Lachte - Von Jarnsen nach Celle

Diese spannende Kleinflusstour führt mit zügiger Strömung und in engen Kurven durch ein herrliches Waldgebiet. Der Wasserstand der Lachte hängt sehr stark von den Niederschlägen ab; im Frühling und Sommer reichen drei Wochen ohne Regen aus, um die Befahrung problematisch oder unmöglich zu machen. (Autor: Michael Hennemann)
Der Wegverlauf.
Unsere Lachte-Tour beginnt an der Straßenbrücke zwischen Beedenbostel und Jarnsen. Ein Blick auf Uhr und Pegel bestätigt uns, dass einem Start nichts entgegensteht. Es ist später Vormittag, und die Bedingungen sind gut. In den letzten Tagen hat es kräftig geregnet, und der Wasserstand ist so hoch, dass der Pegel nur noch gerade aus der Wasseroberfläche lugt und der Steg unter der Brücke überspült ist.
Sofort entführt uns die zügige Strömung in einen wildromantischen Wald, und der erste quer im Bach liegende umgestürzte Baum lässt nicht lange auf sich warten. Wir nehmen etwas Anlauf und rutschen mit unserem robusten Kajak problemlos darüber hinweg. Auch im weiteren Verlauf fordert uns die Lachte mit zahlreichen Baumhindernissen heraus; in den meisten Fällen lassen sie aber genug Platz, sodass wir uns darunter durchducken können, oder sie sind so flach, dass wir mit etwas Schwung darüber hinwegrutschen. Wir erreichen erst die Straßenbrücke Beedenbostel–Ahnsbeck, dann grüßt vom rechten Ufer das Vereinsgelände des KC Lachendorf.
Gut 3 km nach dem Start nimmt die Strömung ab – ein sicheres Signal für das Wehr der Papierfabrik Drewsen, von der wir als Erstes einen großen Schornstein sehen. Schon seit 1538 wird in Lachendorf Papier hergestellt, und die Papiermühle ist somit eine der ältesten in Deutschland.
Das Wehr ist über eine einfache Holzrutsche in der Mitte befahrbar, doch sollten sich nur erfahrene Kanuten auf dieses spritzige Abenteuer einlassen. Bei der Anfahrt orientieren wir uns an dem von oben sichtbaren Holzbalken, der die rechte Begrenzung der Holzrutschbahn markiert. Beim Eintauchen am Ende der flotten Rutschpartie sind wir froh, dass die Spritzdecke geschlossen ist und wir den Stützschlag beherrschen. Wer dieses Hindernis lieber umtragen möchte, legt rechts oberhalb des Wehrs an und findet dort einen Trampelpfad ins Unterwasser. Wir verhalten uns dabei ruhig und bleiben auf dem Weg, da die Umtragestrecke über Privatbesitz führt. Hinter dem Wehr paddeln wir unter mehreren Brücken für ein kurzes Stück durch das Werksgelände der Papierfabrik; das Anlegen ist hier verboten.
Ein paar Paddelschläge weiter erreichen wir am Feuerwehrgerätehaus den Anleger Lachendorf. Parkbänke direkt am Lachteufer und das nahe kleine Einkaufszentrum mit Stehcafé und einem griechischen Restaurant laden zur Rast ein. Anschließend paddeln wir an schönen Häusern mit gepflegten Vorgärten vorbei. Dann schlängelt sich die Lachte wieder durch eine herrliche Waldwildnis, und wieder zwingt uns der ein oder andere um- gestürzte Baum zu Verrenkungen im Boot oder einem Balanceakt, um die Boote über das Hindernis zu ziehen.
An der nächsten Straßenbrücke gibt es noch einmal einen Rastplatz mit Kanuanleger; danach öffnet sich die Landschaft, und wir paddeln durch weite Wiesen. Bald teilt sich der Wasserlauf, und nach rechts zweigt über einen Sohlabsturz der Freitaggraben ab. Wir halten uns links und rauschen mit ordentlicher Strömung durch einen nur wenige Meter breiten Kanal, bis vor uns die ersten Häuser von Lachtehausen auftauchen. Die Bewohner scheinen schlechte Erfahrungen mit Paddlern gemacht zu haben – mehr als ein Schild weist darauf hin, dass die Ufer in Privatbesitz sind und wir hier keinesfalls anlegen dürfen. Den öffentlichen Anleger finden wir vor der Straßenbrücke rechts.
Es folgen knapp 2 km Wiesenlandschaft ohne nennenswerte Baumhindernisse, ehe wir allmählich das Mündungsgebiet erreichen und Weiden und Erlen die Ufer säumen. Hinter der Fußgängerbrücke mündet die Lachte in die Aller, und wir wenden uns nach rechts, der Residenzstadt Celle entgegen. Vorbei an den Bootshäusern der Wassersportvereine am linken Ufer und der venezianischen Gondel vor dem Ristorante »La Buca« unterfahren wir erst eine Fußgänger-, dann die Straßenbrücke. Direkt dahinter legen wir rechts am Steg an und müssen das Celler Wehr umtragen. Die Portage führt uns vorbei an den Häusern durch eine große Metallpforte, und wir können am großen Sandstrand wieder einsetzen. Wir überqueren die Aller zum gegenüberliegenden Ufer, wo hinter dem Sandstrand der Parkplatz Schützenplatz einen guten Tourenendpunkt darstellt. Das Parken auf dem Schützenplatz selbst ist kostenpflichtig und zeitlich begrenzt. Auf dem angrenzenden Behelfsparkplatz ein paar hundert Meter weiter können wir die Pkws aber auch für einen längeren Zeitraum abstellen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour20 km
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktSteg unter der Straßenbrücke Jarnsen–Beedenborstel.
EndpunktParkplatz Schützenplatz hinter dem Wehr in Celle.
TourencharakterDie Lachte führt auf ihrem Weg zur Aller wildromantisch durch ein waldreiches Gebiet und bietet eine Reise in die Stille der unberührten Natur abseits des hektischen Alltagstrubels.
Befahrbarkeit.
Zeitliche Einschränkung siehe Befahrungsregeln.
Befahrungsregeln.
Ab der Straßenbrücke in Jarnsen darf die Lachte vom 16.5.–14.10. mit Kajaks und Canadiern (Boote bis 6 m Länge und 1 m Breite) täglich von 9–18 Uhr in Fließrichtung befahren werden (DKV-Mitglieder dürfen ganzjährig paddeln; Ausweis mitführen!). Die Boote müssen außenbords gekennzeichnet sein (bei DKV-Mitgliedern Bootsname, Vereinsname, Ortsangabe; bei nicht organisierten Kanusportlern Personal- oder Reisepassnummer). Zusätzlich gilt eine Pegelregelung: Es darf nur gestartet werden, wenn der Pegel an der Einsatzstelle im grünen Bereich liegt. Ein relativ aktueller Pegelstand der Lachte findet sich unter www.fluss- erlebniss.de.
Hindernisse.
Lachendorf: Wehr, kann von erfahrenen Kanuten auf einer einfachen Holzrutsche befahren werden. Celle: Wehr, am rechten Ufer umtragen.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungVon Celle über Lachtehausen und weiter auf der L282 bis Beedenbostel; von dort weiter nach Jarnsen. Transfer: Mo–Fr mehrmals täglich Verbindung mit der Buslinie 30 vom ZOB in Celle nach Jarnsen (Fahrtzeit knapp 45 Min.; Fahrplan unter www.cebus-celle.de).
GastronomieLachendorf - griechisches Restaurant »Xenos« ca. 200 m vom Bootsanleger. Celle: breites gastronomisches Angebot in der Altstadt.
Verleih
Müden/Aller - Krügers Kanuvermietung, Molkereiweg 1, Tel. 05375/ 2585, www.kanu-krueger.de; Meyers Kanatour, Wolthäuser Str. 20, Tel. 05143/93015, www.kanatour.de.
Unterkunft
Einzige Zeltmöglichkeit an der Lachte beim Kanu-Club Lachendorf, Jarnser Str. 38, 29331 Lachendorf, Tel. 05145/6611. Öffentliche Campingplätze nur an der nahen Aller (—> Tour 11).
Tourismusbüro
Tourismus Region Celle, Markt 14–16, 29221 Celle, Tel. 05141/1212, www.region-celle.de.