VIA FERRATA DELLA PIRAMIDE

Sehr anspruchsvolle, landschaftlich großartige Route, Brandneuer, hervorragend gesicherter Klettersteig. Durchlaufendes, straff gespanntes Drahtseil. Die ersten 25Meter sind sehr steil (K 3–4), nach oben nehmen die Schwierigkeiten eher ab. Abstieg nordseitig durch erdig-rutschige Rinnen (altes, dünnes Drahtseil) zu einem alten Kriegsweg. (Autor: Eugen E. Hüsler und Manfred Kostner)
3 km
360 m
2.00 h
Zustieg.
Vom Parkplatz neben dem Restaurant Da Strobel (2055 m) führt ein schöner Weg durch den Boscato hinauf gegen die Torri del Falzárego. Hier mündet er in eine ehemalige Militärstraße, die um ein felsiges Eck herum zum ehemaligen italienischen Kriegslazarett führt (2166 m). Den Einstieg entdeckt man jenseits der breiten Geröllrinne, die zwischen den Torri und dem Col dei Bos herabzieht: glänzendes, ganz neues Eisen. Eine unmarkierte Spur führt, leicht ansteigend, zum Felsfuß (2180 m).
Via ferrata della Piramide.
Der Auftakt ist steil, doch bietet der Fels viele kleine Tritte und Griffe. Wer erst einmal schaut und dann weiter steigt, tut sich wesentlich leichter. Nach einer kurzen Diagonalquerung, die zu einem guten Standplatz führt, folgt eine etwa 15 Meter hohe, sehr steile Verschneidung (ein alter Eisenbügel). Sie mündet in leichteres Gelände; ein Band leitet schräg nach links zu einem kurzen, senkrechten Aufschwung, der zusätzlich durch zwei Klammern entschärft wird. Nach diesem kleinen Kraftakt legt sich die Wand zurück; hier besteht eine Möglichkeit, nach links zum Abstiegsweg auszusteigen. Die wird man in aller Regel ausschlagen, würde man doch die schönste Passage der Ferrata verpassen: den herrlich ausgesetzten Quergang, an den ein steiles Wandl anschließt. Dann wird’s wieder leichter; nach einer letzten, nur kurzen Steilstufe quert die Route über ein Band nach rechts zu den letzten leichten Aufschwüngen. Über den Vorgipfel zum höchsten Punkt der Pyramide.
Abstieg.
Er führt durch eine steile, unangenehm rutschige Sandrinne hinab gegen den Graben zwischen dem Col dei Bos und den Falzáregotürmen. Ein lotteriges, uraltes Drahtseil bietet hier höchstens moralische Unterstützung. Man quert über Schrofen und Geröll hinüber zu dem alten Kriegsweg, der in Serpentinen hinabzieht zum Lazarett. Auf dem Hinweg zurück zum Parkplatz an der Falzáregostraße.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied360 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRistorante Da Strobel (2055 m) östlich unterhalb des Passo Falzárego, großer Parkplatz
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterBis vor kurzem waren in den Südabstürzen der Falzáregotürme und des Col dei Bos (2559 m) nur Kletterer unterwegs. Seit dem Sommer 2007 ist das anders; aus der Südflanke der Pyramide glänzen die Drahtseile eines brandneuen Klettersteigs: fast 250 Höhenmeter in festem Fels mit einigen luftig-steilen Passagen. Der Auftakt setzt gleich den Tarif, die anschließende fast senkrechte Verschneidung verlangt kräftigen Einsatz oder gute Klettertechnik. Ein Highlight der Route bildet dann die extrem luftige Querung hoch in der Wand, die reichlich Luft unter den Schuhsohlen, aber auch freie Sicht auf die großen Gipfel der Ampezzaner Dolomiten bietet.
Die Ferrata ist nach modernen Standards erbaut; bei den Verankerungen, die an Steilpassagen im Durchschnitt kaum anderthalb Meter auseinander liegen, schützen Gummiringe vor Verletzungen im Fall eines Sturzes. Angenehmer Nebeneffekt: kein lästiges Verhakeln der Karabiner.
Es ist geplant, die (von Alpini angelegte) Route im Jahr 2008 bis auf den Gipfel des Col dei Bos (2559 m) zu verlängern: nochmals gut 100 Höhenmeter in festem Fels. Und die (verlockende) Möglichkeit, anschließend zu den Fanisspitzen zu queren und auf der »Ferrata Tomaselli« eine Stei-gerung des Klettersteig-Feelings zu erleben. Auch wenn die Drahtseile dieses Klassikers nicht mehr so neu glänzen wie jene an der Pyramide.
Beste Jahreszeit
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 03 »Cortina d’Ampezzo«
MarkierungenZustieg von der »Großen Dolomitenstraße« nur bis zum ehemaligen Kriegslazarett markiert. Kein Hinweis auf den Klettersteig!
GastronomieBar-Ristorante Da Strobel (2055 m). Albino Michielli, vulgo Strobel, war ein Cortineser Bergführer (siehe Tour 30).
Tipps
Erläuterung zum Schwierigkeits-Grad: Von K1 - steht für: "Leicht" bis K6 - steht für: "Extrem schwierig"
Informationen
Schwierigkeit: K 3–4 (ziemlich schwierig-schwierig)

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