Via Ferrata dei Finanzieri

Recht anspruchsvolle Ferrata mit knackig verwegener Schlüsselstelle (senkrechte Bügelreihe) oberhalb der mächtigen Rampe. Der Rest ist zwar leichter, eigentliche »Erholungspassagen « fehlen aber. Die Nordwestwand liegt fast den ganzen Tag im Schatten, der Fels kann frühmorgens stellenweise vereist sein. Auf der Rampe keine Steine ablassen – Nachsteigende zeigen sich erfahrungsgemäß wenig erfreut! Auch der Abstieg ist auf fast 200 Höhenmeter noch (neu) gesichert. (Autor: Eugen E. Hüsler und Manfred Kostner)
4 km
700 m
4.00 h
Zustieg.
Bei der Seilbahnstation weist ein Schild zum Klettersteig. Auf Sandpisten steigt man kurz ab zu dem künstlichen Weiher (2090 m), dahinter dann über Geröll hinauf zum Einstieg (ca. 2160 m).
Via ferrata dei Finanzieri.
Ein Drahtseil leitet über den ersten, etwas steileren Aufschwung des Wandvorbaus. Anschließend kraxelt man ungesichert zu der mächtigen Felsrampe, die bereits während der Seilbahnfahrt (aus respektvollem Abstand) zu besichtigen war. Solide Drahtseile und ein paar Krampen sichern den Gang über die Schräge; dabei nimmt die Tiefe kontinuierlich zu. Noch weit mehr »luftige« Gefühle beschert dann die Schlüsselstelle der Route, eine senkrechte, mit Eisenbügeln gangbar gemachte 20-Meter-Verschneidung. Sie mündet in den stärker gegliederten oberen Wandteil. Über plattige Absätze und gestufte Felsen, über Schrofen und durch Rinnen leiten die fest verankerten Drahtseile hinauf zum Nordgrat des Colàc. Hier rechts und kurz zum Gipfel mit großem Panorama. Alles überstrahlend steht im Osten die Marmolada (3343 m), der höchste Dolomitengipfel, mit ihrem Gletscherdach und der berühmten Südwand. Unverkennbar ist das Profil des Langkofelmassivs, wie auch jenes der Sella (Piz Boè, 3152 m).
Abstieg.
Der Abstieg – bis zum Felsfuß fast durchgehend gesichert – führt aus der Scharte zwischen Haupt- und Nebengipfel durch eine Steilrinne (Krampen) abwärts. Eine Querung leitet in die ostseitige Schlucht, durch die man am sichernden Drahtseil weiter absteigt. Unter den Felsen leitet eine Spur rechts auf Wiesenhänge, dann steil hinauf in die Forcia Neigra (2509 m). Sie wird links flankiert von der aus fast schwarzen Ganggesteinen bestehenden Croda Neigra (2605 m) – ein starker Kontrast zu dem hellen Dolomit des Colàc.
Aus der »Schwarzen Scharte« führt ein schöner, erst vor ein paar Jahren renovierter Weg hinunter zu den Almböden von Ciampac und zurück zur Seilbahnstation.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour4 km
Höhenunterschied700 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBergstation der Ciampac-Seilbahn (2147 m); Talstation bei Alba an der Straße von Canazei zum Fedaiasee. Die Seilbahn verkehrt von Anfang Juli bis Mitte September von 8.30–12.30 Uhr / 13.30–17.30 Uhr.
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterNoch vor gut drei Jahrzehnten sah sich der markante Berg südlich über Alba in guter Gesellschaft von Gipfeln wie der Cima dell’Uomo oder dem Gran Vernel (3210 m): viel fotografiert, aber kaum bestiegen. Das hat sich im Fall des Colàc gründlich geändert; aus dem Tal des Avisio herauf führt eine Seilbahn in das (verhältnismäßig) schneesichere Skigebiet von Ciampac, und Drahtseile entdeckt man auch in den Felsen darüber. Hier zieht die »Ferrata dei Finanzieri« eine aufregend steile Linie durch die abweisend schroffe Wand zum Gipfel. Angelegt wurde sie 1980 von den im Fassatal stationierten italienischen Zöllnern (»finanzieri«), später dann mehrfach modifiziert. Heute präsentiert sich die Route in sehr gutem Zustand, mit leicht verändertem Verlauf knapp unter dem Grat und ordentlich gesichertem ostseitigem Abstieg.
Beste Jahreszeit
KartentippTabacco 1:25000, 06 »Val di Fassa e Dolomiti Fassane«
MarkierungenGut bezeichnete Steige, keine Orientierungsprobleme
GastronomieBewirtschaftete Hütten im Bereich der Seilbahn-Bergstation
Tipps
Erläuterung zum Schwierigkeits-Grad: Von K1 - steht für: "Leicht" bis K6 - steht für: "Extrem schwierig"
Informationen
Schwierigkeit: K 4 (schwierig)

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