Von Zingst über Barth in die alte Hansestadt Stralsund

Auf völlig abgeschiedenen Wegen geht es abseits des Boddens nach Stralsund. (Autor: Michael Graf)
54 km
252 m
4.00 h
Vom Hafen in Zingst fährt man entlang des Boddens, quert kurz nach dem Aussichtspunkt die Straße und fährt anschließend links in die Straße »Am Bahndamm«. So gelangt man bis zur Meininger Drehbrücke, die seit 1919 Zingst mit dem Festland verbindet und so den einzigen Wasserzugang zum Saaler Bodden überbrückt. Bei geöffneter Hebebrücke kann man die kleinen Segelboote passieren sehen. Nach dem Überqueren geht es rechts hinab auf einem Radweg, am ehemaligen Bahnhof von Bresewitz vorbei nach Pruchten und immer geradeaus bis zur Autostraße. Von dort verläuft ein Radweg nach Barth, dessen Altstadt wir durch das mächtige Dammtor erreichen. Geradeaus weiter gelangen wir zum rechteckigen Marktplatz, am dem sich auch die gotische St. Marienkirche aus dem 14.Jh., ein hoher, dreischiffiger Bau mit einer bronzenen Tauffünfte aus dem 14.Jh., erhebt. Vom 87m hohen Turm hat man einen guten Ausblick in die Umgebung. Das Vineta-Museum beim Informationsbüro bezieht seinen Namen von der legendären mittelalterlichen Stadt, die angeblich in der Nähe von Barth gelegen haben soll. Vom Markt in Barth geht es über die Fischerstraße in die Hafenstraße nach rechts und dann beim Platz der Freiheit links in die Straße Trebin. Ein Radweg führt aus der Stadt hinaus, dann verläuft unser Weg auf der Straße an der Jugendherberge vorbei nach Glöwitz und dort in einer Rechtskurve weiter. Bei der Jugendherberge besteht auch am Boddenstrand eine idyllische Bademöglichkeit. Kurz hinter Glöwitz radelt man links in einen Kiesweg ohne Beschilderung an einer Heckenpflanzung nach oben und anschließend am Bodden weiter zum kleinen, ruhigen und malerischen »Hafen« von Dabitz. Dort kann man unter Bäumen auf einer Bank eine erholsame Rast einlegen. Danach folgt zuerst ein Betonplattenweg, bei der Informationstafel schließt sich ein Weg auf der Dammkrone an. Anschließend radelt man vom Bodden weg und danach links auf das Windrad zu. Windräder wie dieses wurden bereits seit 1394 zur Entwässerung im Flachland an der Ostsee eingesetzt. Vor dem Bauernhof fährt man nach links, danach an der Kreuzung nochmals links auf den schlechten Betonplattenweg, der uns zum kleinen Pumpwerk bringt. Hier beginnt nach rechts auf der Deichkrone ein gut asphaltierter Radweg, dem wir folgen. Wir erreichen den kleinen Hafen von Buschenhagen, an dem ein Großgrundbesitzer eine Verladestation für Zuckerrüben angelegt hatte. Auf Schienen wurden diese angefahren, um dann auf Booten weitertransportiert zu werden. Wir radeln auf der schlecht befahrbaren Grasnarbe weiter und gelangen nach Nisdorf. Die Radbeschilderung führt uns dann entlang der Grabow nach Kinnbackenhagen und weiter durch den Wald, an dessen Ende eine Kranich-Beobachtungsstation, ein so genannter »Ut-Kiek«, steht. Hier blickt man auf die gegenüberliegende Sundische Wiese und den Großen Werder von Zingst. Wir erreichen Bisdorf, das wir durchqueren.
Ein Betonstreifenweg führt weiter nach Hohendorf, wo wir uns erst geradeaus und dann am Schloss links hoch und wieder rechts halten und so Klausdorf erreichen. Dort können wir in der Gaststätte »Zum Kranich« einkehren (mit Biergarten). Von Klausdorf kann man einen Abstecher zum Kranichinformationszentrum in Barhöft unternehmen (3km). Gegenüber der Gaststätte führt der Prohner Landweg entlang der Prohner Wiek, am kleinen Stausee vorbei sehr ruhig nach Klein Damitz und weiter nach Parow.
Dort halten wir uns am Ortsanfang links und später in die Parower Straße mit Radstreifen. Am Ortsschild von Stralsund biegen wir links in eine gepflasterte Straße ein, auf der wir an der Fachhochschule vorbeifahren und bald in Stralsund beim Kniepertor die Altstadt erreichen. Rückfahrt: Von Stralsund mit der Bahn nach Barth, von dort mit dem Fahrrad zurück.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour54 km
Höhenunterschied252 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktZingst.
EndpunktStralsund.
TourencharakterVon der Halbinsel Zingst führt die Strecke über die Vineta-Stadt Barth abseits des Verkehrs entlang der Grabow in die alte Hansestadt Stralsund.
Hinweise
Hebungszeiten der Drehbrücke beachten (ca. 30 Min Wartezeit).
KartentippDeutsche Radtourenkarte Blatt 4, Rügen - Usedom - Vorpommern, 1:100000.
MarkierungenNur teilweise beschildert.
VerkehrsanbindungZingst ist nur mit dem Auto oder per Rad zu erreichen. Von Hiddensee und Stralsund verkehren auch Fahrgastschiffe. Die nächste Bahnanbindung ist in Barth.
GastronomieKlausdorf: Zum Kranich; auf der ganzen Strecke relativ wenig Einkehrmöglichkeiten.
Tipps
Mitte August finden jedes Jahr in Barth die zweiwöchigen Vineta-Festtage statt, die an die Vergangenheit der mittelalterlichen Stadt Vineta erinnern. Auf einer schwimmenden Bühne im Barther Hafen führen Bürgerinnen und Bürger aus Barth und Umgebung zusammen mit der Landesbühne ein farbenfrohes Spektakel auf. Barth-Information, Tel./Fax 038231/2464. Linien- und Rundfahrten finden täglich im Bodden zwischen Fischland/Darß und dem Festland von April bis Okt. statt. Informationen zu den Abfahrtszeiten an den Häfen, in den Tourismusämtern oder in der Broschüre »Rund ums Wasser«, die in den Tourismusämtern erhältlich ist.
Verleih
Zingst: Fahrradvermietung Luft, Tel. 038232/80143.
Informationen
Stralsund verdankt wie viele Städte der Ostseeküste seine Bedeutung der für den Handel günstigen Lage am Wasser und der Mitgliedschaft in der Hanse. 1234 gegründet, wurde die Altstadt von der UNESCO als internationales Flächenbaudenkmal in ihre Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, obwohl ein Drittel der Bauten im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Trotz dieser Schäden und der Vernachlässigung der Stadt in der DDR-Zeit präsentiert die Altstadt noch zahlreiche historische Häuser aus verschiedenen Stilepochen. Von Stralsunds einstiger Macht zeugt das gotische Rathaus mit seiner originellen Schaufassade aus der Zeit um 1400. Daneben thront die von der selbstbewussten Bürgerschaft errichtete Pfarrkirche St.Nikolai von 1270-1360, eine Backsteinbasilika mit beherrschender Doppelturmfront und wertvoller Innenausstattung wie der astronomischen Uhr und den Resten des Nowgorodfahrer-Gestühls. Sehenswert sind u.a. auch die Marienkirche in der Gestalt des 15.Jhs. und vor allem das Katharinenkloster, in dem heute das Kulturhistorische Museum und das Meeresmuseum untergebracht sind.
Unterkunft
Mehrere Hotels und Pensionen in Stralsund, Campingplatz in Altefähr über dem Strelasund (Fähre).
Tourismusbüro
Kur- und Tourismusbetrieb, Klosterstraße 21, 18374 Ostseebad Zingst, Tel. 038232/8150, Fax 038232/81525, Internet: www.zingst.de. Stadt-Information, Alter Markt 9, 18439 Hansestadt Stralsund, Tel. 03831/24690, Fax 03831/246949 Internet www.stralsund.de.

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