Von Wolfratshausen zum Deininger Weiher

Gemütliche Tour in den naturbelassenen Auen entlang der Isar, schöne Einkehrmöglichkeiten, Floßrutschen, Badestausee und das Kloster Schäftlarn. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
29 km
180 m
2.00 h
Nur bei dieser Tour zwischen Bad Tölz und Schäftlarn hat man der Isar ein breites Bett gelassen, sodass sich hier »Isaria«, der keltische Name bedeutet die »Reißende«, zu einer der letzten Wildflusslandschaften in Europa renaturieren durfte. Die Radtour - Wir starten vom Gasthaus Aujäger und sind unmittelbar dahinter schon in den Isarauen. An der Weggabelung wählen wir den rechten, am Wochenende für Autos gesperrten Weg. Auf dieser kleinen Teerstraße geht es flott durch den lichten Föhrenwald zur Aumühle (4,6??km) am Isarkanal und in Fahrtrichtung weiter. In die Vorfahrtstraße biegen wir links ein, sie führt über den Kanal und die Isar. Auf dem Radweg können wir von hier einen Abstecher zum Kloster Schäftlarn machen. Nach der Besichtigung kommen wir an die Isarbrücke zurück. Gegenüber dem Bruckenfischer radeln wir unmittelbar nach der Isarbrücke links in den Wiesenweg. Auf dem Dammweg sind wir bald am Kraftwerk Mühltal (9,3??km). Hier steht die längste Floßrutsche Europas, aber auch eine Wirtschaft, in der wir nochmals rasten können. Auf der anderen Seite des Kanals fahren wir ein Stück Richtung Süden, radeln jedoch dann an der Weggabelung mit der kleinen Gedächtniskapelle der Flößer, zu der jährlich eine Flößerwallfahrt stattfindet, weg vom Fluss. Nun nicht außer Puste kommen, es geht bergauf bis Straßlach. In der Ortsmitte, an der Tölzer Straße (15,4??km) können wir uns für die Mühen mit einem Stopp im Gasthaus zum Wildpark belohnen. Das Wirtshaus ist schon oft für seine leckere bayerische Schmankerl-Küche ausgezeichnet worden. Die Wirtsfamilie Roiderer, die während des Münchner Oktoberfestes auch das Hacker-Pschorr-Festzelt betreibt, ist auf die findige Idee des Wohlfühlbiergartens gekommen. Nach wie vor sitzt man unter Kastanien oder Markisen und kann obendrein an kälteren Tagen den Luxus einer Biergarten-Fußbodenheizung genießen. Zurück nach Wolfratshausen geht es auf der Tölzer Straße Richtung Süden. Am Ortsende wenden wir uns links in die Münchner Straße und radeln über Großdingharting am Dorfweiher vorbei nach Kleindingharting. In der Ortsmitte folgen wir links der Beschilderung zum Deininger Weiher in die Vorderfeldstraße. An der Gaststätte Waldhaus erreichen wir den Deininger Weiher (20??km). Trotz der kleinen Liegefläche sind im Sommer besonders gerne Münchner an den Ufern des warmen Moorsees auf Erholungssuche. Um den Badeweiher herum erreichen wir als Nächstes den Ort Deining. Entlang der Hauptstraße stehen noch einige beachtenswerte denkmalgeschützte Bauernhäuser, die komplett aus einem Holzblock gesetzt sind. In Deining biegen wir zunächst links in die Hauptstraße und dann rechts in die Hornsteiner Straße ein. Unsere Straße endet an einer T-Kreuzung in Hornstein (25??km). Rechts und dann wieder links verlieren wir nun rasch an Höhe und bremsen 100 Höhenmeter hinab bis ins Isartal. Wir sind nun wieder an der Aumühle mit den Fischaufzuchtbecken. Diesmal überqueren wir aber auf der Holzbrücke den Isarkanal und radeln links auf den Isardamm. Bald schon lockt der Ickinger Isarstausee (28??km) zu einem erfischenden Bad. Libellen begleiten uns am Wasser. Am Ende des Stausees überqueren wir an einem kleinen Wehr mit Floßrutsche den Kanal nach links. Auf der anderen Seite radeln wir weiter flussaufwärts und treffen bald auf den bekannten Weg, der uns zurück zum Ausgangspunkt bringt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour29 km
Höhenunterschied180 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBei Wolfratshausen; Parkplatz an der Pupplinger Au, beim Gasthof Aujäger.
EndpunktBei Wolfratshausen; Parkplatz an der Pupplinger Au, beim Gasthof Aujäger.
TourencharakterDie Flüsse und Bäche sind begradigt und reguliert, die Altwasser hat man aufgefüllt, die Auen gerodet und dabei viel Lebensraum für seltene Vogelarten und Pflanzen zerstört.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr.??180, Starnberger See – Ammersee, 1 - 50??000
VerkehrsanbindungAuto - A??95, Ausfahrt Wolfratshausen, durch Wolfratshausen, Weiterfahrt Richtung Sauerlach/Salzburger Autobahn. Am Ortsende über die Isar, Parkplätze gleich hinter der Brücke links. Bahn: S??7 von München bis Wolfratshausen, Endstation, von dort 3??km auf dem Radweg durch die Sauerlacherstraße.
GastronomiePuppling - Gasthof Aujäger. Schäftlarn: Gasthof Bruckenfischer (Biergarten, Brotzeit kann mitgebracht werden), Klosterbräu-stüberl (bekanntes Aus-flugsziel), Gasthof Mühltal.
Tipps
Bademöglichkeiten gibt es in den nahen Isarauen rund um Wolfratshausen genug. Die Isar erreicht zwar niemals angenehme Seentemperatur, aber zum planschen und erfrischen ist sie doch warm genug. Wem das zu kalt ist, der springt in den warmen, leider oft überfüllten Deiniger Weiher.Kloster Schäftlarn ist ein einsam gelegenes Barockjuwel inmitten des schönen Isartals. Die Ursprünge reichen in die Zeit um 762 zurück, als Waltrich, ein adeliger Priester hier ein Kloster nach den Lehren des hl. Benedikt gründete. Nach vielen Umbauten entstand ab 1702 die heutige Klosterkirche. Zahlreiche Baumeister wie Viscardi, Cuvilliés, Gunetzrhainer oder Fischer wirkten während der immerhin 50-jährigen Bauphase mit. Innen sind vor allem die Altäre von J.B. Straub zu beachten. Besonders bezaubernd ist der kleine Putto mit Löffel, der neben dem hl. Augustinus sitzt. Die Darstellung geht auf eine Legende zurück. Augustinus wanderte am Meeresufer entlang und dachte über das Wesen Gottes nach. Da stand vor ihm plötzlich ein Kind, das versuchte, mit einem Löffel das Meer auszuschöpfen. Auf die Frage, ob ihm das gelingen könnte, antwortete das Kind - »Eher gewiss, als es dir gelingen wird, das Wesen Gottes zu erfassen.«Im Sommer kann man zahlreiche Flöße auf der längsten Floßrutsche Europas sehen. An einem schmalen Wehr warten sie, bis sich die Schleusen öffnen, und dann sausen die Holzflöße auf einem dünnen Wasserfilm die Gasse hinunter. Ein feuchtes, lustiges und quietschlautes Vergnügen.

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