Winterberg und Kahler Asten

Zunächst mäßiger Anstieg im Stadtbereich bis Erlebnisberg Kappe. Das letzte Stück zum Kahlen Asten hinauf jedoch recht steil; erfordert gute Fitness. (Autor: Matthias Eickhoff)
Von Winterberg zum Kahlen Asten und zurück: Gleich am Bahnhof Winterberg wird seit 2007 ein neuer Zugang zum Kurpark (A) und zur Stadtmitte gebaut, der den Bereich völlig umgestaltet. Vom Bahnhof Winterberg rechts über Bahnhofstraße am Kurpark (A) vorbei. An der Ecke Marktstraße/Hellenstraße rechts zur verkehrsberuhigten Unteren Pforte (B), dem zentralen Platz der Innenstadt mit mehreren Cafés. Winterberg ist die am höchsten gelegene Stadt Nordrhein-Westfalens und als Ski- und Tourismuszentrum weit über die Region hinaus bekannt. Schon um 1270 erhielt Winterberg Stadtrechte, begünstigt durch die strategisch wichtige Verkehrslage am Schnittpunkt bedeutender Fernstraßen, unter anderem der Heidenstraße von Köln nach Leipzig. An der Grenze zwischen dem kurkölnischen Herzogtum Westfalen und dem Fürstentum Waldeck-Hessen diente Winterberg lange auch der Sicherung der Kölner Machtansprüche. 1803 fiel Winterberg für kurze Zeit an Hessen, 1816 dann an Preußen. 1975 erhielt die Stadt durch die kommunale Neuordnung auch die ehemals wittgensteinschen Höhendörfer westlich des Kahlen Astens zugesprochen.Auf eine frühere mittelalterliche Existenz als Zwischenstation auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela verweist die katholische St.-Jakobus-Kirche (C) in der Kirchstraße, die auf das 13. Jh. zurückgeht. Der jetzige Bau stammt vom Ende des 18. Jh. Zuvor hatten die beiden Großbrände von 1759 und 1791 der Stadt schweren Schaden zugefügt. Einen guten Eindruck vom »alten« Winterberg vermitteln die Markt- und Hellenstraße: Sehr schöne Fachwerkhäuser sind in der Marktstraße 15 und der Hellenstraße 24 anzutreffen. Auch das Kaffeehaus Winterberg in der Marktstraße 1 ist ein sehr gut erhaltenes niederdeutsches Hallenhaus aus dem 18. Jh.Seit gut 100 Jahren hat sich der heilklimatische Kurort Winterberg vor allem als Wintersportzentrum einen Namen gemacht, das sogar zahlreiche Gäste aus den benachbarten Niederlanden anlockt. Zu der rasanten Entwicklung des Tourismus trug der Bau des Eisenbahnanschlusses 1906 bei, der heute für die Radanreise von entscheidender Bedeutung ist. Von Unterer Pforte rechts auf die belebte Geschäftsstraße Am Waltenberg (das erste kleine Teilstück ist Einbahnstraße – bitte schieben). Am Ende der ansteigenden Straße kurz vor der Ampelkreuzung links in Fichtenweg. Rechts ragt die 1959 erbaute St.-Georg-Sprungschanze (D) auf, die auch besichtigt werden kann (www.schanze-winterberg.de). Vom Fichtenweg zweigt links der Buchenweg zum Hallen- und Freibad ab. Am Ende des Fichtenwegs biegt Radweg schräg rechts ab und folgt der B 236/480 bis zur Zufahrt zum Erlebnisberg Kappe. Nach 200 m erreicht man links den Eingang zur Sommerrodelbahn und zur Panorama-Erlebnisbrücke.Zurück an der B 236/480 links über geschotterten Radweg weiter bergan. An der großen Straßenkreuzung rechts, vorbei am Nordhang (hier Radschild ignorieren) und wenige Hundert Meter weiter über die Straße links hinauf zum Astenturm auf dem Kahlen Asten. Mit 841 m Höhe über NN ist der Kahle Asten (F) der zweithöchste Berg Nordrhein-Westfalens (höher ist nur der 843 m hohe Langenberg zwischen Niedersfeld und Willingen). Wer aber die wenigen Stufen des 2005/06 umgebauten Astenturms erklimmt, hat tatsächlich den höchsten Punkt in NRW und im Rothaargebirge erreicht. Von oben können Besucher bei schönem Wetter den Blick weit über das Land der 1000 Berge und das benachbarte Hessen schweifen lassen. An sehr klaren Tagen ist sogar der Feldberg im Taunus zu erkennen. Der Kahle Asten gilt im Volksmund ganz poetisch als »Vater der sauerländischen Berge« und ist im Winter ein beliebtes Skigebiet. Im März 1970 wurde hier die Rekordmarke von 2,39 m Schnee gemessen. Die Bergkuppe war schon im 15. Jh. eine kahle Hochfläche und ist heute von Hochheide geprägt.Im Astenturm sind eine Naturschutzausstellung sowie ein Café-Restaurant und Hotel untergebracht, so dass für Stärkung nach dem anstrengenden Anstieg gesorgt ist (s. Kasten »Tour kompakt«).Rückfahrt zum Winterberger Bahnhof über Hinweg.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour12 km
Höhenunterschied185 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWinterberg
TourencharakterDer Kahle Asten ist mit 841 m Höhe der zweithöchste Berg Nordrhein-Westfalens. Vom Astenturm bietet sich ein grandioser Rundblick über das Land der 1000 Berge. Beim Anstieg in Winterberg garantiert der Erlebnisberg Kappe reichlich Freizeitmöglichkeiten zum Auftakt der Ruhrtour.
Beste Jahreszeit
KartentippStadtplan Winterberg.
MarkierungenAb Innenstadt rote Wegweiser zum Kahlen Asten.
VerkehrsanbindungBahn: Mehrmals täglich direkte Verbindungen aus Dortmund (RE 57); mit Umstieg in Bestwig auch aus Hagen und Kassel (RE 17). DB-Fahrradbus: 2007 setzte die DB ab Dortmund Hbf. an Wochenenden zusätzliche Fahrradbusse ein, die direkt bis Winterberg verkehren. Auto: Über A 46 bis Bestwig, dann über B 7 und B 480 bis Winterberg. B 236 von Olpe und Marburg nach Winterberg. Parkplätze in Bahnhofsnähe.
GastronomieWinterberg: Kurparkstuben, Am Kur-park 2, Tel. 02981/60 25 (sympathisches Restaurant-Café direkt am Kurpark); Kaffeehaus Winterberg, Marktstr. 1, Tel. 02981/82 06 34 (stimmungsvolles Café in Fachwerk-Schieferhaus aus 18. Jh.); Bobhaus Winterberg, Auf der Kappe 1, Tel. 02981/509, www.bobhaus.de (wunderbarer Fernblick von der Terrasse oberhalb des Bikeparks, auch 4 DZ). Kahler Asten: Berggasthof Kahler Asten, Astenturm 1, Tel. 02981/928 74 80, www.kahlerasten.de (höchstgelegenes Café und Restaurant in NRW – auch Hotel).
Tipps
Heidelehrpfad: Die Hochheide rund um den Astenturm sollte man unbedingt auf einem gemütlichen Spaziergang entlang des Heidelehrpfads erkunden. Dabei offenbaren sich immer wieder herrliche Ausblicke und die würzige Höhenluft weitet die Lungen. Der interessante Lehrpfad führt auch an der Quelle der Lenne vorbei, die nur wenige Höhenmeter unterhalb des Kahlen Astens entspringt und am Hengsteysee in die Ruhr mündet (s. Etappe 7, S. 92).
Verleih
Winterberg: UPPU-Bike-Tours, Am Waltenberg 19, Tel. 02981/22 20.
Informationen
Erlebnisberg Kappe: Der 776 m hohe »Erlebnisberg« Kappe (E) bietet im Sommer wie im Winter reichlich Abwechslung und ist sehr familienfreundlich. Einige Highlights:Bikepark Winterberg: Mountainbikern schlägt beim Anblick der steilen Pisten das Herz höher. Rasante Abfahrten und anspruchsvolle Geschicklichkeitsstrecken prägen das Bild. Ein Sessellift übernimmt den Transport vom Tal auf den Berg. Vor Ort Verleih von Bikes und Ausrüstung (An der Bobbahn, Tel. 02981/919 99 09, www.bikepark-winterberg.de, Saison: Mai–Okt.). Panorama-Erlebnisbrücke: Die 2006 eröffnete, 435 m lange Panorama-Erlebnisbrücke bietet in luftiger Höhe einen grandiosen Ausblick weit über Winterberg hinaus. Dazu kommen diverse Kletterbereiche für schwindelfreie Besucher (An der Bobbahn, Tel. 02981/92 98 77, www.panorama-erlebnis-bruecke.de, April–Okt. je nach Witterung tgl. 9.30–18.30 Uhr, Nov.–März je nach Witterung tgl. 10–17 Uhr).Sommerrodelbahn: 700 m lange Rodelpiste für die ganze Familie (An der Bobbahn, Tel. 02981/90 80 60, www.sommerrodelbahn-winterberg.de, April–Okt. je nach Witterung tgl. 9.30–18.30 Uhr, Nov.–März je nach Witterung tgl. 10–17 Uhr).Bobbahn: Im Winter Schauplatz bedeutender Wettbewerbe (www.bobbahn.de); Wagemutige können die Piste mit erfahrenen Piloten selbst ausprobieren (Infos und Buchung: Tel. 01805/00 72 63).Bobhaus: Auf dem höchsten Punkt des Berges lädt es zu Kaffee und Kuchen mit herr-lichem Panoramablick von der Sonnenterrasse ein (s. Kasten »Tour kompakt«).
Unterkunft
Winterberg: Pension Haus Butz, Hagenstr. 40, Tel. 02981/27 16, www.pension-butz-winterberg.com (7 freundliche Zimmer im Zentrum, Radgarage und Flickzeug); Hotel Leisse, Am Waltenberg 2, Tel. 02981/73 64, www.hotelleisse.de (komfortables Haus an Unterer Pforte, Restaurant und Terrasse); Avital Resort, Auf der Wallme 5, Tel. 02981/93 30, www.avital-resort.de (großes Sporthotel, Hallenbad und Sauna); Campingpark Hochsauerland, Remmeswiese 10, Tel. 02981/ 32 49, www.campingpark-hochsauerland.de (etwas außerhalb hinter Gewerbegebiet).
Tourismusbüro
Winterberg: Hauptstraße 10, 59955 Winterberg, Tel. 02981/925 00, info@winterberg.de, www.winterberg.de

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