Via attrezzata Rino Pisetta

Ganz klar das Maß aller (Klettersteig-)Dinge der Region, wesentlich anspruchsvoller als der »Monte Albano«. Diese steile, extrem ausgesetzte Route ist bloß mit einem durchlaufenden Drahtseil gesichert, keine künstlichen Tritte. Wer am Einstieg Probleme bekommt, sollte auf jeden Fall umkehren – es wird nach oben hin nicht leichter! (Autor: Eugen E. Hüsler)
Links neben der Autowerkstätte über die Sperrschranke (Hinweistafel) und zu den ersten rot-weißen Markierungen. Auf einem Zickzackweg bergan, zuletzt über Geröll und ein paar leichte Felsen hinauf zum Einstieg (570 m). Der Auftakt – senkrecht und trittarm – sorgt gleich für eine Selektion: Wer hier bereits Probleme hat, sollte vernünftigerweise das signalisierte Angebot zum Rückzug (»Rientro d’emergenza«) nicht ausschlagen, nehmen die Anforderungen doch nach oben hin eher noch zu. Für besonderen Nervenkitzel sorgt eine praktisch trittlose Querung; atemberaubend dabei der Tiefblick auf die Häuser und Obstgärten von Sarche. Kaum weniger luftig, aber erheblich anstrengender sind dann die folgenden 50 Meter im Steilfels, nur kurz unterbrochen von einer winzigen, bewachsenen Kanzel; dann lehnt sich die Wand etwas zurück, und durch eine Rinne gewinnt man eine komfortable Terrasse (ca. 760 m), die zu einer Verschnaufpause einlädt. Nach einer kurzen, aber doch luftigen Linkstraverse folgt die Route an einem Pfeiler nochmals etwa 120 Meter nahe der Vertikale, dann sind die Hauptschwierigkeiten geschafft. Im »Libro della via« wird die erfolgreiche Begehung der »Pisetta« vermerkt; anschließend steigt man vergleichsweise gemütlich hinauf zum Gipfelgrat und über ihn zum höchsten Punkt; 2.30 Std. Abstieg: Am breiten Nordrücken des Dain Picol bergab gegen Ranzo (746 m). Vor dem Dorf links (Hinweis) zur Kapelle San Vigilio (719 m) in hübscher Lage hoch über der wilden Sarcaschlucht. Auf einer Mulattiera abwärts zu einer Rechtskehre (Wegzeiger), hier geradeaus bzw. leicht steigend, dann auf schmalem Pfad weiter hinunter zu einer Forstpiste. Man folgt ihr ein Stück weit, verlässt sie dann nach rechts und steigt ab zum Pisetta-Zustieg (ca. 480 m). Auf ihm hinunter nach Sarche.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour11 km
Höhenunterschied720 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSarche (259 m).
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterNeben dem Dain Alt (Monte Casale, 1632 m) wirkt der Dain Picol (Monte Garzolè, 971 m) ja recht mickrig, trotz seiner senkrechten Felsstirn, doch Insider wissen natürlich, dass hier (wie so oft) der Schein trügt: Die »Via attrezzata Rino Pisetta«, vor gut fünfundzwanzig Jahren (1982) eröffnet, ist der Prüfstein schlechthin für alle, die zu den »Esperti« der Zunft gehören möchten – man muss sie einfach gemacht haben. So manche/r ist allerdings schon am Berg (und seinen Ansprüchen) gescheitert, hat vorzeitig die Segel gestrichen. Klettererfahrene sind hier eindeutig im Vorteil, bietet die logisch angelegte Route doch fast überall kleine Tritte und Griffe in bestem Fels. Wer’s richtig macht, spart also viel Kraft, hat auch mehr Muße, die faszinierenden Tiefblicke auf Sarche und zum Toblinosee zu genießen.
Hinweise
Highlights: Unterwegs sein in einer Route des V. Schwierigkeitsgrades – wenn auch am Drahtseil.
VerkehrsanbindungSarche (259 m) liegt an der Straße zum Gardasee, 19 Kilometer von Trento, 22 Kilometer von Riva. Parkplatz.
GastronomieIn Ranzo (746 m).
Informationen
Gesamt 5 Std.; Zustieg 1 Std. »Via Pisetta« 2.30 Std., Abstieg 1.30 Std.

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