Zwischen Olsberg und Meschede

Abgesehen von einigen kurzen, aber scharfen Anstiegen verläuft die Route gemütlich bergab. Der Mittelteil verläuft über einen Radweg entlang der B 7, hinter Bestwig geht es größtenteils über wenig befahrene Feldwege. (Autor: Matthias Eickhoff)
29 km
75 m
1.00 h
Von Olsberg nach Meschede: An der Olsberg-Touristik rechts über Ruhr und auf dem RuhrtalRadweg links durch Kurpark. Vorbei am neuen Sole-Kneipp-Bad (Eröffnung voraussichtlich Mitte 2008). Am Ende des Parks geradeaus (In den dichten Weiden). Über Stadionstraße geradeaus (Unter’m Hagen) und schließlich wieder entlang der Ruhr. Zur Linken wurde ein Teilstück der Ruhr renaturiert. Dahinter erhebt sich etwas versteckt Schloss Schellenstein , das bereits auf das 15. Jh. zurückgeht. Der jetzige schieferverzierte Bau stammt jedoch aus dem 18. und 19. Jh. Kurz vor Bahnlinie RTRW rechts steil nach oben Richtung Antfeld. Nach ebenso steiler Abfahrt rechts an Holzfabrik Hüttemann vorbei bis Bushaltestelle »Siedlung«. Dort schräg links hoch zur B 7 (Vorsicht beim Überqueren!). Nach links über Radweg bergab bis Nuttlar. Ort durchqueren und am westlichen Ortsausgang über Ruhr und Zufluss Elpe. An der großen Ampelkreuzung links kleiner Abstecher nach Ostwig. Abstecher nach Ostwig: Über die Ampel nach links und zurück zur Elpebrücke (50 m). Rechts durch schöne Allee, vorbei am Rittergut Haus Ostwig. An Hauptstraße links und an Gutshofsmauer vorbei zum schmucken Platz an St.-Josefs-Kirche. Rechts zurück zur Hauptstraße und ggf. links zum Flair-Hotel Nieder oder zum Café Liese. Rückweg zur B 7 über Hinweg. Nach den belebten Kilometern an der Hauptstraße verspricht der kleine Abstecher dörfliche Idylle und gute Möglichkeiten zur Mittagsrast oder Kaffeepause. Ostwig ist ein beschauliches Dorf, das Ruhrtal scheint meilenweit entfernt zu sein. Besonders schön sind die erhaltenen Fachwerkhäuser. Haus Frieburg an der Ecke Hauptstraße/Elpestraße stammt als ältestes Haus sogar von 1704. Auch die schiefergedeckten Häuser sind sehr ansehnlich. Der Schiefer wurde vor Ort abgebaut. Deswegen zieren das Ortswappen auch Hammer und Meißel. Keimzelle des Orts ist das Rittergut Haus Ostwig , welches schon um 1200 urkundlich erwähnt wird. Zunächst gehörte es dem Stift Meschede, später den Grafen von Arnsberg. Um 1670 entstand dann das jetzige zweigeschossige Herrenhaus, das seit 1771 im Besitz der Freiherrn von Lüninck ist. Hervorzuheben ist die Freitreppe mit dem barocken Eingangsportal. Am 14. November 1944 wurde der damalige Freiherr Ferdinand von den Nazis wegen seiner Beteiligung am gescheiterten Putsch vom 20. Juli in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Eine Gedenktafel an der Kirche erinnert an den Freiherrn. Ca. 1 km geradeaus nach Bestwig hinein bis zur Ampelkreuzung (links: Am Bähnchen). Links Abzweig zur Touristeninformation Bestwig und zum sehenswerten Besucherbergwerk Ramsbeck (s. Tipp u. Etappe 14, S. 167 ff.).Der Kernort Bestwig war noch Mitte des 19. Jh. ein kleines Dorf. Doch der Bau der Ruhrtalbahn mit dem Bahnbetriebswerk änderte das schnell. Auch die Anschlusslinien der Erzbahn nach Ramsbeck und die Strecke nach Winterberg trugen zur rasanten Entwicklung bei. Durch diverse Eingemeindungen hat Bestwig heute rund 12 500 Einwohner.Weiter an B 7 und vorbei am Bahnhof Bestwig. Dahinter rechts über die Bahngleise. RTRW sofort links. Über Schotterweg an Gleisen entlang durch Ruhraue. Rechts über Ruhr in die Siedlung von Velmede. Dort links in Oststraße und am Straßenende rechts und wieder links in Gepkerweg. Hinter Ortsausgang unter großer Autobahn-Zufahrtsbrücke. An Gabelung links zum lauschigen Rastplatz Gepketal. Dahinter steiler Anstieg zur Autobahnbrücke. Oben links, den Ausblick über das Tal genießen und gemütlich bergab rollen bis Abzweig Eversberg. Abstecher zur Bergstadt Eversberg: Am Hinweisschild rechts auf Feldweg. Unter A 46 zum Teil steil bergan durch sehr schönes Tal. Oben links in den Ort hinein (Bue). Links in Mittelstraße und weiter bergan. Vorbei am Heimatmuseum. Am ehemaligen Rathaus rechts zur St.-Johannes-Kirche. Rückweg zum RTRW über Hinweg (z. T. steile Abfahrt).Hinweis: Der Abstecher erfordert wegen des langen, steilen Anstiegs sehr gute Kondition!Eversberg ist eine Gründung der Arnsberger Grafen, die zur Sicherung ihres Herrschaftsbereichs auf dem strategisch sehr günstig gelegenen Hügel eine Burg errichten ließen. Gottfried III. verlieh dem Ort 1242 die Stadtrechte. Während von der Burg nur ein Aussichtsturm (fantastischer Panoramablick!) erhalten blieb, ist die dreischiffige St.-Johannes-Kirche ein gutes Beispiel für den Übergangsstil von der Romanik zur Gotik. Die Innenausstattung ist allerdings barock. Die ehemalige Selbstständigkeit, die erst 1975 verloren ging, dokumentiert das stolze Rathaus von ca. 1750. Die »Bergstadt« ist für ihre schönen Fachwerkhäuser mit den herrlichen hölzernen Eingangstoren berühmt. Im Ort gibt es auch mehrere Übernachtungsmöglichkeiten. Ein kleines Heimatmuseum lässt das alte Eversberg weiterleben (Mittelstr. 12, Tel. 0291/506 74, Di/Do/Sa 15–17.30 Uhr, So 11–12 Uhr). Geradeaus und vor altem Bauernhof links. Kurz links auf Hauptstraße und sofort rechts (Unter der Helle). Am Straßenende in Siedlung rechts (links sind es ca. 250 m zum Gasthof Hochstein, s. Kasten »Tour kompakt«). Sofort wieder links (Birmecker Weg) und weiter nach Meschede. Am Ortseingang links über Bahn. Rechts über Radweg entlang des Bahndamms. Schließlich über Kolpingstraße geradeaus zum Etappenziel an Kreuzung Kolpingstraße/Ruhrplatz. Von hier Abstecher in die Innenstadt, zum Hennesee und zur Abtei Königsmünster möglich.Abstecher in die Innenstadt von Meschede und zur Hennetalsperre: Von Ruhrplatz (A) links über Ruhrbrücke und geradeaus in Fußgängerzone (Radfahrer im Schritttempo frei). Vorbei an Touristeninformation (links in Von-Stephan-Straße) zum Kaiser-Otto-Platz an der Walburgakirche.Meschede wurde bereits 913 das erste Mal urkundlich erwähnt. Man geht aber davon aus, dass schon zur Mitte des 9. Jh. das adelige Damenstift entstand, an dessen Stelle heute die Walburgakirche (B) steht. Meschede kann seine Geschichte also bis weit in die karolingische Zeit hinein zurückverfolgen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche immer wieder umgebaut, das heutige Erscheinungsbild geht auf das 17. Jh. zurück. Die Emhildiskapelle wurde hingegen erst 1965 angebaut. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählt das mittelalterliche Kultgrab mit dem modernen Walburgaschrein in der Krypta. Dort sind auch Reste der karolingischen Choranlage zu finden. Zu Beginn des 19. Jh. wurde das Stift säkularisiert und nach dem Wiener Kongress gelangte Meschede mit dem Herzogtum Westfalen an Preußen. Großen Einfluss auf die Entwicklung hatte der Bau der Ruhrtaleisenbahn 1871. Berühmtester Sohn der Kreisstadt des Hochsauerlandkreises ist der Maler August Macke, der 1887 in Meschede geboren wurde.Links aus Fußgängerzone raus (Zeughausstraße) und rechts in Beringhauser Straße. An Ampelkreuzung geradeaus. Hinter erstem Anstieg schräg rechts zur Remblinghauser Straße. Geradeaus und links (Am Rautenschemm). Vor Gasthof Dickel (s. Kasten »Tour kompakt«) rechts steil hinauf (Am Hübbelsberg). Hinter Ortsrand erreicht geteerter Wirtschaftsweg im Wald schließlich die Staumauer des Hennesees. Nach rechts bis zum sympathischen Freiluft-Café Chillin’. Rückweg zum RTRW über Hinweg. Die Hennesee (C) geht auf den Beginn des 20. Jh. zurück. In ihrer jetzigen Form handelt es sich allerdings bereits um die zweite Talsperre. Die alte Staumauer lag etwas unterhalb und wurde 1949 wegen Unterspülungen abgerissen. Der neue Steinschüttdamm wurde 1955 fertiggestellt und hat eine Kronenlänge von 376 m. Insgesamt können bis zu 38,4 Mio. m³ Wasser gestaut werden. Es wird sogar aus Nachbartälern Wasser beigeleitet. Der Betrieb der Talsperre wird vom Ruhrverband geleitet. Auf der 327 m hohen Dammkrone haben wir übrigens einen Höhenunterschied von gut 65 m vom Ruhrplatz bewältigt.Abstecher zur Abtei Königsmünster: Vom Ruhrplatz (A) rechts unter Bahnlinie hinweg und geradeaus über Warsteiner Straße. An Ampel rechts und an der nächsten Ampel sofort wieder links in Pulverturmstraße (Abtei ausgeschildert). Nach steilem Anstieg rechts (Klosterberg) zur Abtei Königsmünster. Rückweg zum RTRW über Hinweg.Wer eine mittelalterliche Klosteranlage erwartet, dürfte von dem wuchtigen modernen Kirchenbau der Abtei Königsmünster (D) überrascht sein: Erst 1928 begannen die Benediktiner mit dem Bau von Königsmünster und 28 Jahre später, 1956, erfolgte die Erhebung zur Abtei. Die schlichte Kirche entstand nach Entwürfen von Hans Schilling. Inzwischen sind u. a. ein Gymnasium, das Jugendgästehaus und Begegnungszentrum Oase, eine Buch- und Kunsthandlung sowie ein Klosterladen mit eigenem Brot und Apfelsaft hinzugekommen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour29 km
Höhenunterschied75 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOlsberg
TourencharakterIn Olsberg macht die Ruhr einen scharfen Knicks nach Westen. Bis nach Meschede ist das Tal recht dicht besiedelt, doch Abstecher ins beschauliche Ostwig, zum Besucherbergwerk Ramsbeck und nach Eversberg bieten reichlich Abwechslung. Am Etappenziel lohnt der Weg zur Hennetalsperre.
Beste Jahreszeit
MarkierungenRuhrtalRadweg.
VerkehrsanbindungBahn: Mehrmals täglich direkte Verbindungen von Dortmund und Winterberg nach (Olsberg-)Bigge (RE 57). Von Hagen und Kassel auch Direktverbindungen zum Bhf. Olsberg (RE 17). Auto: Über A 46 bis Bestwig, dann über B 7/L 743 nach Olsberg, über B 480 von Winterberg und Brilon. Bei Olsberg-Touristik großer Parkplatz. Rückfahrt Von Meschede zweimal stündlich mit RE 57 nach (Olsberg-)Bigge oder RE 17 nach Olsberg.
GastronomieBestwig-Ostwig: Café Liese, Hauptstr. 23–25, Tel. 02904/22 50 (einladendes Café im Ortskern). Meschede: Frings Café, Ruhrstr. 20, Tel. 0291/523 42 (bestes Café vor Ort, mitten in der Fußgängerzone); Pizzeria Da Saracino, Ruhrplatz 1, Tel. 0291/69 91 (netter Italiener an der Ruhrbrücke, mit Terrasse zum Fluss).
Tipps
Besucherbergwerk Ramsbeck: Wer einmal in ein richtiges Bergwerk einfahren möchte, sollte nicht zögern und gleich hier die Chance nutzen. Das ehemalige Erzbergwerk Ramsbeck steht Besuchern offen, die mit einer echten Grubenbahn tief in den Berg zuckeln – ein Erlebnis! Zudem ist die Radstrecke nach Ramsbeck sehr idyllisch. (Abstecher hin und zurück 13,5 km, s. Etappe 14, S. 167 ff.).Den Hennesee erkundenRadfahrer können über den reizvollen Wirtschaftsweg am östlichen Ufer mehrere Kilometer flach radeln. In Berghausen, auf der anderen Seite der Staumauer, befindet sich unterhalb des Welcome Hotels die Anlegestelle für das Ausflugsschiff MS Hennesee (Infos: Tel. 02935/15 96, www.hennesee.de, Ostern–Ende Okt.).
Verleih
Olsberg: Olsberg-Touristik, Ruhrstr. 32, Tel. 02962/973 70 (Verleih). Meschede: Fahrradhandel Hegener, Mühlenweg 1, Tel. 0291/14 55 (Service und Verleih).
Unterkunft
Bestwig-Ostwig: Flair-Hotel Nieder, Hauptstr. 19, Tel. 02904/971 00, www.hotel-nieder.de (gehobenes Hotel mit anspruchsvollem Restaurant, auch Apartments). Meschede-Wehrstapel: Gasthof Hochstein, Im Westhof 15, Tel. 0291/505 23 (sympathische, ruhige Pension mit guter Küche und nettem Biergarten). Meschede: Gasthof Dickel, Am Hübbelsberg 1, Tel. 0291/6523 www.gasthof-dickel.de (gutbürgerlicher Gasthof mit Restaurant am Radweg zum Hennesee).
Tourismusbüro
Bestwig: Bundesstraße 139, 59909 Bestwig, Tel. 02904/712810, bestwig@hennesee-tourismus.de, www.hennesee-tourismus.de. Meschede: Le-Puy-Straße 6-8, 59872 Meschede, Tel. 0291/902 24 43, meschede@hennesee-tourismus.de, www.hennesee-tourismus.de

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Matthias Eickhoff

RuhrtalRadweg

Von den Höhen des Sauerlandes quer durchs Ruhrgebiet bis zur Rheinmündung verspricht der Ruhrtal-Radweg 230 abwechslungsreiche Kilometer.

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema