Fuhse - Von Uetze nach Celle

Auf den ersten Kilometern nach Uetze herrliche Waldwildnis mit einigen Baumhindernissen und engen Kurven; danach problemloses, begradigtes, aber dennoch recht schönes Heideflüsschen. (Autor: Michael Hennemann)
Der Wegverlauf.
Schon beim Start wird deutlich, dass die Fuhse auf der Landkarte der Kanutouristikanbieter ein weißer Fleck ist. Während an den Einstiegsstellen der beliebten Heideflüsse fast immer reger Trubel herrscht, sucht man einen ausgebauten Kanuanleger in Uetze vergebens. Eine gute Einsatzstelle finden wir unter der Straßenbrücke kurz hinter dem Ortsausgang von Uetze in Richtung Bröckel. Die Autos können wir für die Tourdauer schräg gegenüber auf dem großen Parkplatz des Gasthofs abstellen.
Gleich nach dem Ablegen erfasst uns auf der hier nur wenige Meter breiten Fuhse eine recht zügige Strömung und trägt uns kurvenreich durch den Wald. Bald versperrt ein erster Baumverhau, an dem sich mehrere Bäume und Treibgut ineinander verheddert haben, die gesamte Flussbreite. Mit etwas Probieren, Ziehen und Schieben bahnen wir uns einen Weg durch das Hindernis und genießen anschließend die Stille der romantischen Waldstrecke. Einzelne Löcher in den Baumkronen zaubern Lichtkleckse auf den Waldboden. Feingliedriger Farn und geäderte Buchenblätter leuchten im Gegenlicht, und hin und wieder platschen Eicheln in den Fluss.
Hinter der Straßenbrücke wird die Landschaft offener; trotzdem versperrt in der nächsten Kurve noch ein Baum die Weiterfahrt, und wir müssen uns und die Boote balancierend über den Baumstamm ziehen. Von rechts vereint sich die Erse mit der Fuhse, und es folgt eine kleine Stufe, die aber kein Problem darstellt.
Die folgende Straßenbrücke zwischen Wathlingen und Bröckel bietet eine gute Einstiegsstelle für die Paddler, die den zwar idyllischen, aber nicht ganz einfachen ersten Abschnitt der Fuhse-Tour auslassen wollen. Nun etwas breiter und deutlich begradigt, sucht sich die Fuhse ohne weitere Hindernisse ihren Weg nach Norden. An den Ufern schillern die blauen Körper der gebänderten Prachtlibellen und die an Orchideen erinnernden rosaroten Blüten des Springkrauts.
Die weiteren Stationen sind erst die Straßenbrücke Wathlingen–Eicklingen, dann die Brücke in Nienhagen. Ein paar hundert Meter weiter liegt am linken Ufer der Anleger des Kanuvereins, wo Bänke und Tisch zu einer Pause einladen, bevor der letzte Etappen- abschnitt bis Celle in Angriff genommen wird.
Knapp 1 km weiter zweigt nach links in nordwestliche Richtung der Fuhsekanal ab, der aber so unscheinbar ist, dass man ihn nur wahrnimmt, wenn man darauf achtet. Die Fuhse wendet sich nach Norden und fließt vorbei an Sonnenblumenfeldern, Maisäckern und Pferdeweiden gen Celle. Hier finden wir, nachdem wir eine Eisenbahn- und zwei Straßenbrücken hinter uns gelassen haben, am rechten Ufer die Treppenstufen der Ausstiegsstelle am Parkplatz Schulzentrum Burgstraße.
Ein paar hundert Meter weiter flussabwärts hinter der Straßenbrücke der B3 liegt am Ufer der Fuhse das Landgestüt Celle, das mit seinen Zuchthengsten jährlich ca. 8000 Stuten in Niedersachsen deckt und so die hannoversche Reitpferdezucht sichert. Vom Parkplatz sind es nur wenige Schritte bis zum Französischen Garten im Süden der historischen Altstadt, der heute trotz seines Namens ein Landschaftspark im englischen Stil ist. Ursprünglich gegen Ende des 17. Jh. als barocker Hof- und Lustgarten angelegt, wurde in den Jahren 1695 und 1696 eine doppelte Lindenallee gepflanzt, die dem Garten die bis heute bestehende dominante Mittelachse in Ost-West-Richtung verlieh. Als Celle 1705 die Funktion als Residenzstadt verlor, wurde der Garten vernachlässigt, und erst Mitte des 19. Jh. erfolgte die schrittweise Umwandlung in einen englischen Landschaftspark.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour21 km
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktFuhsebrücke am Gasthof »Wilhelmshöhe« in Uetze.
EndpunktParkplatz Schulzentrum Burgstraße in Celle.
TourencharakterDie Fuhse ist kaum kanutouristisch erschlossen und daher ein ideales Revier für Individualisten, die auf Entdeckungstour gehen wollen und die Ruhe abseits der bekannten Wasserwege in der Lüneburger Heide suchen.
Befahrbarkeit.
Ganzjährig.
Befahrungsregeln.
Keine Einschränkungen.
Hindernisse.
Auf den ersten 4 km zahlreiche Baumhindernisse.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungA37 bis Ausfahrt 2 (Burgdorf), dann weiter auf der B188 über Burgdorf nach Uetze. Vor der Brücke über die Fuhse nach links auf die Straße Richtung Bröckel; dort nach 500 m Einsatzmöglichkeit unter der Brücke (Parken gegenüber beim Gasthof). Transfer: Keine direkte Busverbindung zwischen Celle und Uetze; schöne Alternative zum Umsetzen mit einem zweiten Auto ist eine Radtour über einsame Wald- und Feldwege von Celle über Nienhagen und Wathlingen nach Uetze.
GastronomieLandhaus »Wilhelmshöhe« am Einstieg, unterwegs keine Einkehrmöglichkeiten.
Verleih
Keiner.
Unterkunft
Uetze - Campingplatz am Irenensee (nicht direkt an der Fuhse), Fritz- Meinecke-Weg 2, 31311 Uetze, Tel. 05173/98120, www.irenensee-camping.de; Landhaus »Wilhelmshöhe«, Marktstr. 13, 31311 Uetze, Tel. 05173/ 922083. Nienhagen: für DKV-Mitglieder Zeltmöglichkeit am Bootshaus der Kanuabteilung des SV Nienhagen, Ansprechpartner Günter Thielbeer, Tel. 05144/92733, www.svn-kanu.homepage.t-online.de.
Tourismusbüro
Tourismus Region Celle, Markt 14–16, 29221 Celle, Tel. 05141/1212, www.region-celle.de.