Ferrata delle Taccole

Kurze, aber sehr steile Ferrata hoch oben im Hauptkamm des Monte Baldo. Mit künstlichen Tritten und durchlaufendem Drahtseil gesichert. (Autor: Eugen E. Hüsler)
13 km
400 m
4.00 h
Vom Caval di Novezza (1433 m) entweder auf der Straße knapp einen Kilometer aufwärts, dann links auf Weg 652 (Hinweis »Rif. Telégrafo«) oder direkt in kurzen, steilen Kehren am Hang aufwärts. Die beiden Wege kreuzen sich an der 1700-Meter-Höhenmarke; hier links und diagonal bergan zum Kammweg. Links um die Punta Sascaga (2152 m) und einen weiteren Kammbuckel herum in die namenlose Scharte (2087 m) über dem Valle delle Prè (Tafel). Alternative: Von der Liftstation an der »schönen Seite« (Costabella, 1910 m) auf viel begangenem Weg bergan in die Bocchetta di Coal Santo, dann knapp unter dem gleichnamigen Gipfel (2072 m) hindurch weiter zum Passo del Cammino, einem aus dem Fels gesprengten Durchlass. Auf der Ostseite des Kamms leicht abwärts zur Scharte (2087 m). Im Geröll steil in den Karwinkel hinunter und links zum Einstieg am Wandfuß (ca. 2000 m). Hier geht’s gleich ordentlich zur Sache. Ein senkrechter Kamin macht den Auftakt, allerdings bestens gesichert (Eisenstifte, Krampen); er entlässt einen in gestuftes Felsgelände. Die Drahtseile leiten nach rechts zum Ansatz eines glatten Wandaufschwungs. Ein schmaler Riss gibt hier die Route vor, künstliche Tritte erleichtern den Kraft raubenden Aufstieg. Ein kleiner Absatz bietet Gelegenheit zum Verschnaufen, dann folgt die dritte Vertikale, der finale Kamin. Er leitet in leichtes Gelände (Routenbuch, 2115 m). Über einen letzten, ungesicherten Felsaufschwung auf die große Gipfelwiese der Vetta della Busa (2155 m). Abstieg: Kurz hinunter zum Kammweg; beim Passo del Cammino links bzw. rechts zurück zum jeweiligen Ausgangspunkt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour13 km
Höhenunterschied400 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSattel Caval di Novezza (1433 m) an der Monte-Baldo-Höhenstraße oder Bergstation der neuen Bergbahn Prada – Costabella (1910 m). Die Anlage ist von Mitte Juni bis 10. September täglich 8.30 – 17.30 in Betrieb, ab Ostern an den Wochenenden, bis etwa 20. Oktober an Sonntagen.
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterNein, ein zackiges Profil hat er nicht, dafür um so mehr Masse, der Monte Baldo (Cima Valdritta, 2218 m), besonders schön ist er auch nicht mit seinen schrundigen Flanken, die auf der Ostseite von tiefen Gräben durchzogen sind. Doch im Gegensatz zum Rosengarten hat ihn wenigstens kein sagenhafter Fluch in eine Steinwüste verwandelt, an seinen Flanken blüht es üppiger als auf den meisten südalpinen Höhen – nicht umsonst bezeichnet man ihn als »Giardino alpino d’Europa«. Und dann ist da natürlich noch das Panorama, eine grandiose Innenansicht des Alpenbogens, vom Monviso bis zu den Julischen Alpen. Zu erleben ist das allerdings jeweils nur an wenigen Tagen im Jahr, etwa nach einem reinigenden Gewitter oder wenn der Nordföhn Dunst und Smog hinausbläst in die Poebene.Klettersteigler schauen mehr aufs Eisen als in die Ferne, doch besonders eisenhaltig ist der Monte Baldo nicht gerade. Und fast könnte man meinen, die Erbauer hätten versucht, das bisschen Via ferrata auch noch bestmöglichst zu verstecken. Ganz leicht ist ja schon der »Sentiero Sega« nicht zu finden, noch besser tarnt sich die »Taccole« in den steilen Nordabstürzen der Vetta delle Buse (2155 m). Die hat einen breiten Südrücken und ist über den Monte-Baldo-Kammweg leicht erreichbar, besonders von Süden – aber nur, wenn der Costabella-Lift läuft. Etwas weiter ist der Zustieg von der »Strada Graziani« aus; dafür lässt sich der Klettersteig dann leicht mit einer (aussichtsreichen) Kamm- und Gipfelwanderung verbinden: Aufstieg zur Cima Valdritta (2218 m), Übergang zur Punta Telégrafo (2200 m), weiter zur Ferrata, dann von der Vetta delle Buse zurück bis zum Rifugio Telégrafo und auf markiertem Weg hinunter zum Ausgangspunkt, insgesamt knapp 6 Stunden.
Hinweise
Highlights: Tiefblicke auf den Gardasee, im Frühsommer Blumenpracht. Mit viel Glück im Herbst ein grandioses Panorama.
VerkehrsanbindungDie »Strada Generale Graziani« verbindet die Ortschaften an der Ostflanke des Monte Baldo; sie misst von Mori bis Caprino Veronese etwa 60 Kilometer und ist durchgehend asphaltiert. Als Ausgangspunkt für die Tour bietet sich der Sattel Caval di Novezza (1433 m) an, 36 km ab Mori. Die Talstation der neuen Bergbahnen bei Prada (958 m) erreicht man vom Gardasee-Ostufer auf guten Straßen. Bergstation beim Rifugio Chierego (1911 m).
GastronomieRifugio Telégrafo (2147 m), bewirtschaftet Mitte Juni bis Mitte September.
Informationen
Gesamt ab Caval di Novezza 4.15 Std.; Caval di Novezza – Einstieg 2.15 Std., Klettersteig 0.30 Std., Abstieg 1.30 Std. Gesamt ab Costabella 2.30 Std.; Costabella – Einstieg 1.15 Std., Klettersteig 0.30 Std., Abstieg 0.45 Std,

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