Zu historischen Bäumen – Radtour bei Wasserburg

Rundtour auf ruhigen Nebenstraßen, z. T. auch ungeteerte Feld- und Forstwege, durch das Auf und Ab über die zahlreichen Moränenhügel etwas anstrengend. Bademöglichkeiten in Schonstett und am Friedlsee bei Amerang (Autor: Dr. Wilfried und Lisa Bahnmüller)
51 km
100 m
2.00 h
Wir überqueren den Inn auf der Roten Brücke und fahren der Einbahnstraßenregelung wegen zuerst rechts auf die Rosenheimer Straße und biegen dann links in die Straße Gimpelberg ab, die uns auf die Salzburger Straße bringt. Beim Achatiuskirchlein biegen wir links in die Achatzstraße ein und folgen ihr bergauf. Nach etwa 300 Metern verzweigt sich die Straße, und wir finden hier den ersten Wegweiser unserer Tour. Zunächst biegen wir rechts ab und gleich darauf nochmals rechts, fahren geradeaus durch den Bauernhof und sehen vor uns auf dem Hügel die große Baumgruppe mit der dicken Kosaklinde. Der Baum erinnert an den Bezirksarzt Dr. Kosak, dessen Frau nach ihrem Tod nicht nur ihr Haus am Marienplatz der Stadt vermachte, sondern auch die enorme Summe von 100 000 Goldmark – nach Kaufkraft umgerechnet ca. eine Million Euro! Der nächste interessante Baum steht bei Kammerloh - eine gewaltige Linde mit über sieben Metern Stammumfang. Dieser bizarre Baum, der sich so schön vom Himmel abhebt, bestand bis vor 100 Jahren aus zwei Stämmen, hatte also den doppelten Durchmesser. Die nächsten drei Linden sind Gedenkbäume: Als man sie pflanzte, wollte man »auf ewig« an ein bestimmtes Ereignis erinnern. In Lochen pflanzt der Bauer und sein Knecht noch zwei Linden, ehe sie 1914 in den Krieg zogen. Einen der beiden Bäume hat 1998 ein Sturm entwurzelt, der andere steht, beinahe 100 Jahre alt, gesund an der Hofeinfahrt.
Die erste Friedenslinde in Halfing wurde 1871 zum Ende des deutsch-französischen Kriegs gepflanzt; 1914 verdorrte sie kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs – kein Wunder, dass das die Menschen tief beeindruckte. 1919 pflanzten sie schließlich den Baum, der heute noch an dieser Stelle steht. Halfing war zur Barockzeit ein bedeutendes Wallfahrtsziel – das erklärt die ungewöhnlich reiche Ausstattung der großen Hallenkirche, die einen Besuch wert ist. Und das Gasthaus Hotel Kern neben der Kirche überrascht mit einer bodenständigen Speisekarte.
An ein freudiges Ereignis soll die Königreich-Bayern-Linde erinnern. Die Höslwanger pflanzten sie 1906, als das Königreich Bayern 100 Jahre alt wurde. In Höslwang steht noch ein zweiter historischer Baum, die Pfarrhauslinde; wann sie gepflanzt wurde, ist unbekannt. Sie war einst so groß, dass man im hohl gewordenen Stamm ein kleines Häuschen als Ort der Ruhe bauen konnte. Inzwischen ist der Baum praktisch zusammengebrochen.
Die letzte »unserer« Linden steht dicht am Schloss Amerang (siehe Ausflug 10), und auch ihr Alter ist unbekannt. Der Name »Prügellinde« erinnert an die Zeit, zu der Amerang noch Hofmark war und im Schloss noch Gericht gehalten wurde. Damals war die Prügelstrafe nichts Ungewöhnliches, sie wurde zur Abschreckung in aller Öffentlichkeit unter der Linde vollzogen. Von Amerang führt unser Weg am Friedlsee vorbei und durch Evenhausen nach Fuchstal. Von hier aus kann man entweder den Wegweisern weiter folgen oder, etwas abkürzend, geradeaus weiter nach Eiselfing fahren und von dort auf dem schon bekannten Weg zurück nach Wasserburg radeln.

Gute Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen-Personen-Nahverkehr (Bus/Bahn)

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour51 km
Höhenunterschied100 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
Startort
AusgangspunktDie Innbrücke in Wasserburg
EndpunktDie Innbrücke in Wasserburg
TourencharakterWir radeln durch das Moränenland südlich vonWasserburg und besuchen sieben historische Bäume, die alle eine spannende Geschichte zu bieten haben.
Die Orientierung bei dieser Radtour ist sehr leicht, das Signum »Von Baum zu Baum« leitet uns zuverlässig durch die Landschaft. Man muss nur den richtigen Einstieg finden – und das ist, noch auf dem Gebiet der Stadt Wasserburg, die Kosaklinde.
Hinweise
Gute Erreichbarkeit mit Bussen/Bahnen
KartentippKompass 1 - 50 000, Blatt 181 Rosenheim–Bad Aibling
Markierungen
VerkehrsanbindungAuto. Wasserburg liegt an den B 15 Landshut–Rosenheim und an der B 304 München–Salzburg; parken kostenlos am Parkplatz »Unter der Rampe« sowie im Parkhaus 1 an der Überfuhrstraße und im Parkhaus 2 an der Kellerstraße oder gegen Gebühr am Parkplatz »Am Gries«. Bahn. Wasserburg liegt am Schnittpunkt der Strecken Rosenheim–Mühldorf und München–Grafing–Wasserburg. Vom etwas außerhalb gelegenen Bahnhof mit dem Bus in die Altstadt
Gastronomie
Tipps
Verleih
Informationen
Höchster Punkt
Unterkunft
Tourismusbüro
Touristinfo Wasserburg, Marienplatz 2, 83512 Wasserburg, Tel. 08071/105 22, www.wasserburg.de
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