Von Wolfratshausen nach Beuerberg

Radrundtour auf überwiegend unbefahrenen Dammwegen und kleinen Nebenstraßen. Kurzer Anstieg bei der Überfahrt vom Loisach- ins Isartal. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
31 km
100 m
2.00 h
Die Radtour - Vom Bahnhof starten wir an der Bahnschranke und radeln über die Gleise in die Sauerlacher Straße. Der Fußweg auf der linken Straßenseite ist gleichzeitig der Radweg. Wir passieren die Nantweiner Kirche und fahren kurz vor der Marienbrücke links zum Floßgelände, radeln unter der Brücke hindurch auf die andere Straßenseite und folgen nun dem Radweg nach Geretsried/Bavarica Tyrolensis. Einsam geht es durch die Isarauen und wir treffen auf die Mündung des Loisachkanals. Wir folgen dem Flusslauf des Kanals und überqueren dann am Wehr (3,1??km) das Wasser. Auf der anderen Seite radeln wir geradeaus weiter, nicht mehr am Fluss entlang. Nun sind wir in Waldram und umrunden die Sportplätze an der Schule. Wir bleiben auf dem neu angelegten Radweg Bavarica Tyrolensis durch den Föhrenwald. Im Geretsrieder Ortsteil Gartenberg treffen wir wieder auf Zivilisation (5,7??km). Jetzt weiter geradeaus auf der Straße Isardamm. Im Dritten Reich war an der Stelle, an der heute Geretsried steht, eine riesige Munitionsfabrik, gut getarnt unter den Bäumen der Isarauen. Ein auffälliger, mit Stacheldraht behangener Zaunpfosten direkt an unserem Weg ist ein Überbleibsel aus dieser Zeit. Ähnliche Relikte, zum Beispiel alte Betonplatten mit eingelassenen Gleisschienen als Straßenbelag oder Mauerreste alter Bunkeranlagen, kann man an vielen Stellen der Stadt noch finden. Nach der Isardammschule folgen wir dem Linksknick der Straße und erreichen immer am Waldrand entlang nach dem Eisstadion die St.-Hubertus-Straße. Sie endet in der großen Adalbert-Stifter-Straße, die wir geradeaus überqueren. Am Ende der Sackgasse beginnt ein Radweg, dem wir etwas nach links folgen durch die Unterführung, um gleich erneut die Tattenkofner Straße zu überqueren. Wir finden rechts erneut den Radweg und folgen nun der Beschilderung. Noch einmal queren wir eine Straße und verlassen dann Geretsried zur Königsdorfer Alm (12,7??km). Von Mai bis September wird die Alm von vielen Ausflüglern besucht. Sie ist nur am Wochenende und an Feiertagen geöffnet. Fast immer spielen nachmittags heimische Volksmusikgruppen zur Unterhaltung der zahlreichen Gäste, die deswegen von weit her anreisen. Nach der Königsdorfer Alm biegen wir rechts ab, radeln an einem Baggersee vorbei, und durch eine Unterführung kommen wir zum Freizeitgelände Bibisee. Wir radeln in den Seeweg. An dessen Ende ist nun der beste Platz, um auf unserer Tour eine Runde zu schwimmen. Dann passieren wir den Hundeübungsplatz und folgen dem Radwegschild »Beuerberg« über Babenstuben bis zur Vorfahrtsstraße. Hier bleiben wir geradeaus auf dem geteerten Weg und kommen im leichten Auf und Ab kurz darauf nach Oberherrenhausen (18??km). In die Hauptstraße biegen wir links ein und rollen hinunter nach Beuerberg zu den Loisachbrücken. Hier, zwischen den beiden Brücken (19??km), beginnt später unser Rückweg. Zunächst aber radeln wir zum Kloster Beuerberg hinauf, besuchen die Klosterkirche und die ehemalige Pfarrkirche am Friedhof. Direkt am Fluss können wir im Gasthaus zur Mühle Einkehr halten. Für den Rückweg nach Wolfratshausen nehmen wir den Weg zwischen Loisach und Loisachkanal. Dieser Kanal wurde 1921/24 erbaut, um das Wasser aufzunehmen, das über das neue Walchenseekraftwerk in den Kochelsee und damit zusätzlich in die Loisach floss. Unser Weg ist jetzt nicht mehr zu verfehlen, er führt bis Gelting am Kanal entlang. Wir überqueren die Straße, die von Unterherrenhausen her kommt, und erreichen das Loisachmoor, das durch den Kanalbau in zwei Teile getrennt wurde. Hier haben sich die Geltinger bis nach dem Krieg mit Torf zum Heizen versorgt. Die verfallenden Torfhütten und die zugewachsenen Torfstiche kann man noch gut erkennen. In Gelting (26,1??km) lohnt sich ein Abstecher über die Kanalbrücke in die Ortsmitte zum Maibaum und der Dorfkirche St.??Benedikt. Gelting gehört zu den ältesten Dörfern der weiten Umgebung. Der Ort unterstand früher dem Kloster Benediktbeuern, deshalb ist die Kirche außergewöhnlich reich geschmückt. Aber nicht nur kulturell hat der Ort etwas zu bieten. Ausgezeichnet sind die beiden Landgasthäuser der »Neue« und der »Alte« Wirt von Gelting. Die Wirte gehören trotz der Namensähnlichkeit nicht zusammen, beide haben aber eine feine bayerische Küche und gemütliche Biergärten gemein. Zurück müssen wir wieder an den Kanal. Am besten von der Hauptstraße (Wolfratshauser Straße) aus in den Bahnweg und diesmal überqueren wir nicht nur den Kanal, sondern anschließend noch auf der blauen »Schepperbrücke« (26,8??km) die Loisach. Dahinter geht es rechts an den Schrebergärten vorbei, unter dem Autobahnzubringer hindurch, immer an der Loisach entlang bis Wolfratshausen. Wir stoßen an die Brücke, auf der wir rechts die Loisach überqueren, um gleich links am Maibaum auf der alten Floßlände ohne Autoverkehr weiterzuradeln. An der nächsten Brücke sind wir schon in der Bahnhofstraße, wo wir rechts zum Ausgangspunkt zurückkommen.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour31 km
Höhenunterschied100 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWolfratshausen, Bahnhof.
EndpunktWolfratshausen, Bahnhof.
TourencharakterAuf ruhigen Wegen radeln wir durch das Alpenvorland, die Isarauen, durch die Stadt Geretsried, über Moränenhügel, durch Wälder und Felder zum Klosterdorf Beuerberg, bewundern dort die beiden Kirchen und kehren am Loisachkanal nach Wolfratshausen zurück.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr.??180, Starnberger See – Ammersee, 1 - 50??000
VerkehrsanbindungAuto - Auf der Garmischer Autobahn A??95, Ausfahrt Wolfratshausen, Bahnhof ist ausgeschildert. Viele Parkplätze am Bahnhofsgelände. Bahn: S??7 von München bis Wolfratshausen, Endstation.
GastronomieWolfratshausen - In der Marktstraße gibt es mehrere Möglichkeiten. Beuerberg: Gasthof zur Mühle. Gelting: Alter Wirt und Neuer Wirt, beide in der Wolfratshauser Straße. Königsdorfer Alm, liegt direkt an der Strecke.
Tipps
Beuerberg gehörte zu den kleineren Klöstern Altbayerns. Es wurde bei der Säkularisation 1806 aufgelöst. Die Bauern haben sich damals so vehement für den Erhalt ihrer Kirchen eingesetzt, dass die Gemeinde heute noch zwei große Kirchen ihr Eigen nennt. Beide Kirchen gehören zu den kunsthistorischen Kostbarkeiten des Landkreises Bad Tölz–Wolfratshausen.Die alte Flößerstadt Wolfratshausen besitzt eine malerische Altstadt, die sich über 400??m am linken Loisachufer entlangzieht. Über dem Steilufer stand früher eine mächtige Burganlage, mit der man den Verkehr auf der Straße und auf den Flüssen kontrollierte. Nicht nur die Burg, sondern auch die Flößerei prägte den Ort über viele Jahrhunderte. Auf Holzflößen wurden Waren aller Art von den Bergen nach München geschifft, ein einträgliches Geschäft, das mit dem Aufkommen des Zugverkehrs sein Ende fand. Die Wolfratshauser Flößerfamilien haben immer noch das verbriefte Recht des Transports auf der Isar. Heute bringen sie allerdings Ausflügler nach München. Ein beliebter Spaß, für den man sich lange im Voraus anmelden muss.

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