Fulda

Die Fulda mit ihrem Ursprung in der Rhön ist ein klassischer Wanderfluss ohne besondere Schwierigkeiten. In der beschaulichen Mittelgebirgslandschaft Waldhessens hat sich die Fulda ein breites Tal gegraben, an das sanft gewellte Wiesen und steile Waldhänge angrenzen. Neben romantischer Natur hat die Tour aber auch kulturhistorisch einiges zu bieten und sehenswerte Fachwerkstädte laden zu einem Landgang ein. (Autor: Michael Hennemann)
Der Wegverlauf.
Bevor wir unsere Boote in Hersfeld, das sich seit 1949 mit dem Prädikat »Bad« schmücken darf, zu Wasser lassen, absolvieren wir das touristische Pflichtprogramm und schlendern vom Marktplatz an den Patrizierhäusern aus gotischer Zeit mit nachträglich überformten Renaissancegiebeln vorbei zur Stiftsruine, in der im Rahmen der Bad Hersfelder Festspiele Opern, Konzerte, Musicals und Theaterstücke aufgeführt werden. Vom Katharinenturm mit der Lullusglocke erblicken wir schon das Wahrzeichen der Stadt, die Stadtkirche mit ihrem Kirchturm, und beenden am Rathaus unseren kurzen Stadtrundgang.
Gleich nach dem Start in Bad Hersfeld fahren wir unter einer Eisenbahn- und diversen Straßenbrücken hindurch und wundern uns, wie grün und idyllisch die Fulda hier trotz der Stadtnähe ist. In sanften Schleifen schlängelt sie sich dahin, macht dann einen Knick nach Nordwesten und führt hinter einer Brückenbaustelle (2005) in einem begradigten Abschnitt direkt auf die Bahnschienen zu. Danach tauchen am linken Ufer die Häuser von Friedlos auf und die Fulda wendet sich von der Bahnstrecke und der Straße ab. Einige Paddelschläge weiter steuern wir unsere Kajaks ans linke Ufer, um das Wehr in Mecklar kurz zu umtragen.
An der nächsten Straßenbrücke bietet sich am rechten Ufer der Gasthof Zur Linde für eine Pause an. Da die Fulda ab Mecklar Bundeswasserstraße ist, informieren uns nun Kilometertafeln am rechten Ufer über den Fortschritt unserer Tour. Nach einer weiteren Brückenbaustelle (2005) geht es vorbei an steilen Kiesufern und baggerseeartigen Ausbuchtungen zu beiden Uferseiten.
In einer etwas engeren Kurve guckt uns, mindestens eben so erstaunt wie wir, ein Fuchs mit einem riesigen Fisch im Maul vom Ufer entgegen. Nach einer Schrecksekunde verschwindet er im Gebüsch. Eine Eisenbahnbrücke kündigt das nahe Bebra an. Nachdem wir kurz hintereinander zwei Straßenbrücken passiert haben, steuern wir den Schwimmsteg in Breitenbach an, um uns auf dem gemütlichen Rastplatz die Beine zu vertreten.
Über dem linken Ufer erhebt sich ein kleiner Berg und die Fulda verläuft im folgenden Abschnitt idyllisch durch das Naturschutzgebiet Forbachsee bei Bebra (Uferbetretungsverbot). Ab Lispenhausen beginnt die Staustrecke vor dem Wehr in Rotenburg und die Fulda teilt sich in zwei Arme. Links liegt eine seenartige Erweiterung. Wir paddeln aber im rechten Arm weiter, bis die 11-km-Tafel das Ende der Etappe einläutet und wir am rechten Ufer, gegenüber von einem Turm, am Steg des Campingplatzes in Rotenburg anlegen. Von hier sind es nur wenige Meter in die malerische Altstadt mit vielen hübschen Fachwerkhäusern, wo wir auf dem mittelalterlichen Marktplatz den Tag ausklingen lassen. Am nächsten Morgen brauchen wir nicht lange zu paddeln, bis die ersten Fachwerkhäuser von Rotenburg bis ans Ufer reichen und sich in der ruhigen Wasseroberfläche spiegeln. Wir legen am linken Ufer an, um das Wehr in Rotenburg zu umtragen, und rollen mit unserem Bootswagen auf einem Radweg zu Füßen der alten Häuserfassaden etwa 100 Meter, bis wir unsere Kajaks unter der blauen Straßenbrücke wieder einsetzen können.
Auf den nächsten Kilometern wird es sehr beschaulich und an leichten, bewaldeten Hängen entlang gleiten wir durch eine grüne Landschaft. Nur die ein oder andere Straßenbrücke erinnert uns daran, dass die Zivilisation nicht weit ist. Hinter der Straßenbrücke in Alheim lockt am linken Ufer ein Rastplatz zu einem Picknick.
Zu Füßen der Häuser und Getreidespeicher von Morschen liegt das dritte Wehr der Tour. Ganz am linken Ufer liegt die Selbstbedienungsschleuse. Von der Ein- und Aussatzstelle an der Straßenbrücke hinter dem Wehr machen wir einen kurzen Landgang zum nahen Kloster Haydau in Altmorschen, einem gut erhaltenen Zisterzienserkloster aus dem Jahre 1235.
Markante Punkte des letzten Abschnittes sind die ICE-Trasse der Verbindung Hannover–Würzburg und zunächst die Straßenbrücke von Binsförth, dann die von Beiseförth.
Etwa 30 Meter dahinter legen wir am rechten Ufer am Campingplatz an. Bevor ich mit der Bahn das Auto aus Bad Hersfeld nachhole, statten wir dem Korbmachermuseum einen Besuch ab, das in einem kleinen Fachwerkhaus über dieses in der Region wichtige Handwerk informiert.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour44 km
Dauer10.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktAm Wehr in Bad Hersfeld. Die eigentliche Einsatzstelle liegt am gegenüberliegenden Ufer, das Sie über die Metallbrücke erreichen. Das Auto kann unter der Brücke geparkt werden.
EndpunktAnleger hinter der Straßenbrücke am Campingplatz in Beiseförth.
TourencharakterDie Fulda zählt zusammen mit Werra und Weser zu den klassischen Flusswanderungen. In sanften Bögen windet sie sich durch ein weites Tal, vorbei an kleineren Dörfern und der Landgrafenstadt Rotenburg, deren eindrucksvolle Fachwerkbauten bis ans Ufer reichen.

Befahrbarkeit - Ganzjährig.
Befahrungsregeln: Abgesehen von einigen Naturschutzgebieten, die man ruhig, zügig und ohne anzulanden durchqueren sollte, gibt es keine Einschränkungen.
Hindernisse: Wehre in Mecklar und Rotenburg, beide problemlos zu umtragen; Selbstbedienungsschleuse in Altmorschen.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungA4 Ausfahrt 32 Bad Hersfeld, weiter auf der B62 Richtung Alsfeld. Hinter der Brücke über die Haune rechts ab Richtung Stadtmitte und direkt hinter der Brücke über die Fulda rechts ab ins Gewerbegebiet. Dort auf der ersten Straße nach rechts bis zum Ende und wieder rechts. In der folgenden Kurve links ab über die Bahnschienen und unter der Straßenbrücke zum Wehr in Bad Hersfeld.
GastronomieGasthof Zur Linde in Mecklar.
Verleih
Kanu Vöhl, Tel. 06451/23339, www.kanu- tour.com; Erlebnistouren Odenhardt, Tel. 05621/74391, www.eder-kanu.de
Informationen
Transfer - Gute Bahnverbindung von Beiseförth nach Bad Hersfeld.
Unterkunft
Hotels und Campingplätze entlang der Fulda (15.04.–15.10. - Tel. 06623/ 5556; 16.10.–14.04.: Tel. 06623/ 933133); Campingplatz in Beiseförth, Tel. 05664/932246, www.schwimmbadcafe-campingplatz-beiseförth.de
Tourismusbüro
Bad Hersfeld Tourist- Information e.V., Am Markt 1, 36251 Bad Hersfeld, Tel. 06621/ 201274, www.bad-hersfeld.de/ touristik/; Touristinfo Rotenburg, Weingasse 3, 36199 Rotenburg a.d. Fulda, Tel. 06623/5555, www.rotenburg.de; Kurhessisches Bergland, Parkstraße 6, 34576 Homberg (Efze), Tel. 05681/775480, www.kurhessisches-bergland.de; Region Kassel-Land e.V., Bahnhofstr. 26, 34369 Hofgeismar, Tel. 05671/ 507530, www.kassel-land.de; Touristik-Service Waldhessen, Friedloser Straße 6, 36251 Bad Hersfeld, Tel. 06621/620444, www.waldhessen.de