültig!) auszuweichen, nach oben hin ist dann zunehmend Kondition gefragt. Die Route liegt voll in der Morgensonne – kein Wasser unterwegs! Neu trassierter Abstieg von der Don-Zio-Hütte; die »Ferrata del Rampin« vom Busòn hinunter nach Pietramurata ist gesperrt! (Autor: Eugen E. Hüsler)
10 km
1380 m
8.00 h
Links um das Firmengebäude von Eurotex herum, dann am linken Rand des Steinbruchs zum Ansatzpunkt des Geröllkegels und über ihn in lichtem Pinienwald bergan gegen die Felsen. Hier rechts haltend schräg aufwärts zum Einstieg (ca. 400 m). Die bestens gesicherte Route quert die Felsen hoch über dem Steinbruch, abschnittweise sehr luftig trassiert, aber durchgehend mit Drahtseilen gesichert. Eine kurze, steile Rinne verlangt kräftigen Armzug oder gute Klettertechnik. Rechts des Wandvorbaus führt die »Che Guevara« dann in eine Felsmulde, wo der provisorische Zustieg mündet (ca. 565 m; rote Markierungen). Wer sich den Anforderungen nicht gewachsen fühlt, kann ihn als Notabstieg nutzen. Den soliden Sicherungen folgend auf den felsigen Buckel im Vorgelände der Wand mit der kleinen Bait dei Pini (620 m). Ungesichert über leichte Felsen (I) in eine winzige Scharte (675 m). Nun den straff gespannten Drahtseilen folgend mit gelegentlich kräftigem Armzug über die sehr kompakte Mauer aufwärts. Die Route sucht sich geschickt den leichtesten Weg, gewinnt schließlich ein markantes Horizontalband (ca. 820 m). Nun weniger steil rechts haltend zu einem Rastplatz mit dem süß-aufmunternden Namen »Tiramisu« (ca. 880 m). Über eine steile Felsstufe, dann auf einem weiteren Band nach links zum Beginn längerer Klammerreihen (ca. 1000 m). Die anregend-luftige Turnerei mündet in leichteres Gelände; teilweise an Fixseilen gewinnt man das mit Büschen bewachsene Maurizio-Band, wo man sich ins Routenbuch eintragen kann (1200 m). Auf dem Band nach links, dann über eine breite Geröllrinne (Drahtseil) und am Hang hinauf zu einer Graskanzel (ca. 1400 m), wo sich ein packender Tiefblick in das unterste Sarcatal bietet (schöner Rastplatz). Weiter an der Steilflanke bergan, über zwei kurze, gesicherte Aufschwünge, dann nochmals mit Seilhilfe an einem felsigen Nebengrat auf den Schlusshang (1545m) und rechts hinüber zum großen Kreuz, das unmittelbar am Wandabbruch steht, 5 Std. Abstieg: Vom abgeflachten Gipfel (Panoramatafel) spaziert man zunächst über die fetten Blumenwiesen zum nahen Rifugio Don Zio (1610 m). Links an dem Haus vorbei (Wegzeiger »Sarche, 427«) und in offenem Gelände erst sanft, dann steiler an einem bewaldeten Rücken bergab. Bei Godesi (1305 m; Wegzeiger) scharf rechts und in längerer Querung, kaum an Höhe verlierend, durch die Nordflanke des Monte Casale. In einer schattigen Mulde knickt der Weg nach links ab. Zunächst noch steil und ab und zu etwas rutschig, dann in angenehm weiten Schleifen verlaufend, zieht er im Wald talwärts. Ein Abzweig nach Comano bleibt links; rechts haltend steigt man weiter ab zur Staatsstraße Nr. 237, verlässt sie aber gleich wieder nach rechts, um direkt Sarche (259 m) anzusteuern. Im Dorf weist ein Schild zurück nach Pietramurata, rechts der Sarca und abseits der Hauptstraße.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour10 km
Höhenunterschied1380 m
Dauer8.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPietramurata (254 m).
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDie »Via Pisetta« mag der anspruchsvollste Klettersteig der Gardaseeregion sein, der »Che Guevara« ist ganz klar der schönste weitum. Da steht man an der Hauptstraße und guckt hinauf in den gigantischen, fast anderthalb Kilometer hohen Ostabsturz des Monte Casale, kriegt eine leichte Genickstarre dabei. »Unmöglich!« ist der erste Gedanke, »fantastisch!« der nächste. Und Superlative verdient die Ferrata; ein besonderes Kompliment gebührt allerdings Giorgio Bombardelli, der das scheinbar Unmögliche geschafft hat: eine nur mäßig schwierige Route durch diese Riesenwand zu legen, exponiert im Verlauf natürlich, steil auch und sehr lang. Wer gut drauf ist, keine Konditionsprobleme hat, wird die Tour als einen Genuss ohnegleichen erleben: la ferrata più bella del Garda!
Hinweise
Highlight: Der Klettersteig ist in allen Abschnitten ein einziges Highlight.
VerkehrsanbindungPietramurata (254 m) liegt an der Straße zum Gardasee, 21 Kilometer von Trento, 20 von Riva. Vom nördlichen Ortsende führt eine breite Straße zwischen Gewerbegebiet und Steinbruch zu einem asphaltierten Parkplatz.
GastronomieRifugio Don Zio (1610 m), bewirtschaftet Mai bis Oktober an Wochenenden.
Informationen
Gesamt 8.15 Std.; »Ferrata Che Guevara« 5 Std., Abstieg via Sarche 3.15 Std.

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