Von Zehdenick nach Fürstenberg

Die ersten 12 km des Tages führen auf Radwegen durch eine Seenlandschaft nördlich von Zehdenick. Anschließend geht es überwiegend durch große Waldgebiete und verschlafene Dörfer mit Seezugang. Größere Steigungen sind heute nicht zu erwarten.
43 km
70 m
4.00 h
Von Zehdenick nach Dannenwalde.
Zehdenick längs der Gleise verlassen und in die Tonstichlandschaft hineinradeln. Beim Dorf Burgwall nach links einbiegen, die Siedlungen Marienthal, Zabelsdorf und Wentow durchfahren. Schließlich vor dem Kleinen Wentowsee rechts nach Dannenwalde.
Wir verlassen Zehdenick (Bhf.) , indem wir der Berliner Straße bis zur deren Ende folgen und dort an der Ampel vor dem Postamt rechts auf dem Begleitradweg der Bahnhofsstraße nach rechts in Richtung Gransee fahren. Am Stadtrand müssen wir vor der Bahnschranke rechts in den als Fahrradstraße ausgezeichneten Schwarzen Weg einbiegen. Dort rollen wir 1,3 Kilometer längs der Gleise, überschreiten diese am ungesicherten Bahnübergang nach links und folgen weiterhin dem Weg durch die Wiesenlandschaft. Vor dem ersten See vollzieht unser Weg einen leichten Linksbogen und bringt uns zu einem Wegekreuz. Nun nach rechts abdrehen, mit dem Weg Am Welsengraben über einen Bachlauf und dort nach links steuern. Als Nächstes müssen wir weitere 1,3 Kilometer zurücklegen, um in einer ehemaligen Eisenbahnsiedlung rechts in Richtung Ziegeleipark weiterzuradeln. Dort angelangt orientieren wir uns an der Routenbeschilderung, die uns vorbei an Gleisanlagen und dem Ziegeleihafen zu den beiden Ringöfen geleitet.
Nach unserem Rundgang fahren wir vor den Ringöfen geradeaus zum Besucherparkplatz und benutzen dort die rechts abgehende Ziegelei Straße in Richtung Burgwall. 1,3 Kilometer weiter lenkt uns ein Radschild nach rechts auf eine Fahrradstraße, die in einen Wald hineinläuft. Nachdem wir zwischen zwei Gewässern hindurchgeradelt sind, vollzieht unser Weg einen leichten Rechtsbogen, knickt nach ein paar Häusern nach links und folgt dann den Windungen der Havel bis zur Marienthaler Straße. Hier am Südrand von Burgwall fahren wir nach rechts und folgen dem Wegverlauf, bis dieser nach Überqueren der Gleise in die Durchfahrtsstraße L 241 mündet. Nun nutzen wir die wenig befahrene Landstraße nach links und erreichen schnell den Nachbarort Marienthal, wo wir unsere Reise auf der Marienthaler Dorfstraße nach links fortsetzen. Nach dem Ortsausgangsschild folgen wir dem linksseitigen Radweg nach Zabelsdorf. Dort angekommen halten wir uns an die ruhige Zabelsdorfer Dorfstraße und kommen links zu einem Kreisverkehr. Hier nutzt man die erste Abfahrt auf die Wentower Straße bis ins nächste Dorf. In Wentow fährt man der Zabelsdorfer Straße nach, passiert den westlichen Ortsrand und trifft auf das nächste Waldgebiet. Nach der reizvollen Fahrt durch den Mischwald kommen wir zur B 96, die wir vorsichtig überschreiten. Wenn wir jetzt dem Radweg nach rechts folgen, erreichen wir nach einer Brückenüberquerung das Dorf Dannenwalde (Bhf.).
Von Dannenwalde nach Fürstenberg.
Ruhiges Waldstück bis Bredereiche. An der Kirche links zum Stolpsee und nach Himmelpfort. Links einschwenken und das Dorf nach Westen verlassen. Als Nächstes durch den Wald bis an die L 15 Lychener Chaussee radeln. Letzten Endes der Routenbeschilderung ins Zentrum von Fürstenberg folgen.
In Dannenwalde (Bhf.) überqueren wir an der ersten Verkehrsinsel die Bundesstraße und folgen dem Radweg vor der achteckigen Kirche am Weg (1821) rechts in die K6515 Blumenower Straße. Nach 300 Metern biegen wir links in den als Spielstraße ausgewiesenen Pozernerweg, auf dem wir dem Dorf den Rücken kehren. Nun tauchen wir in den ansprechenden Gramzower Forst ein. Unsere perfekt ausgebaute Fahrradstraße trifft nach langer, leicht ansteigender Fahrt auf eine Lichtung, wo ein Links-rechts-Schwenk ansteht und wir uns weiter an die Schilder nach Fürstenberg halten müssen. Wenn der Wald zurückweicht, sausen wir auf dem abschüssigen Dannenwalder Weg zur L 240 An der Freiheit, die wir geradeaus überqueren. Ein Stückchen weiter nehmen wir die rechts abgehende Schleusenstraße und rollen an der Havel-Schleuse von Bredereiche aus.
Nachdem wir den Fluss passiert haben, setzt sich an der nächsten T-Kreuzung die Reise auf der Dorfstraße nach links fort. Hier fällt uns die alte Kirche St. Martin von 1689 auf. Das kleine Gotteshaus wurde in der typisch märkischen Fachwerkbauweise errichtet. Im Inneren gibt es eine Orgel aus dem Jahre 1880 mit 280 Pfeifen zu sehen. Sie wird der Templiner Schnitzerschule zugeschrieben. Daneben ist die Kirche noch mit zwei Schiffsmodellen geschmückt, die an den traditionellen Erwerbszweig der Schiffer erinnern.
Wir wenden uns wieder der Strecke zu und fahren kurz vor Ortsausgang auf den begleitenden Radweg. Der Himmelpforter Weg bleibt leicht wellig und führt in einen Wald hinein, wo wir an der Schwedeneiche stoppen. Wie uns ein Schild verrät, ist das knorrige Naturdenkmal rund 600 Jahre alt und hat einen Umfang von rund fünf Metern. Wenn der Wald in eine freundliche Wiesenlandschaft übergeht und wir linker Hand auf den großen Stolpsee blicken, ist Himmelpfort erreicht, in das wir nach links einfahren. Dort nutzen wir die Stolpseestraße und radeln bis zum Kriegerdenkmal, wo links die Klosterstraße über das Flüsschen Woblitz setzt. Hier bietet sich ein Kurzbesuch der Klosterruine an, die Sie neben dem Schleusengelände sehen. Das ehemalige Zisterzienserkloster geht auf das Jahr 1299 zurück und gab dem Dorf seinen Namen – Coeli porta, die Pforte des Himmels. Ob es an der schönen Lage zwischen vier Seen lag? Wir wissen es nicht. Heute steht von dem Bauwerk noch das rote Ziegelgerippe der Grundmauern und eine anschließende Dorfkirche.
Bekannter ist Himmelpfort heute eher für sein Weihnachtspostamt , das wir auf unserem Rückweg zur Straße passieren. Jedes Jahr eröffnet die Deutsche Post hier mitten im November eine Weihnachtspostfiliale. Die vielen Briefe von Kindern aus aller Welt, über 200 000 jährlich, werden im Büro des Weihnachtsmannes in Deutsch sowie auch in 15 anderen Sprachen beantwortet. Bei Sammlern besonders begehrt ist der Weihnachtspost-Sonderstempel (Anschrift: An den Weihnachtsmann, Weihnachtspostfiliale, 16798 Himmelpfort).
Nachdem wir unseren Wunschzettel abgegeben haben, radeln wir auf der Klosterstraße weiter, bis links die Fürstenberger Straße abgeht. Nach dem Ortsende beginnt ein Waldstück, in dem sich einst das Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen und später das Vernichtungslager Uckermark befand. Etwa 1,5 Kilometer weiter erinnert die Mahn- und Gedenkstätte an das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück (Straße der Nationen). Bereits 1948 fand in dem Krematorium die erste Gedenkfeier statt und wurde fortan jährlich weitergeführt. Nach Kriegsende wurde das Gelände bis 1994 von der Sowjetarmee militärisch genutzt. 1959 eröffnete die DDR auf einem Teil des Lagers die Mahn- und Gedenkstätte. Seit 1993 ist diese Teil der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten (Öffnungszeiten: Mai-Sep. Gedenkstättengelände täglich 9–17 Uhr, Besucherzentrum und Ausstellungen Di–So 9- 18 Uhr, Tel. 033093/60 80, www.ravensbrueck.de).
Wir folgen weiter der Himmelpforter Landstraße und treffen auf die L 15 Ravensbrücker Dorfstraße, deren Linksbogen wir nachradeln. In Ravensbrück überschreiten wir die B 96 Unter Den Linden und benutzen dann die leicht ansteigende Gelderner Straße, welche längs der Schienen durch ein Wohngebiet führt. Vor dem Bahnhof von Fürstenberg (Bhf.) halten wir uns an die Luisenstraße, dann an die links abgehende Bahnhofstraße. Hier haben wir das Stadtzentrum erreicht. Wenn Sie nun nach links in die Alte Poststraße einfahren, passieren Sie den Tourismusverein Fürstenberger Seenland und gelangen zum Marktplatz.

Etappe auf einen Blick.
km 0 Zehdenick, malerische Fahrradstraßen durch eine künstliche Seenlandschaft, km 12 Burgwall, wenig Verkehrsbelastung, dann am Großen Wentowsee entlang, km 22 Dannenwalde, ruhige Fahrt durch den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, km 31 Bredereiche, von der Havel zur Schreibstube des Weihnachtsmannes, km 36 Himmelpfort, Wunschzettel abgeben und über Ravensbrück ans Tourziel, km 43 Fürstenberg, die Füße hochlegen und das liebliche Seepanorama genießen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour43 km
Höhenunterschied70 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
StartortZehdenick
AusgangspunktZehdenick
EndpunktFürstenberg
TourencharakterNach einem Rundgang durch Zehdenick führt uns der Radweg in die Tonstichlandschaft mit ihren idyllischen Seen, wo der spannende Ziegeleipark zu einem ersten Stopp einlädt. Im Anschluss genießen wir die Stille des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land.
Hinweise
Bademöglichkeiten entlang der Strecke.
KartentippTopografische Freizeitkarte 1:50 000, Naturpark Uckermärkische Seen West, ISBN 978-3-7490-4160-2, www.geobasis-bb.de
VerkehrsanbindungDie Haltestelle Zehdenick (Mark) liegt auf der Zugstrecke Berlin–Templin. Per Pkw verlassen Sie die A 10 via B 96, L 213, B 167 und B 109 nach Zehdenick.
GastronomieHimmelpfort: Gaststätte An der Schleuse, Klosterstr. 10, Tel. 033089/413 91. Fürstenberg: Restaurant Am Yachthafen, Unter den Linden 2, Tel. 033093/608 31; Gasthaus Zur Linde, Brandenburger Str. 61, Tel. 033093/324 06.
Tipps
Spannende Industriekultur im Ziegeleipark. 1871 wurde Berlin Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches. Millionen von Menschen zog es in die neue Stadt. Ein Bauboom brach aus und die kleinen Ziegeleien hatten es schwer, für so viel Nachschub zu sorgen. Durch einen Zufall entdeckte man 1887 beim Bau der Eisenbahnstrecke Löwenberg–Templin reiche Vorkommen an Ton. Die Region um Zehdenick entwickelte sich bald zu einem der größten zusammenhängenden Ziegelgebiete Europas. Die günstigen Transportmöglichkeiten über den Wasserweg der Havel taten ihr Übriges dazu. 1990 schloss die letzte Ziegelei der Region ihre Tore. Am Standort Mildenberg eröffnete 1997 der 42 Hektar große Ziegeleipark seine Pforten. In dieser bedeutenden Industrie- Kultur-Stätte können Sie eine Zeitreise in die drei Epochen der Industriegeschichte und Technik unternehmen sowie die Arbeitstechniken von damals mit der Multimediatechnik von heute erleben. Die 45-minütige Ziegeleibahnrundfahrt vermittelt einen guten Einblick in das große Areal. Auf der doppelt so langen Erlebnisfahrt genießen Sie die ansprechende Tonstichlandschaft und später einen Teil des Naturparks Uckermärkische Seen. Öffnungszeiten: Ziegeleipark Mildenberg, Ziegelei 10, Tel. 03307/31 04 10, www.ziegeleipark.de, Ende März–Ende Okt. täglich 10–17 Uhr.
Verleih
In Zehdenick – Fahrrad Riese, Dammhaststr. 50, Tel. 03307/31 00 32. Fürstenberg: Zweiradcenter Intress, Markt 6, Tel. 033093/325 33.
Unterkunft
Fürstenberg: Wohlfühlwohnen Alte Reederei, Brandenburger Str. 38, Tel. 033093/309 06, www.altereederei.de; Freizeit-Hotel, Bornmühlenstr. 44, Tel. 033093/379 97, www.fuerstenbergerfreizeithotel.de; Haus an der Havel, Schliemannstr. 6, Tel. 033093/390 69, www.haus-an-der-havel.de
Tourismusbüro
Tourismusverein Fürstenberger Seenland e.V., Markt 5, Tel. 033093/322 54, www.fuerstenberger-seenland.de

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