Zwischen Elbe und Weser

aussichtsreiche, landschaftlich attraktive, bei südlicher Windrichtung leichte Tour auf überwiegend autofreien (Klinker-)Wegen in steigungsfreiem Gelände. (Autor: Bernhard Pollmann)
39 km
40 m
4.00 h
Wremen Wer nicht in Bremerhaven gestartet ist, sondern am Bahnhof Wremen aussteigt, findet sich außerhalb des Ortes wieder: Vom Bahnhof geht es auf der Zufahrt zur Straße und dort links hinein nach Wremen, in der Rechtskurve links ab (Ortsplan) auf den Anliegerweg Am Kattrepel, am Ende kurz links (Wurster Landstraße), dann rechts auf der Strandstraße Richtung »Kutterhafen« am Ortskern mit der Kirche vorbei. Das Nordseebad Wremen
ist der älteste Badeort an der Wurster Seeküste. Im Mittelalter war der kleine Hafen am Wremer Tief Ausgangspunkt des Schiffsverkehrs weseraufwärts und über die Nordsee nach Holland. Die romanische Wehrkirche Sankt Willehaldi aus der Zeit um 1200 ist die älteste und größte Kirche des P Landes Wursten. Turm und Schiff sind aus Tuff erbaut, einem Leichtstein, der in der Eifel abgebaut und per Schiff über den Rhein und die Nordsee nach Wremen verfrachtet wurde. In der Schlacht von Wremen 1557 erlitten die Wurster Bauern auf dem Wremer Kirchhof ihre endgültige Niederlage gegen Erzbischof Christoph von Bremen. In der Nachbarschaft der Kirche befinden sich das Museum für Wattenfischerei, das Haus des Gastes und der Kurgarten.Wremer Tief Von Wremen führt die Strandstraße zum Wremer Tief, vor dem Deich zeigen die Radroutenschilder rechts. Außendeichs befinden sich ein Campingplatz, ein Badestrand und der Kutterhafen, in dem u.a. Krabben angelandet werden. Für die Geschichte des Landes Wursten hat der Name Wremer Tief eine besondere Bedeutung: In der Schlacht am Wremer Tief erlitten die Wurster am 23. Dezember 1517 eine verlustreiche Niederlage gegen die Tuppen des Erzbischofs Christoph von Bremen.
800 friesische Männer und Frauen wurden von den Bischöflichen niedergemetzelt, unter ihnen die 17-jährige Tjede Peckes (1500–1517), die Fahnenjungfrau der Wurster. Die Nachricht von der blutigen Schlacht verbreitete sich in ganz Deutschland, sogar Kaiser Maximilian I. äußerte sich: »Wahrlich, es ist schade um diese Fahnenjungfrau, sie hätte die Mutter von Helden werden können.« Nach der Padingbüttelerin Tjede Peckes ist die Wremer Grundschule benannt.Dorumer Neufeld Vom Wremer Tief folgt der Weser-Radweg dem begrünten Deich aussichtsreich nordwärts Richtung »Dorumer Neufeld« auf einem kaum von Autos befahrenen Deichverteidigungsweg. An der Stelle, wo der Weg für jeglichen Motorverkehr gesperrt ist (Weidegebiet), kann man geradeaus neben dem Deich weiterfahren (ausgeschildert als Variante), während die Hauptroute der schmalen Straße durchs Landesinnere folgt. In Dorumer Neufeld treffen beide Varianten wieder zusammen. Das Nordseebad Dorum ist der zentrale Fremdenverkehrsort des Landes Wursten und der Mittelpunkt des Geschäftslebens. Die zahlreichen Erholungs- und Kureinrichtungen liegen fast alle in Dorumer Neufeld. Hier befinden sich das Schwefelsole-Wellenbad, die Strandhalle, das Nationalparkhaus Niedersächsisches Wattenmeer, der Badestrand, der malerische Kutterhafen und das Kinderspielhaus sowie ein Campingplatz und der ehemalige Leuchtturm Eversand-Oberfeuer. Letzterer (1887) wurde 2003 mit aufwändiger Technik vom ursprünglichen Standort auf dem Eversand an die Kante des Deichvorlands in Dorum-Neufeld transportiert und auf das vorbereitete Fundament gesetzt. Dort erhebt sich der 112 Tonnen schwere Koloss als ein schwarzer, hoch aufragender, bakenähnlicher Turm 37,40 m über Niedrigwasser. Gemeinsam mit drei weiteren Leuchttürmen prägte er rund 100 Jahre lang die »Skyline« des Wurster Watts, der Strände östlich der Außenweser. Heute beherbergt er maritime Ausstellungen, auch heiraten kann man im »Obereversand«.Cappel-Neufeld Von Dorumer Neufeld folgt der Weser-Radweg einer wenig befahrenen Straße binnendeichs zu den wenigen Häusern von Cappel-Neufeld, das bereits zur Gemeinde Nordholz gehört. Das Freizeit-, Sport- und Familiengelände Cappel-Neufeld mit Bade- und Grünstrand, Liegewiesen, Strandkörben und Campingplatz liegt außendeichs direkt am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Zwischen Bremerhaven und Cuxhaven gibt es hier den einzigen offiziellen FKK-Bereich (Naturistenverein »Wattenfreunde«). Von jedem der Strände führt ein Holzsteg durch das unter Naturschutz stehende Deichvorland ins Wattenmeer.Spieka-Neufeld Der Sielhafen im wenig später erreichten Spieka-Neufeld dient einer kleinen Flotte von Krabbenkuttern als ständiger Liegeplatz. Er kann bei Tidehochwasser von Fahrzeugen bis ca. 1,5 m Tiefgang angelaufen werden. Platz für Sportboote besteht nur in beschränktem Umfang. Ebenso wie in Cappel-Neufeld gibt es hier einen Campingplatz. Die Benutzung des Grünstrands in Spieka-Neufeld ist kostenlos.Berensch-Arensch Kurz nach Verlassen von Spieka-Neufeld beginnt in Berensch-Arensch der Höhepunkt der Radtour. Die beiden idyllischen Kurorte sind Cuxhavens »Heidedörfer am Meer«. Sie liegen im äußersten Südwesten des Stadtgebiets in einer herrlichen Heidelandschaft mit Eichenwäldern, direkt am Deichvorland des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer mit seinen Salzwiesen, Sand- und Grünstränden. Schmucke Bauernhöfe bestimmen die Ortsbilder. Der Weser-Radweg folgt – mit bestechender Aussicht über das Deichvorland hinweg zur Insel Neuwerk – dem Waldrand, zahlreiche Sitzbänke laden zur Rast ein. Die Küstenheiden und Krattwälder auf der Geest von Berensch-Arensch, Sahlenburg und Duhnen sind in ihrer Ausdehnung und Ausprägung einmalig auf dem deutschen Festland und bilden das Kernstück eines Heidereservats von überregionaler Bedeutung. Zwischen Berensch und Duhnen stößt die Geest mit einer Endmoräne direkt an das Wattenmeer vor und bricht dort in einer kliffartigen Stufe bis zu 6 m ab. Auf der küstennahen Geest hat sich ein Mosaik von Heiden aus Krähenbeeren und Besenheide, Sandmagerrasen, Heidemooren und Krattwäldern erhalten. Diese bilden Rückzugsräume für über 200 nach den roten Listen Niedersachsens bzw. Deutschlands gefährdete Tier- und Pflanzenarten: Lungenenzian, Fadensegge, Mittlerer Sonnentau und Niedrige Schwarzwurzel, Steinschmätzer, Rebhuhn, Braun- und Schwarzkehlchen, Moorfrosch und zahlreiche weitere Tiere und Pflanzen haben hier ein Refugium gefunden. Rund 400 ha in den Kerngebieten der Duhner, Sahlenburger und Spangener Heide werden für Naturschutzzwecke gestaltet, aggressive ausländische Pflanzen wie der Bärenklau werden entfernt, Äcker und Grünländer aus
der Nutzung genommen und über mehrjährige Aushagerung für die Verheidung vorbereitet. Die Heiden sind Kulturlandschaften, entstanden durch jahrhundertelange Schafzucht und -beweidung; die Stadt Cuxhaven lässt die Heideflächen durch eine 400-köpfige Herde aus Heidschnucken und Ziegen in Hütehaltung beweiden. Krattwälder sind Eichenwälder auf küstennahen Geestgebieten. Durch die Salzschur des Seewinds und die frühere Bewirtschaftung als Niederwald haben sie ein zerzaust-wildes Gepräge und vermitteln mit ihrer Vielstämmigkeit einen Eindruck von Undurchdringlichkeit. Das Wort »Kratt« kommt aus dem Jütländischen und bezeichnet einen naturnahen Wirtschaftswald, dem regelmäßig schwächeres Stangenholz als Brenn- oder Baustoff entnommen wird. In diesen Wäldern wachsen die Bäume daher nicht zu vollholzigen »Eichenriesen« mit ausladenden Kronen aus, sondern sie haben eher ein gedrungenes Aussehen, weil aus demselben Stock meist mehrere Stämme schlagen.Wernerwald Nach Passieren des Weilers Arensch taucht der Weser-Radweg in den Wernerwald ein. Der 315 ha große Wernerwald in Sahlenburg ist der einzige Wald dieser Größe, der direkt an die deutsche Nordseeküste reicht. Das von alten Laubbäumen umgebene Finkenmoor im Wernerwald zählt zu den landschaftlich schönsten Mooren des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Jahrhundertelang war das Gebiet von Heide bedeckt. Der Ritzebütteler Amtsverwalter Charles Anthony Werner initiierte 1880 die Aufforstung der Sahlenburger Heide und der Flugsandflächen. Anfangs überlebten im salzhaltigen Wind auf den ausgelaugten Böden nur einige Nadelbaumarten, darunter die Schwarzkiefer, später gediehen auch Laubbäume und seit 1938 ist der Wernerwald als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Einen besonderen Kontrast zum Küstenleben an den Badestränden bietet er im Sommer, wenn die Bäume Schatten spenden und die Seerosen auf dem strandnahen Süßwassersee am Finkenmoor ihre Blüten im Seewind wiegen. Das Finkenmoor im küstennahen Bereich des Wernerwalds ist ein malerischer Süßwassersee, den moorige Verlandungszonen mit Seggen- und Schilfröhrichten säumen. Das über Jahrtausende hinweg gewachsene Moor, benannt nach der Sahlenburger Familie Finck, wurde um 1900 zum Zweck der Aufforstung entwässert. Dazu wurde der Dünenwall durchstochen, der das Moor im Westen begrenzt. Proteste von Naturschützern führten dazu, dass der Abfluss wieder verschlossen wurde. 1938 wurde das Finkenmoor als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Seither hat die moorige Senke je nach Wasserstand das Gepräge eines Moors oder eines Sees. Die üppigen Seerosenbestände verweisen auf geringe Tiefe und hohen Nährstoffgehalt. Östlich des Weihers schließt sich ein schmaler Streifen Moorvegetation an, übergehend in Weidengebüsche und Kiefernwald. Das Finkenmoor bietet Lebensraum für zahlreiche moortypische, auch gefährdete Tier- und Pflanzenarten.Sahlenburg Nach Durchqueren des Wernerwalds erreicht der WeserRadweg die Strände von Sahlenburg. Das Straßendorf Sahlenburg ist der waldreichste Ortsteil von Cuxhaven. Wattenmeer, Wald und Heideflächen treffen hier unmittelbar aneinander, fast zum Greifen nah liegt vor der Küste die zu Hamburg gehörende Insel Neuwerk. Am Sahlenburger Strand beginnt die Wattwanderroute zur Insel Neuwerk, im Strandhochhaus befindet sich das Nationalparkzentrum Cuxhaven und wer nicht im Meer baden will, findet am Rand des Wernerwalds ein beheiztes Waldfreibad. Die Veranstaltungen auf der Waldbühne vor dem Freibad locken vor allem in den Sommermonaten Einheimische und Kurgäste an.Duhner Anwachs Vom Sahlenburger Haupt-Strandzugang folgt der Weser-Radweg der autofreien Promenade zwischen den Stränden (Eintrittsgebühr: Kurkarte) und dem bewaldeten bzw. verheideten Geestrand. Zahlreiche Sitzbänke laden zum Schauen ein. An der Stelle, wo sich der Duhner Anwachs zwischen Geest und Wattenmeer schiebt, wechselt die Promenade »steile« 8 Hm auf den Kliffrand, wo eine Aussichtsplattform Übersicht gewährt. Der Duhner Anwachs ist eine Salzwiese, die ab 1936 vor dem Geestrand in Höhe der Duhner Heide durch Aufpolderung dem Meer abgerungen wurde. Die Salzwiese ist ein bedeutender Hochwasserrastplatz für Vögel; im Winterhalbjahr halten sich hier nordische Gänse auf, im Sommer heimische Küsten- und Wiesenvögel wie Austernfischer, Rotschenkel, Kiebitz, Brandente und Seeschwalben. Der Duhner Anwachs liegt in der Ruhezone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und darf nicht betreten werden. Damit sich die Salzwiese natürlich entwickeln kann, ist auch die Schafbeweidung eingestellt worden.Duhnen Schon bald erreicht der Weser-Radweg das mondäne Kurbad Duhnen und unternimmt hier einen kurzen Abstecher durch den Ortskern, ehe er am Kreisverkehr wieder auf die autofreie Küstenpromenade wechselt. Duhnen ist das Herzstück und das größte der Seebäder Cuxhavens. Entlang der Küste des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer erstrecken sich kilometerlange feinsandige Badestrände mit Blick übers Wattenmeer zur Insel Neuwerk, darunter der FKK-Strandabschnitt »Nackeduhnien«. Landeinwärts lädt die Kurpromenade zum Sehen und Gesehenwerden ein. Der Dorfbrunnen im historischen Ortskern erinnert daran, dass Duhnen einst ein kleines Fischerdorf war, ehe 1902 das Seebad gegründet wurde. Zu den Veranstaltungshöhepunkten zählt im Sommer das Duhner Wattrennen, das weltweit einzige Pferderennen auf dem Meeresgrund. Wer schwimmen will, wenn das Meer »fort« ist, findet an der Küste das Erlebnisbad »ahoi!« mit einer der modernsten Saunalandschaften Norddeutschlands.Kugelbake Von Duhnen folgt der Weser-Radweg den Stränden von Döse zur Kugelbake. Die Kugelbake markiert den geografischen Punkt, an dem die Elbe in die Nordsee mündet. Die knapp 30 m hohe Holzkonstruktion
am nördlichsten Punkt Niedersachsens ist auf einem 250 m langen
Wellenbrecher erreichbar und zählt zu den markanten Bauwerken an
der Elbmündung; das Mündungsästuar des Stroms erreicht hier eine
Breite von 15 km. Als ein Wahrzeichen des Elbe-Weser-Dreiecks steht die Kugelbake seit 1907 im Wappenschild von Cuxhaven. Der Bau der ersten Bake als Navigationszeichen an der äußersten Spitze des Elbe-Weser-Dreiecks fällt ins 17. Jh., 1853 wurde das »Kugelbakenlicht« als nächtliche Orientierungshilfe eingerichtet. 1924 wurde die Kugelbake in ihrer heutigen Form und Größe errichtet, jedoch nicht mehr mit der namengebenden Kugel, sondern mit zwei runden, rechtwinkelig zusammengesetzten Scheiben an der Spitze. Landseitig fällt der Blick auf das Fort Kugelbake, das 1869–1879 auf Betreiben Preußens errichtet wurde. Das Fort präsentiert sich als pentagonaler Baukörper mit Wall und Kehlgraben. Die Innenbesichtigung ist nur im Rahmen von Führungen möglich, wobei die Geschütze im Vordergrund stehen: Eine deutsche Heeresflak Kaliber 8,8 cm, eine Flak mit Schildkrötenpanzer, das einzige frei in Europa zu besichtigende 10,5-cm-Geschütz außerhalb einer militärischen Anlage und ein deutsches Schiffsgeschütz Kaliber 8,8 cm von 1900 sind dort ausgestellt. Im Sommer bildet das Fort Kugelbake den Rahmen für Theateraufführungen, Konzerte u.a. Veranstaltungen. Von der Kugelbake weisen Schilder zum nahen Hauptbahnhof: An der ersten großen Straße geht es links, bald rechts schwingend, dann ist bereits links der Hauptbahnhof in Sicht.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour39 km
Höhenunterschied40 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktDB-Bahnhof Wremen.
EndpunktCuxhaven Hbf.
TourencharakterDer Wechsel aus ruhigen, aussichtsreichen Grünlandpassagen, Nordseebädern, bis ans Meer reichendem Wald und Heidegebieten macht diese Tour längs der Wurster Seeküste nach Cuxhaven an der Elbemündung zu einer der schönsten im Norddeutschen Tiefland.
Beste Jahreszeit
KartentippRadwanderkarte Niedersachsen 1: 75000 Blatt 1 Cuxhaven und Blatt 4 Bremerhaven (Landesvermessung + Geobasisinformation Niedersachsen).
VerkehrsanbindungDB-Linie Bremerhaven–Wremen–Cuxhaven. Mit dem Auto über die A27 Bremen–Cuxhaven, Ausfahrt Debstedt, und weiter nach Wremen.
GastronomieWremen, Wremer Tief, Dorumer Neufeld, Cappel-Neufeld, Sahlenburg, Cuxhaven.
Informationen
Land Wursten: Das Land Wursten war im Mittelalter eine unabhängige friesische Seefahrer- und Bauernrepublik. Die Führungspersönlichkeiten des genossenschaftlich verwalteten Gemeinwesens waren die 16 Ratgeber aus den Kirchspielen. Die 16 Ratgeber vertraten das in Urkunden ab 1203 lateinisch »Worsatia« genannte Gebiet auch außenpolitisch gegenüber dem Bremer Erzbischof und den Herzögen der umliegenden Territorien. Der Name »Wursten« geht auf den sächsischen Stamm der Wursaten (die auf Wurten Wohnenden) zurück, die hier vor den Friesen siedelten und auf Wurten (Warfen) genannten künstlichen Siedlungshügeln im Wattenmeer lebten; der berühmteste dieser Siedlungshügel ist Feddersen Wierde. Die ersten Deiche wurden erst um das Jahr 1000 gebaut, als die Normanneneinfälle vorüber waren; bis dahin floss das auflaufende Wasser ungehindert ins Land. 1517–1525 gliederte Erzbischof Christoph von Bremen in blutigen Feldzügen das Land Wursten seiner Oberhoheit ein, der Stader Frieden (1525) bedeutete das Aus für die freie Seefahrer- und Bauernrepublik. Der letzte Aufstand gegen Bremen endete 1557 mit der verlustreichen Niederlage der Wurster in der Schlacht am Wremer Kirchhof. Zur heutigen Samtgemeinde Land Wursten gehören Cappel, Dorum, Midlum, Misselwarden, Mulsum, Padingbüttel und Wremen.Nordholzer Neufeld: Das im Binnenland auf der Geest gelegene Dorf Nordholz, das heute Namensgeber der Küstenbadeort-Gemeinde mit den Ortsteilen CappelNeufeld, Spieka-Neufeld, Deichsende usw. ist, hatte ursprünglich keine Verbindung mit dem Land Wursten. Die Bauern standen wie alle Geestbewohner der Grenzgebiete Wurstens in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den freien Bauern des Landes Wursten, bewirtschafteten ihre Äcker auf der Geest und benutzten gleichzeitig die damals nicht eingedeichte Seemarsch des Neufelds als Weideland. Erst im 17. Jh. wurde das Neufeld eingedeicht. Die Wurster, die 1634 ihre Deiche durch verheerende Sturmfluten verloren hatten, beauftragten drei ostfriesische Deichbauunternehmer mit der Eindeichung des Neufelds. Vertraglich wurde vereinbart, dass die Deichbauunternehmer alles neu eingedeichte Land als Pfand für die pünktliche Zahlung erhalten sollten. Als die Ostfriesen 1636 rechtzeitig den Deichbau vollendeten, konnten die Norder-Wurster den Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. In der Folge gelangte einer der Unternehmer, Bulders, 1643 in den Besitz des größten Teils des Neufelds. Bulders, inzwischen geadelt, gründete das Gut Schönort in Spieka-Neufeld und verteilte einen Teil des Neufelds an Pächter. Nach dem Tode Bulders' wurde seinem Nachfolger Kleihen 1672 die Gerichtsbarkeit auch über Nordholz und Deichsende übertragen. Der nächste Schritt war die Verlegung des adeligen Gerichts von Schönort nach Nordholz. Der 1690 erbaute Gutshof und spätere Amtshof steht noch heute. Die damalige Ausdehnung des Amtes Nordholz entsprach in etwa dem der jetzigen Gemeinde Nordholz.
Tourismusbüro
Verkehrsverein Nordseebad Wremen, Rosenstraße 4, 27638 Nordseebad Wremen, Tel. 0 47 05/2 10, Internet www.wremen.de; Verkehrsverein Dorum, Am Neuen Deich 2, 27632 Dorum, Tel. 04741/1436, Internet www.dorum.de; Verkehrsverein Nordholz-Spieka, Wurster Straße 7, 27637 Nordholz, Tel. 0 47 41/1048, Internet www.nordholz.de; Nordseeheilbad Cuxhaven, Cuxhavener Straße 92, Tel.
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