Alster - Von Poppenbüttel zur Außenalster

Obwohl die Alster das Zentrum Hamburgs bildet und die Großstadt nie fern ist, mäandert der Fluss durch eine stellenweise fast urwüchsig anmutende Landschaft. Zunächst geht es mit leichter Strömung durch Wald und Wiesen, dann tauchen die ersten prächtigen Häuser an den Ufern auf, deren Gärten bis ans Wasser reichen. (Autor: Michael Hennemann)
Der Wegverlauf.
Startpunkt unserer Tour auf der Alster ist das Wehr in Poppenbüttel. Unterhalb der Gaststätte und Bar The Locks und dem Kanuverleih Marienhof lassen wir unsere Kajaks zu Wasser. Die Alster scheint hier die Großstadt nur zu ahnen und wir paddeln durch einen grünen Blättertunnel. Bemooste Baumstümpfe ragen aus dem Wasser und es ist absolut still. Nur manchmal klingelt ein Radfahrer auf dem Alsterwanderweg einen Spaziergänger aus dem Weg, und ab und zu schüttelt sich am Ufer ein Hund nach einem Bad in der Alster das Wasser aus dem Fell.
Nach kurzer Zeit zieht am linken Ufer eine Wiese vorbei, die Grillstelle an der Wellingsbütteler Landstraße. Hier wird gerne gegrillt, Fußball oder Frisbee gespielt oder sich einfach ausgeruht. Nach zahlreichen Fußgängerbrücken erreichen wir am rechten Ufer das Vereinsheim mit DKV-Kanustation des VfW Alstereck. Gut einen halben Kilometer weiter wartet nach der U-Bahn-Brücke am linken Ufer das Bootshaus des VfW Oberalster mit angeschlossener Gaststätte.
Nächste Möglichkeit für einen Landgang bietet die Gaststätte mit Tret-, Ruderboot und Kanuverleih am linken Ufer und wenig später erreichen wir die Schleuse Ohlsdorf/Fuhlsbüttel und damit die einzige Portage der Tour. Wir legen am Steg auf der rechten Uferseite an und können die Boote über eine Rollenbahn leicht umsetzen.
Im 15. Jahrhundert kam der Wunsch auf, eine Schiffsverbindung von Hamburg nach Lübeck einzurichten, und es entstand der Plan für den Bau eines Kanals zwischen Alster und Trave. Wie so viele waghalsige Projekte wurde der kühne Traum nie ganz verwirklicht, aber immerhin wurde die Alster damals bis Stegen bei Alster-Kilometer 16,5 schiffbar und man konnte Waren nach Hamburg und Gefangene aus der Stadt nach Fuhlsbüttel und die Verstorbenen zum Friedhof in Ohlsdorf transportieren. Zehn der damaligen Schleusen gibt es heute noch und die alten Treidelpfade bildeten die Grundlage für den heutigen Alsterwanderweg.
Hinter der Schleuse ist die bislang teilweise erstaunlich kräftige Strömung kaum noch spürbar. Die Alster ist ab hier ein kanalisiertes, stehendes Gewässer und wird peu à peu breiter. Vorbei am Bootshaus mit Zeltmöglichkeit des Alster-Canoe-Club am rechten Ufer und der Abzweigung des Isebekkanals nähert sich die Alster breit und gerade der Hansemetropole. Die Ufer werden immer städtischer und statt Wald begleiten uns Straßen und Brücken. Je näher wir dem Stadtzentrum kommen, desto vielfältiger werden die Wasserfahrzeuge. Zu den Mietcanadiern und Paddelbooten gesellen sich Ruder- und Tretboote. Nachdem wir unter der Krugkoppelbrücke hindurch die Außenalster erreicht haben, wühlen Drachenboote zum rhythmischen Schlag der Trommel das Wasser auf und Segelboote pflügen ihre Spuren in die Wellen. Sie flitzen vor der eindrucksvollen Stadtsilhouette hin und her und manchmal auch gefährlich auf uns zu, um dann, meist erst im letzten Moment, mit gekonnter Halse den Kurs zu ändern.
Vorsicht ist auf der Außenalster, die fast den Eindruck eines kleinen Meeres erweckt, aber nicht nur vor den Segelbooten und zahlreichen Barkassen angebracht, sondern bei stärkerem Wind auch vor den, dann oft gar nicht so kleinen, Wellen.
Wir beenden die Tour am Ende der Außenalster gegenüber vom Hotel Atlantic und legen am Westufer an einem Steg an. Wer die Tour noch etwas erweitern und mehr Hamburg vom Wasser aus erleben möchte, kann unter Kennedybrücke und Lombardtsbrücke hindurch einen Abstecher auf die Binnenalster machen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour16 km
Dauer6.00 h
Schwierigkeit
Ausgangspunkthinter dem Wehr in Poppenbüttel
EndpunktSteg am südlichen Zipfel der Außenalster
TourencharakterWer auf der Alster in ein Kanu steigt, vergisst schnell, dass die Großstadt nah ist. Die Alster schlängelt sich durch eine stellenweise urwüchsig anmutende Landschaft und eine Paddeltour ist wohl die schönste Art, sich der Großstadt Hamburg zu nähern.
Befahrbarkeit.
Ganzjährig. An sonnigen Wochenenden ist der Alsterwanderweg so überlaufen wie die Mönckebergstraße zur Weihnachtszeit und auch auf dem Fluss kann es eng werden.
Befahrungsregeln.
keine Einschränkungen
Hindernisse.
Die Schleuse in Ohlsdorf/Fuhlsbüttel muss kurz umtragen werden, eine Rollenbahn erleichtert die Portage.
Beste Jahreszeit
VerkehrsanbindungA7 bis zur Ausfahrt 23 **-Schnelsen-Nord, weiter auf der B432, nach knapp 10 km rechts ab Richtung **-Poppenbüttel Transfer - Von der U-Bahn-Haltestelle Stephansplatz mit U1 bis Ohlsdorf, Umsteigen und mit S1 nach Poppenbüttel. Parkplätze rund um die Alster sind rar, daher das Auto am besten erst am Ende der Tour nachholen. Aktuelle Fahrpläne unter www.hvv.de.
GastronomieRestaurant The Locks in Poppenbüttel, Restaurant am Bootshaus des VfW Oberalster, Restaurant vor der Schleuse Ohlsdorf/Fuhlsbüttel
Verleih
Bootshaus Marienhof, Tel. - 040/6066677; zahlreiche weitere Verleiher im gesamten Alsterverlauf, eine komplette Übersicht gibt es bei der Touristinfo (siehe unten)
Informationen
Metropolcard Hamburg. Die Metropolcard Hamburg ist eine Sammeleintrittskarte für das preiswerte Erleben von Hamburg und seiner Umgebung. An drei von zehn Tagen können Sie mit der Karte verschiedene Freizeit- und Kultureinrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen kostenlos nutzen. Dazu gehören Museen, Tier- und Freizeitparks, Erlebnisbäder, Stadtführungen und Schiffsausflüge. Preise und weitere Infos unter www.metropolregion.hamburg.de
Unterkunft
Kanuvereine mit Zeltmöglichkeiten sind u.a. Verein für Wassersport Alstereck, Tel. - 040/597639, www.alstereck.de; AlsterCanoe-Club, Tel.: 040/484605, www.alster-canoe-club.de
Tourismusbüro
Hamburg Tourismus GmbH, Steinstraße 7, 20095 Hamburg, Tel.: 040/30051300, www.hamburg-tourismus.de

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