VIA ETERNA – BRIGATA CADORE

Eine Ferrata der Superlative sollte es werden; ihr Name »Via Eterna« lässt schon anklingen, dass sich die Erbauer da Großes vorgenommen hatten. Und für Klettersteigler, die an der gigantischen Felsschräge der Punta Serauta ihr ganz spezielles Höhentraining absolvieren – aufwärts, aufwärts! –, bekommt das Wort »endlos« durchaus seinen Sinn: gut 800 Höhenmeter an dem zernarbten, im Schnitt 45 Grad steilen Rücken der Lastei. Vergleichbares, allerdings ohne sicherndes Seil, bietet in den Dolomiten bloß noch der Antelao (3264 m), und hier wie dort wird das Ganze zur Konditionsfrage. Da geht manchem vorzeitig der Schnauf aus, die Wadenmuskeln streiken und die Motivation versackt. Schade, denn die anschließende Gratüberschreitung bietet nochmals gepfeffertes Klettersteig-Feeling, ist teilweise ein herrlich luftiger Gang am Saum des Himmels. (Autor: Eugen E. Hüsler und Manfred Kostner)
3 km
1050 m
5.00 h
Kontraste.
Und dann: der Kulturschock. Eben noch die Hände am Drahtseil, den Blick auf die Felsen gerichtet, holen einen innert kürzester Zeit düstere Vergangenheit und grelle Gegenwart ein. Nach dem intensiven Landschaftserlebnis sieht man sich mit Relikten aus dem Ersten Weltkrieg konfrontiert. Und dann ist der Klettersteigler zurück in jener modernen Welt, die sich (auch) die Alpen untertan macht, sie für ihre Bedürfnisse umkrempelt. Der müde Ferratist fühlt sich zwischen all den Ausflüglern womöglich etwas fehl am Platz, nimmt aber das Angebot, am ganz dicken Drahtseil der neuen Funivia ganz bequem zu Tal zu schweben, gerne an. So bleibt ihm der Rückweg übers Gletschereis erspart. Und der ist eigentlich auch nur jemandem anzuraten, der gerade an einer Dissertation zum Thema »Freizeit- und Wegwerfgesellschaft« arbeitet ...
Sanieren!
Nicht wegwerfen, aber zumindest austauschen sollte man auch so manches Drahtseil der »Via Eterna«. Vor allem im unteren Teil der Riesenschräge befinden sich die Sicherungen in lamentablem Zustand. Bei einer Sanierung müssten dringend zusätzliche Fixpunkte eingebaut werden; die Abstände zwischen zwei Verankerungen sind vielfach unverantwortlich groß. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht »ewig« dauert, bis die Ferrata runderneuert wird, sonst bekommt ihr Name eine ganz andere Bedeutung.
Zustieg.
Vom Rifugio Passo Fedaia (2057 m) geht’s ohne Weg und Markierung über offenes Wiesengelände abwärts bis zu einer dünnen Spur, die nach rechts unter dem Sas de Mul (2301 m) hindurchläuft und über einen steinigen Hang den Beginn des Klettersteigs anpeilt (2160 m; Bronzetafel).
Via Eterna – Brigata Cadore.
Die Ferrata startet eher verhalten; den Drahtseilen folgend steigt man zunächst etwa 50 Meter in gestuftem Felsgelände an zum Ansatzpunkt der Riesenschräge. Die entpuppt sich als eine (ermüdende) Abfolge von Plattenschüssen (Lastei) und kürzeren, mehr oder weniger steilen Aufschwüngen. Auf den Felsen liegt da und dort Geröll, was für Nachsteigende das Risiko eines unfreiwilligen »Beschusses« erhöht. Die Tiefe nimmt allmählich zu, dafür füllt sich der Horizont mit immer mehr Gipfeln. Oberhalb eines Felskopfs wird der Blick zur Punta Serauta (2962 m) frei. Die Route quert, einen Zacken umgehend, nach rechts in die Felsflanke. Man übersteigt eine Spalte, dann leiten die Drahtseile sehr steil zurück zum Grat. Aus einer engen Scharte bietet sich ein Prachtblick zum Monte Pelmo (3168 m), den Riesen des Zoldano. Wenig weiter bietet sich dann die Möglichkeit zu einem Gipfelabstecher, den sich bei schönem Wetter niemand entgehen lassen wird. Die »Via Eterna« quert unter dem höchsten Punkt und folgt – abschnittweise extrem ausgesetzt und mit einigem Auf und Ab – dem lang gestreckten Südwestgrat. Besonders luftig gestaltet sich der steile, trittarme 20-Meter-Abstieg, auf den ein Balanceakt am schmalen Grat folgt – nichts für schwache Nerven! Ein langer Kamin, in dem noch ein paar Eisenstangen aus dem Ersten Weltkrieg stecken, leitet hinab auf ein Felsband. Über ein paar Krampen gewinnt man schließlich den Ausstieg der Ferrata (ca. 2880 m). Ein alter Kriegssteig (Drahtseile) führt ansteigend zur Seilbahnstation Serauta (2950 m).
Abstieg.
Mit der großen Seilbahn hinunter nach Malga Ciapela und per Bus (oder Anhalter) zurück zum Ausgangspunkt am Passo Fedaia.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour3 km
Höhenunterschied1050 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktPasso Fedaia (2056 m), Straßenübergang vom Fassa- ins Cordévoletal; Parkplatz
Endpunktwie Ausgangspunkt
TourencharakterVor allem durch seine Länge sehr anspruchsvoller Klettersteig. Die über 800 Höhenmeter bis zur Punta Serauta gehen ganz schön an die Ausdauerkraft; am Grat sind dann auch nochmehrere sehr exponierte Passagen im Auf- und Abstieg zu meistern. Großer Mangel der Ferrata: kein vernünftiger Rückweg.
Der Abstieg über den Gletscher führt durch eine alpine Müllkippe, was einemdie Freude an der schönen Route ziemlich vermiest; der landschaftlich sehr schöneWeg durch das Antermuoiatal zur Fedaiastraße weist unterhalb der Seilbahnstation verlotterte Sicherungen auf – auch nicht unbedingt empfehlenswert. Achtung: Der Klettersteig ist seit einiger Zeit offiziell gesperrt; an einer Komplettsanierung wird nach Informationen aus Rocca Piétore gearbeitet. ImSommer 2007 waren die Sicherungen vor allemimunteren Teil der Ferrata in desolatemZustand!Vor allemdurch seine Länge sehr anspruchsvoller Klettersteig. Die über 800 Höhenmeter bis zur Punta Serauta gehen ganz schön an die Ausdauerkraft; am Grat sind dann auch nochmehrere sehr exponierte Passagen im Auf- und Abstieg zumeistern. Großer Mangel der Ferrata: kein vernünftiger Rückweg. Der Abstieg über den Gletscher führt durch eine alpine Müllkippe, was einem die Freude an der schönen Route ziemlich vermiest; der landschaftlich sehr schöneWeg durch
das Antermuoiatal zur Fedaiastraße weist unterhalb der Seilbahnstation verlotterte Sicherungen auf – auch nicht unbedingt empfehlenswert. Achtung: Der Klettersteig ist seit einiger Zeit offiziell gesperrt; an einer Komplettsanierung wird nach Informationen aus Rocca Piétore gearbeitet. Im Sommer 2007 waren die Sicherungen vor allem im unteren Teil der Ferrata in desolatemZustand!Vor allemdurch seine Länge sehr anspruchsvoller Klettersteig. Die über 800 Höhenmeter bis zur Punta Serauta gehen ganz schön an die Ausdauerkraft; am Grat sind dann auch noch mehrere sehr exponierte Passagen im Auf- und Abstieg zumeistern. Großer Mangel der Ferrata: kein vernünftiger Rückweg. Der Abstieg über den Gletscher führt durch eine alpine Müllkippe, was einem die Freude an der schönen Route ziemlich vermiest; der landschaftlich sehr schönen Weg durch das Antermuoiatal zur Fedaiastraße weist unterhalb der Seilbahnstation verlotterte Sicherungen auf – auch nicht unbedingt empfehlenswert.
Achtung: Der Klettersteig ist seit einiger Zeit offiziell gesperrt; an einer Komplettsanierung wird nach Informationen aus Rocca Piétore gearbeitet. ImSommer 2007 waren die Sicherungen vor allemimunteren Teil
der Ferrata in desolatem Zustand!
Beste Jahreszeit
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 015 »Marmolada – Pelmo – Civetta«
MarkierungenDie Markierungen am Zustieg müssten dringend aufgefrischt werden.
GastronomieAn der Zwischenstation der großen Marmolada-Seilbahn
Tipps
Erläuterung zum Schwierigkeits-Grad: Von K1 - steht für: "Leicht" bis K6 - steht für: "Extrem schwierig"
Informationen
Schwierigkeit: K 4 (schwierig)
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