Untere Donau - Von Vohburg nach Kehlheim

Im beschriebenen Abschnitt ist die Donau bereits ein breiter Strom und eilt mit flotter Fließgeschwindigkeit gen Osten. Abgesehen von der starken Strömung bietet sie keine weiteren Schwierigkeiten und keine Zwangsportage trübt den Paddelgenuss. Im ersten Abschnitt haben Kanuten die Donau praktisch für sich, ab dem Kloster Weltenburg ist mit regem Ausflugsverkehr zu rechnen. (Autor: Michael Hennemann)
Der Wegverlauf.
Das Stadtbild Vohburgs wird geprägt vom Burgberg im Zentrum. Bevor wir uns in die Boote setzen, genießen wir von dort den Blick über die Dächer der Stadt und die Ebene des Donautals. Ein Fremdenverkehrsprospekt verrät uns, dass der Berg schon in der mittleren Bronzezeit bewohnt war, wie Scherbenfunde aus der Zeit um 1500 v.Chr beweisen. Gut zu erkennen von hier oben ist auch das Kleine Donautor, ein zweigeschossiger gotischer Bau, der den Südeingang zum Marktplatz bildet und das Wahrzeichen der Stadt ist.
An der Agnes-Bernauer-Brücke hat die Gemeinde eine schöne Zeltwiese und eine gute Einsatzstelle angelegt, die wir gerne nutzen. Sofort nach dem Ablegen erfasst uns die flotte Strömung und transportiert uns, je nach Wasserstand, mit 6–8 Kilometern in der Stunde gen Kehlheim. Schnell ist daher nach etwa 4 km Schloss Wackerstein erreicht und damit der Beginn eines NATO-Wasserübungsplatzes. Daher sind auf einer Länge von 2000 m beide Ufer militärisches Sperrgebiet und wir achten auf eventuelle Spannseile im Wasser.
Neustadt an der Donau liegt zwar nicht direkt am Fluss, das spätgotische Rathaus aus dem späten 15. Jahrhundert als Mittelpunkt der Stadt ist aber einen kurzen Landgang wert.
Etwa 1 km hinter dem Zufluss der Abens achten wir auf die Seilfähre in Eining. Am rechten Ufer laden ein schöner Rastplatz, ein Imbiss und das Römerkastell Abusina zum Anlegen ein. Von hier an verlief der Limes durch das Land dem Rhein zu und schützte nördlich der Donau die Grenze des Römischen Reiches gegen Überfälle der germanischen Stämme. Er diente aber nicht nur als Schutz vor Feinden, sondern auch der Kontrolle des Handels entlang den Grenzen und darüber hinweg. Die einzelnen Wachtürme wurden während einer ersten Ausbauphase durch Palisaden verbunden. Erst in der Mitte des 2. Jahrhunderts wurde der Schutzwall als Steinmauer errichtet.
Nun ist es nicht mehr weit bis zur Weltenburger Enge, in der sich die Donau in einer engen Schlucht den Weg durch die harte Kalktafel des Oberen Jura bahnt. Ein großer Parkplatz am rechten Ufer und eine Seilfähre sind die ersten Vorposten des Kloster Weltenburg, etwas später können wir am breiten Kiesstrand vor dem Kloster anlegen. Etwa um 610 n.Chr., nach dem Untergang des Römischen Reiches gegründet, ist es das älteste Kloster Bayerns. Bereits um 1050 wurde die Klosterbrauerei in Handschriften erwähnt und es gehört fast zum Pflichtprogramm einer Paddeltour auf der Donau, unter den schattigen, alten Bäumen im Klosterhof den kühlen Trunk des dunklen Klosterbieres zu genießen.
Nach der Rast paddeln wir vorbei an senkrecht aufsteigenden Felswänden, die so fantasievolle Namen tragen wie »Römerfelsen«, »Eidechse« oder »Räuberfelsen«. Am linken Ufer ragt die »Lange Wand« auf, an der große Eisenhaken angebracht sind, die die Kahnkapitäne früherer Zeiten nutzten, um ihre Boote mit Haken gegen die Strömung flussaufwärts zu ziehen. Bald thront vor uns die Befreiungshalle in Kehlheim auf dem hoch aufragenden Michelsberg als Wahrzeichen über der Stadt. Den Rundbau ließ König Ludwig I. von Bayern als Erinnerung an die Befreiungskriege gegen Napoleon durch den Münchener Baumeister Leo von Klenze in 21 Jahren von 1842 bis 1863 errichten. Trotz der noch großen Entfernungen können wir die riesigen Abmessungen des Bauwerks erahnen. Schon das Eingangstor misst stolze 7 m. Die Rotunde ist 45 m hoch, zählt man die großzügige Treppe hinzu, sogar 60 m. Der Innenraum ist mit vielfarbigem Marmor verkleidet und in den Boden ist ein Marmormosaik eingelassen. Ein Besuch lohnt aber nicht nur wegen der Halle an sich, sondern auch wegen des herrlichen Panoramablicks von der Außengalerie (Öffnungszeiten April bis September täglich 9–18 Uhr, Donnerstag 9–20 Uhr, Oktober bis März täglich 9–16 Uhr).
Bevor wir aber einen Ausflug zur Befreiungshalle unternehmen, ist erst einmal noch ein kleines Stück zu paddeln. Am Ende des Donaudurchbruchs liegt am linken Ufer das Vereinsgelände des Kanu Club Kehlheim. Direkt daneben liegt das Klösterl. Aus einer großen Felsgrotte errichtete hier 1450 der Antonius von Siegenburg seine Einsiedelei und eine kleine Kapelle zu Ehren des hl. Nikolaus. Das Dach der Kirche wird von dem weit überhängenden Stein der Felsen gebildet. Heute lädt hier eine Wirtschaft mit Biergarten zu einer Rast ein.
Am linken Ufer warten die Ausflugsdampfer auf Touristen, dahinter legen wir direkt vor einem Großparkplatz an und beenden unsere Tour. Ab Kehlheim ist die Donau Bundeswasserstraße und wer am gemütlichen Camping auf dem Bauernhof in Herrnsaal übernachten möchte, folgt der Donau noch knapp 5 km flussab.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour28 km
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
Ausgangspunktam Wasserwanderrastplatz in Vohburg, direkt an der Agnes-Bernauer-Brücke der B16a über die Donau
EndpunktKehlheim, hinter den Anlegestellen der Ausflugsboote, am linken Ufer
TourencharakterHöhepunkt dieser schönen Tagestour ist zweifellos der Donaudurchbruch. Zwischen Weltenburg und Kehlheim hat sich die Donau einen imposanten Weg durch den Kalk des Fränkischen Juras gebahnt und schiebt den Paddler mit rasanter Strömung und beachtlichen Wellen vorbei an schroff aufragenden Felswänden.

Befahrbarkeit.
Ganzjährig
Befahrungsregeln.
Am NATO-Wasserübungsplatz bei Wackerstein besteht ein Uferbetretungsverbot und es sind kurzfristige Sperrungen möglich. Keine weiteren Einschränkungen auf dem beschriebenen Abschnitt.
Hindernisse.
Am NATO-Wasserübungsplatz bei Wackerstein auf Spannseile im Wasser achten. Besonders im Donaudurchbruch schnelle Strömung und reger Ausflugsbootsverkehr.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungAutobahn A9 bis zur Ausfahrt 61 Ingolstadt-Nord, weiter auf der B16a bis Vohburg. Transfer - Mit dem Bus nach Saal/Bahnhof und weiter mit der Regionalbahn (Richtung Ingolstadt) nach Vohburg
GastronomieBiergärten im Kloster Weltenburg und am Gasthaus Klösterl
Tipps
Altmühltal- Panoramaweg. Oberhalb des Klosters Weltenburg endet der Altmühl- tal-Panaromaweg nach 200 abwechselungsreichen Kilometern. Die neu eröffnete Strecke im Naturpark Altmühltal verknüpft das Wandern mit Kultur und Landschaftserlebnissen entlang der Altmühl. Zusätzlich zu der Hauptroute gibt es 20 Abstecher und Seitenwege, die als gut an einem Tag zu bewältigender Rundkurse zu Sehenswertem abseits der Route führen. Weitere Informationen gibt es unter www.naturpark- altmuehltal.de
Verleih
Nautilus, Tel. - 09401/51295, www.kanu- outdoor.de
Informationen
Die deutsche Limes-Straße. Zusammen mit dem Hadrianswall in England wurde der Limes als Bestandteil eines »Transnationalen Weltkulturerbes« mit dem Namen »Grenzen des Römischen Reichs« ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Die Deutsche Limes-Straße führt den Besucher auf einer etwa 700 Kilometer langen Strecke entlang des teilweise noch heute zu erkennenden Grenzwalls vorbei an original römischen Relikten, Rekonstruktionen, Ausgrabungen und Nachbauten. Neben der Route für Autofahrer gibt es auch den einheitlich beschilderten Deutschen Limes-Radweg. Informationen und Kartenmaterial gibt es beim Verein Deutsche Limes-Straße, Tel. - 07361/522361, www.limesstrasse.de
Unterkunft
Zeltmöglichkeit in Vohburg, Camping und Strohherberge auf dem Bauernhof in Kehlheim/Herrnsaal, Tel./Fax 09441/9607, www.campingbauernhof.de
Tourismusbüro
Stadt Vohburg, Ulrich-Steinberger-Platz 12/13, 85088 Vohburg, Tel.: 08457/92920, www.vohburg.de; Touristinformation der Stadt Kelheim, Ludwigsplatz 14, 93309 Kelheim, Tel.: 09441/701234, www.kelheim.de

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