VIA FERRATA STROBEL (ALBINO MICHIELLI)

Steile Route am Pomagagnon (Autor: Eugen E. Hüsler und Manfred Kostner)
Zustieg.
Gegenüber vom Albergo Fiames (1293 m) weist ein Wegzeiger in den Wald. Mit den rot-weißen Markierungen steigt man kurz auf zu einer Sandstraße. Auf ihr knapp 100 Meter flach nach rechts, dann wieder bergan (Hinweisschild). Das schmale Weglein kreuzt die Trasse der längst aufgelassenen Schmalspurbahn Toblach–Cortina d’Ampezzo, steigt im Wald weiter an und mündet schließlich in eine mächtige Geröllreiße. An ihrem Rand etwas mühsam hinauf zu den Felsen und auf ein nach rechts ansteigendes Latschenband. Man folgt ihm bis zu einer Kanzel (ca. 1760 m) am Beginn der Ferrata.
Via ferrata Strobel.
Die ersten Meter sind noch ungesichert, dann übernimmt das Drahtseil die Führung: hinauf! Die ersten 60 Höhenmeter sind steil, der Fels bietet aber viele gute Tritte und Griffe, auch im engen Kamin (spreizen!). Nach dem rasanten Auftakt folgt eine kurze Querung nach links (Latschenband) zum nächsten, mit Drahtseilen versehenen Aufschwung. Anschließend leitet die Spur ungesichert auf ein weiteres Dia-gonalband, dem man bis zu einer Kanzel mit prächtigem Tiefblick auf Cortina folgt. Sie ist über einen felsigen Grat, der sich kurz steil aufschwingt (Krampen, Eisenstifte) und rechts in eine tiefe Schlucht abfällt, mit der Südwand der Punta Fiames verbunden. Hier heißt es nochmals zupacken: Eine fast 10 Meter lange Eisenleiter hilft über die erste, senkrechte Wandstufe, ein paar Klammern führen anschließend links in leichteres Gelände, Drahtseile weiter zum Ausstieg (ca. 2150 m). Steinmännchen und Trittspuren markieren den Weiterweg (kurzes Drahtseil) zum abgeflachten Gipfel der Punta Fiames (2240 m).
Abstieg.
Er führt zunächst ohne größeren Höhenverlust nordseitig um die Punta de Ra Crosc (2300 m) herum in die markante Senke der Forcella Pomagagnon (2176 m), wo die »Talfahrt« beginnen kann: im Geröll, teilweise auch auf Wegspuren, hinunter im Gravon de Pomagagnon. An seiner Mündung (ca. 1770 m) weist ein Wegzeiger links aufwärts zum Dritten Band (Terza Cengia), ein anderer talwärts nach Fiames. Im Geröll steigt man weiter ab bis Sote el Pomagagnon (1670 m; Hinweisschilder). Hier rechts (»Fiames«) aus dem Schuttstrom heraus, dann aber nicht links hinunter (wie eine deutliche Spur suggeriert), sondern kurz etwas aufwärts, unter den Felsen queren und schließlich abwärts zur alten Bahntrasse, auf die man unweit der ehemaligen Station Fiames stößt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour5 km
Höhenunterschied850 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAlbergo Fiames (1293 m) an der Straße von Cortina d’Ampezzo nach Schluderbach/ Toblach
EndpunktWie Ausgangspunkt.
TourencharakterDass der Pomagagnon (2450 m) zu den klassischen Kletterrevieren von Cortina d’Ampezzo gehört, erstaunt nicht: steil, markant geschichtet und kompakter Fels mit Wandhöhen bis zu 600 Meter bei nur mäßig langen Zustiegen. Und dazu schauen die meisten Routen nach Süden, hinunter auf die Dächerlandschaft des Nobelferienorts, was Begehungen bereits früh im Jahr und bis zum ersten richtigen Wettersturz im Spätherbst ermöglicht. Das gilt auch für die »Ferrata Strobel« an der Punta Fiames, einen beliebten, recht langen, aber nur mäßig schwierigen Klettersteig. Benannt ist er nach dem 1964 verunglückten Bergführer und Spitzenkletterer Albino Michielli, vulgo »Strobel«. Ihm glückten Anfang der 1960er-Jahre spektakuläre Erst-begehungen in den Ampezzaner Dolomiten, so am Pilastro di Rozes (VI+) und an der Punta Fiames (Südwestwand, V). Dabei kam reichlich Eisen zum Einsatz; am Rozespfeiler etwa, den die Seilschaft mit Michielli in 65 Stunden bezwang, schlugen sie nicht weniger als 350 Haken! Typisch für den Pomagagnon sind die markanten Felsbänder, alle nach Osten ansteigend, und ihnen folgt nicht nur die Ferrata, sondern auch ein besonders schöner »Spaziergang«: die Passegiata della Croda. An einigen kürzeren Stellen gesichert, lässt sie sich bestens mit dem »Strobel-Klettersteig« verbinden, gewissermaßen als »himmlischer« Abschluss eines schönen Klettersteigtags.
Hinweise
Sehr zu empfehlen ist eine Kombination mit der »Passegiata della Croda«, der teilweise gesicherten Route über das dritte Band am Pomagagnon.
KartentippTabacco 1:25000, Blatt 03 »Cortina d’Ampezzo«
MarkierungenInsgesamt ordentlich bezeichnet, ein (möglicher) Verhauer beim Abstieg bleibt in der Regel folgenlos, führt ebenfalls zum Ausgangspunkt zurück.
GastronomieUnterwegs keine
Informationen
Schwierigkeit: K 3 (ziemlich schwierig)
Tourismusbüro
Ufficio Informazioni, Corso Italia, I-32043 Cortina d’Ampezzo, Tel. +39/0436/27 11,cortina@infodolomiti.it, www.dolomiti.org

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