Von Wismar in die Landeshauptstadt Schwerin

Leicht hügelige Tour ins eiszeitliche Moränengebiet bei Dorf Mecklenburg und dem Schweriner See. (Autor: Michael Graf)
37 km
294 m
3.00 h
Vom Kreisverkehr am westlichen Ende der Altstadt von Wismar fahren wir die Dahlmannstraße entlang, dann rechts in die Schweriner Straße und nach der Tankstelle links in den Klußer Damm. Teils auf dem Radweg, teils auf der Straße geht es weiter, vor den Bahngleisen folgen wir nach rechts der Radbeschilderung Schwerin. Wir radeln durch die verschilften Viereggenhöfer Teiche und dann entlang der Bahnlinie Wismar - Schwerin. Anschließend überqueren wir auf einer Brücke mit grobem Flusskieselpflaster die Autobahn und fahren dann links in einen Feldweg entlang der Pappelallee. Es gibt es keine Radwegbeschilderung, nur eine Wanderbeschilderung mit blauem Strich auf weißem Grund.
In Dorf Mecklenburg, der so genannten »Wiege« des Landes, halten wir uns links, bis wir auf die Straße des Bahnüberwegs gelangen. Nach rechts radeln wir ins Dorf. Dort steht neben mehreren schilfgedeckten Häusern auch die Backsteinkirche von Dorf Mecklenburg mit einer reichen barocken Innenausstattung. Für Interessierte findet sich auch das Kreisagrarmuseum mit zahlreichen landwirtschaftlichen Geräten. Vor der Kirche geht es links zur ehemaligen Burg Mecklenburg. Die slawisch-obotritische Anlage, Stammsitz der Obotriten aus dem 1. Viertel des 7. Jh., war eine Wasserburg, die durch Wallaufschüttungen auf einem eiszeitlichen Höhenrücken in dem umgebenden Moorgebiet entstand. Im 12.Jh. eroberte und zerstörte der Welfenherzog Heinrich der Löwe die Burg. Heute befindet sich hier der Friedhof, die ehemaligen Wallanlage ist aber noch gut sichtbar. Das Gebiet südlich von Dorf Mecklenburg ist das Rückzugstal eines Teils des großen Beltseegletschers aus der Weichseleiszeit von vor 17000 Jahren und damit stark eiszeitlich geprägt, also hügelig. Es finden sich Moränenstaffeln, Sanderflächen und Sölle. Auf unserer Strecke sehen wir kurz von dem Schweriner See rechts den Lostener See, der aus einem riesigen Toteisblock entstanden ist. Wir radeln zurück zur Bahnlinie, überqueren diese und halten uns rechts auf einer Teerstraße Richtung Moidentin. Dort verläuft der Weg am Weilerende rechts hügelig zum Bahnhof Moidentin, hinter dem man links hinauf in den Wald radelt. Oben angekommen führt ein schöner Kies-Sandweg nach rechts, an der Gedenkstätte für die 1939-45 verstorbenen Vertriebenen im Lager Losten vorbei bis zu der um den See führenden Straße, auf der wir nach rechts weiterradeln. Nach- dem man den Wallensteingraben, der den Schweriner Außensee mit der Wismarbucht verbindet, überquert hat, folgt man der Beschilderung »Schwedenschanze« nach links unter der Bahnlinie hindurch. Auf dem bereits in der mittleren Steinzeit und Jungsteinzeit besiedelten Platz wurde 1638 eine sechsstrahlige Stern- schanze zum Schutz der Händler erbaut. Im 11./12. Jh. lag hier eine slawische Siedlung. Von den Resten dieser Festungsanlage aus bietet sich ein weiter Blick auf den Schweriner Außensee. Er ist einer der neun eiszeitlich gebildeten Seen, die Schwerin umgeben. Eine Moränenstaffel, auf der der Paulsdamm aufgeschüttet wurde, trennt den Außen- von dem Innensee, die zusammen den 63km2 Schweriner See bilden. Durch Bad Kleinen hindurch erreicht man Gallentin, wo man beim Restaurant »Seeblick« mit einladender Terrasse hinab zum am Ufer verlaufenden Seeweg gelangt. Auf einem kleinen Weg geht es den Seeweg entlang, bis man direkt ganz idyllisch am von alten Eichen und Rotbuchen bestandenen Ufer des Schweriner Sees radelt. Bei schlechtem Wetter, bzw. nach Regenfällen, kann es sein, dass dieser Weg nicht befahrbar ist. Dann halte man sich an die parallel dazu auf der Höhe verlaufende Straße bzw. Weg. Mit schönem Blick auf die Insel Lieps geht es weiter, nach etwa 2km radelt man auf den oben verlaufenden Weg, kommt an dem im Neorenaissancestil 1896-98 erbauten Schloss Wiligrad vorbei. Das weiß verputzte Gebäude mit seinen roten Terrakottaverzierungen liegt beherrschend in einem Park, es wird heute für Kunstausstellungen genutzt. An der dazu gehörenden Ortschaft Lübsdorf fährt man links auf einen rot gepflasterten Radweg, der uns durch mehrere Dörfer bis nach Schwerin führt, das man an dem im 12Jh. angelegten Pfaffenteich erreicht. Rückfahrt: Mit der DB von Schwerin nach Wismar.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour37 km
Höhenunterschied294 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktWismar.
EndpunktSchwerin.
TourencharakterDurch schöne Waldstücke und kleine Naturschutzgebiete führt uns diese Tour sehr naturnah in das Dorf Mecklenburg, das dem Land seinen Namen gab, und dann entlang des Schweriner Sees in die sehenswerte Landeshauptstadt Schwerin.
Beste Jahreszeit
KartentippDeutsche Radtourenkarte Blatt 3, Fehmarn - Holsteinische Schweiz - Mecklenburgische Ostseeküste, 1:100000.
MarkierungenNur zum Teil lokale Beschilderung, oft fehlend.
VerkehrsanbindungWismar ist mit der DB und mit dem Auto problemlos zu erreichen.
GastronomieIn Dorf Mecklenburg bei der Kirche; Restaurant Seeblick in Gallentin; zahlreiche Gasthäuser in Schwerin.
Tipps
Von der Anlegestelle Werderstraße in Schwerin kann man über Zippendorf mit den Fahrgastschiffen der Weißen Flotte (Tel. 0385/536597) einen Ausflug auf die Insel Kaninchenwerder unternehmen. Die unter Naturschutz stehende Insel bietet naturnahe Wanderwege, einen Aussichtsturm und ein Gartenrestaurant.
Verleih
U.a. Fahrrad-Center Wismar, Dankwartstr. 57, Tel. 03841/201245.
Informationen
Schwerin war ebenso wie Dorf Mecklenburg Siedlungsgebiet der Obotriten, die auf der Schlossinsel eine Burgwallanlage errichteten. Heinrich der Löwe zerstörte 1160 die Burg, gründete aber an der strategisch günstigen Stelle die Stadt Schwerin und legte auch den Bischofssitz hierher. Auf der Schlossinsel wurde immer wieder gebaut, die heutige, mächtige Anlage wurde im 15.Jh. begonnen, im 17.Jh. als Repräsentationsschloss erweitert und 1857 vollendet. Über eine ehemalige Drehbrücke gelangt man in den barocken Schlossgarten. Mit der Aufwertung Schwerins zur Residenzstadt in der ersten Hälfte des 19.Jhs. wurden repräsentative Gebäudekomplexe errichtet, z.B. die Kollegiengebäude. Eines der ältesten Bauten der Stadt ist der gotische Dom, der seine heutige Gestalt 1270-1416 erhielt. Neben der neugotischen Innenausstattung besitzt er einen Kreuzaltar von 1440. Nicht vergessen werden sollte ein Besuch des Pfaffenteichs mit seiner alten Personenfähre, dem »Petermännchen« und die nahe gelegene »Neustadt« oder Schelfstadt mit der barocken Schelfkirche und zahlreichen Fachwerkhäusern.
Unterkunft
In Dorf Mecklenburg bei der Kirche; Restaurant Seeblick in Gallentin; zahlreiche Gasthäuser in Schwerin.
Tourismusbüro
Tourist-Information, Am Markt 11, 23966 Wismar, Tel. 03841/19433, Fax 3841/251819. Stadtinformation, Am Markt 10, 19055 Schwerin, Tel. 0385/5925213, Fax 0385/555094, www.Schwerin.de.

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