Von Wien nach Hainburg

Das Gros der Strecke verläuft auf dem Marchfelddamm durch das weitläufige Auengebiet der Donau. Mit Verkehr ist nur in der Stadtnähe von Wien zu rechnen. Steigungen gibt es so gut wie gar keine. (Autor: Bernhard Irlinger Michael Reimer WolfgangTaschner)
57 km
385 m
4.00 h
Vom zentral gelegenen Burggarten gelangt man auf dem Fahrradweg der begrünten Ringstraße an der Staatsoper vorbei bequem zur Urania am Donaukanal. Der Radweg führt über die Aspernbrücke und entlang der Praterstraße zum Nordbahnhof am Praterstern. Durch eine Unterführung stößt man auf die Prater-Hauptallee, die mitten auf der autofreien Kastanienallee durch den Wiener Vergnügungspark führt. An der Autobahn überquert man die Praterbrücke und die Donauinsel.
Durch die Donau-Auen nach Orth Jenseits der Brücke beginnt das Wiener Naherholungsgebiet, in dem FKK-Baden angesagt ist. Man radelt auf dem Donaudamm über den Ölhafen zum Nationalpark Donau-Auen, der uns bis Hainburg einen Einblick in die ökologisch wertvolle Altarm-Landschaft gibt. Die Altarme sind verlandete Abflüsse der Donau, die durch die Verlegung des Hauptstroms zu stillen Gewässern mit enormem Pflanzenwuchs mutiert sind. In diesem Sumpfareal versammeln sich eine Menge seltener Vögel wie Kormorane, aber auch bunte Libellen und sehenswerte Amphibien. Mit etwas Glück begegnet man sogar dem scheuen Biber, der bildschönen Smaragdeidechse, der seltenen Äskulapnatter oder der europäischen Sumpfschildkröte, die – früher als Fastenspeise begehrt und deshalb gnadenlos gejagt – heute leider vom Aussterben bedroht ist.
Der Marchfelddamm ist weitgehend asphaltiert. Kurz vor Schönau quert man das Kühwörter Wasser, dann geht es geradeaus bis zur Abzweigung nach Orth. Den Abstecher in den Ort sollte man sich nicht entgehen lassen: Der bekieste Waldweg führt zur Hauptstraße und dort nach rechts zum Schloss. Dort ist das Nationalpark-Zentrum mit einer Dauerausstellung zum Thema »Donauraum« und einer Buchungsstelle für Exkursionen in den Donau-Auen untergebracht. Außerdem kann man einen Aussichtsturm erklimmen, von dem sich ein schöner Blick über die Donau-Auen hinaus auf die Hainburger Berge ergibt.
Von Orth nach Hainburg Östlich der Dorfkirche biegt man rechts in die Uferstraße und gelangt auf ihr zurück zum gerade durch die Aulandschaft führenden Marchfelddamm. Als nächster Ort lohnt Eckartsau einen kurzen Abstecher. Hinter der Parkanlage taucht das barocke Jagdschloss auf, das wertvolle Fresken von Daniel Gran, die Bildhauerarbeiten von Lorenzo Mattielli sowie die Deckengemälde von Françoise Roettiers beherbergt. Heute dient es als Sitz der Nationalpark-Forstverwaltung Eckartsau und im Juni als Bühne für die international bedeutenden Kammermusiktage. Im Schloss gibt es auch ein Informationszentrum über Flora und Fauna der Donau-Auen, die Besichtigung der letzten Kaiserwohnung ist jedoch nur mit Führung an Wochenenden um 11 und 14 Uhr möglich.
Der Dammweg führt von Eckertsau weiter durch den herrlichen Auwald. Was die Baumarten anbelangt, so unterscheiden Ökologen zwischen der sogenannten Weichen und Harten Au, benannt nach der Festigkeit des Holzes. Weiche Hölzer wie Weiden, Pappeln und Erlen etwa werden im Lauf des Jahres mehrmals überschwemmt, während Eiche, Ahorn, Esche und Linde eher im Trockenen stehen. Auch gefährdete Baumarten wie Silberweide und Schwarzpappel sind in den Donau-Auen noch anzutreffen. Sterbende Bäume werden zur Freude von Käfern und Vögeln sich selbst überlassen, die einzige Lizenz zum Holzfällen im Park besitzt der Biber.
Der Radweg führt zum 360 Jahre alten Forsthaus Stopfenreuth. Von hier ist es nicht mehr weit bis zur Hainburger Donaubrücke mit Blick auf unser Etappenziel Hainburg, das malerisch zwischen Braunsberg, Schlossberg und den Hundsheimer Bergen eingebettet liegt. Nach Passieren der mächtigen Spannbrücke steuert man rechts von der Brücke hinab und gelangt am Donauufer nach Hainburg. Zuletzt führt der Radweg zwischen Donau und Bahngleis an einer Steinmauer entlang. Durch einen Durchschlupf biegt man auf die Donaulände, hier hält man sich links und fährt an der Blutgasse rechts zum Hauptplatz empor.

Fahrzeiten: Wien – Praterbrücke 30 Min. – Schönau 1 Std. 30 Min. – Orth 30 Min. – Eckertsau 30 Min. – Hainburg 1 Std. 15 Min.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour57 km
Höhenunterschied385 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBurggarten in Wien.
EndpunktHauptplatz in Hainburg.
TourencharakterDer Kontrast könnte größer nicht sein: Nachdem man den Stadttrubel von Wien hinter sich gelassen hat, findet man im Naturschutzgebiet Donau-Auen Natur pur und absolute Ruhe vor. Als Abwechslung zur Fahrt auf dem über weite Strecken kerzengeraden Marchfelddamm krönt man die lohnende Etappe mit Abstechern in die Ortszentren von Orth und Eckartsau.
Beste Jahreszeit
Kartentippfreytag & berndt WK 013, Lobau/Hainburg/Donau-Auen, 1:50000.
VerkehrsanbindungAnfahrt: Nach Wien auf der A 1 über Linz oder aus allen Richtungen mit der Bahn. Rückfahrt: Von Hainburg verkehren stündlich Züge nach Wien.
GastronomieImbissstuben und Restaurants entlang des Donaustrandes im Wiener Naherholungsgebiet. Schönau: Zur alten Beichtmutter. Restaurants in Orth. Forsthaus Stopfenreuth. Cafés und Restaurants in Hainburg.
Tipps
Faszination Donau-Altarm bei Orth - Die Donau-Auen sind die letzte große unverbaute Flusslandschaft Europas. Besonders gut kann man das weitläufige Naturbiotop am Donauufer bei Orth erkunden. Hier findet man herrliche Sandstrand-Inseln mit Bademöglichkeiten und einem großen Abenteuerspielplatz vor. Von Humer’s Uferhaus steuert täglich um 14 Uhr (So auch 11 Uhr) die historische Tschaike, ein Nachbau eines Donauholzkriegsschiffs aus dem Jahr 1530, die einzigartige, auf zwei Holzschiffen erbaute Schiffmühle an. Die Schiffmüller setzen das schnaufende Mühlrad in Gang und mahlen Getreide. Der Ausflug dauert etwa 90 Minuten (Kontakt und Anmeldung: Tel. 02212/3157, mobil: 0664/3341422, www.schiffmuehle.at). Alternativ kann man den Strom mit seinen reizvollen Augewässern auch im Rahmen geführter Touren im Schlauchboot, Kanu, Nationalpark-Boot oder Fährboot erkunden (nähere Infos im Nationalpark-Zentrum im Orther Schloss, Tel. 02212/3450).
Unterkunft
Hainburg: Gasthof Zum Goldenen Anker, Donaulände 27, Tel. 02165/648100, www.goldeneranker.at
Tourismusbüro
Wien Tourismus, Obere Augartenstr. 40, A-1025 Wien, Tel. 01/24555, Fax 24555-666, E-Mail: info@wien.info, www.wien.info; Info-Büro, Ungarstr. 3, A-2410 Hainburg, Tel. 02165/6211123, Fax 6211130, E-Mail: info@hainburg-donau.gv.at, www.hain- burg.at

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Michael Reimer, Wolfgang Taschner

Der Donau-Radweg

Der Donau-Radweg besticht mit reizvoller Landschaft, viel Kultur nicht nur in Wien oder Budapest und so viel Komfort, dass auch Kinder ihn gut bewältigen können.

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema