Von Ueckermünde nach Anklam

Radwege oder wenig befahrene Straßen, im ersten Abschnitt unbefestigter Wald-, dann holpriger Feldweg. Wegbeschaffenheit z. T. schlecht. (Autor: Michael Hennemann)
36 km
140 m
3.00 h
Von Ueckermünde nach Anklam: In Ueckermünde auf der Ueckerstraße durchs Stadtzentrum vorbei an Museum, Marienkirche und Marktplatz.. Weiter auf dem Fahrradweg parallel zur Straße. Hinter der Brücke über die Zarow ist Grambin erreicht. Die Radwegmarkierungen leiten in einem Schlenker durch den Ort auf Höhe des Waldes geht es nach rechts über Straße und weiter bis Mönkebude. Vom Hafen in Mönkebude wieder zurück in südliche Richtung, hinter dem Rastplatz führt der Radweg in einiger Entfernung zur Straße auf einen unbefestigten, aber gut zu befahrenden Waldweg. Auf diesem südlich an Leopoldshagen vorbei. Wenig später trifft der Radweg wieder auf eine größere Straße, die überquert wird. Weiter auf dem Feldweg bis zu der Kreuzung mit einem verfallenem Schuppen Auf der Teerstraße nach rechts weiter bis( Bugewitz. Auf dem Damm durch das Naturschutzgebiet Anklamer Stadtbruch Hinter dem Aussichtsturm ist es mit dem Fahrkomfort erst einmal vorbei, denn nun geht es über eine recht buckelige Piste entlang der Rosenhagener Beck, An der zweiten Kreuzung mit einer Teerstraße gibt es zwei Möglichkeiten, die Tour fortzusetzen. . Nach rechts geht es zur Personenfähre von Kamp nach Karnin auf Usedom (bei dieser Route verkürzt sich der Weg nach Usedom um etwa 35 km), siehe Kasten Alternativroute), die Hauptroute des Oder-Neiße-Radwegs wendet sich nach links. Nach etwa 1 km rechts auf dem Spurplattenweg weiter durch Felder und Wiesen (der Mittelstreifen ist geteert ist, sodass es sich recht komfortabel radeln lässt)) bis Anklam. An der Kreuzung nach rechts auf der Hauptstraße weiter, vorbei an Zuckerfabrik, Bahnhof und Steintor bis zum Marktplatz. Der Ortsname legt es nahe: Ueckermünde (Bhf.) (1) liegt an der Mündung der Uecker, malerisch eingebettet zwischen Haff und Ueckermünder Heide. Der Name des Flusses geht zurück auf den slawischen Volksstamm der Ukrer, die das Einzugsgebiet des Flusses nach dem Abzug der germanischen Stämme bewohnte. Um 1260 erhielt der ursprüngliche Handelsplatz das Stadtrecht. Aus dieser Zeit stammt auch das älteste Gebäude von Ueckermünde, das ursprünglich als Burg errichtete Schloss (A). Die Burg wird bereits in einer Urkunde von 1178 erwähnt und diente bis ins späte 15. Jh. den pommerschen Herzögen als Residenz für ihre Jagdaufenthalte in den Wäldern der Ueckermünder Heide. Ende des 16. Jh. wurde sie zu einem Renaissanceschloss umgebaut, das später verfiel und 1730 endgültig abgerissen wurde. Erhalten geblieben sind der Südturm mit Treppenturm und Bergfried. Das Schloss ist Sitz des Haffmuseums (B)(Am Rathaus 3, Tel. 039771/284 42; Mai–Sept. Di 9–12 und 13–17 Uhr, Mi/Do 9–12 und 13–16 Uhr, Fr 9–12 und 13–15 Uhr, Sa 13–16 Uhr, So 10–12 und 13–16 Uhr, Okt.–April am Wochenende geschlossen), das die Geschichte von Stadt und Schloss sowie der hiesigen Schifffahrt erzählt. Vom Schlossturm bietet sich ein herrlicher Blick über die Altstadt und das Stettiner Haff. Im Stadtzentrum längs der Ueckerstraße präsentieren sich hübsch herausgeputzte Häuser mit vielen kleinen Geschäften und der historische Marktplatz (C). Nebenan erhebt sich die St.-Marien-Kirche (D). Die Pfarrkirche wurde von 1752 bis 1766 als barocker Saalbau über einer gotischen Vorgängerkirche erbaut. Der hoch aufragende neogotische Backsteinturm krönt seit 1863 die Stadtsilhouette. Sehenswert im Innenraum sind der 1961 renovierte Rokoko-Altar von 1775, drei historische Kronleuchter, mehrere große Ölgemälde und ein Taufbecken aus dem 17. Jh. Wichtigster Erwerbszweig der Ueckermünder war über Jahrhunderte die Fischerei. Ab dem 18. Jh. war der Stadt dann ein wirtschaftlicher Aufschwung vergönnt: An der historischen Handelsstraße von Königsberg nach Hamburg gelegen, stellte sie einen wichtigen Knotenpunkt auf dem Weg von Prenzlau über die Uecker bis ins Haff und weiter an die Ostsee dar. In und um Ueckermünde entstanden Speicher, Werften, Sägewerke und Ziegeleien. Ein sehenswertes Beispiel eines historischen Fachwerkspeichers (E) aus dieser Zeit steht in der Bergstraße 2. Heute ist Ueckermünde der nordöstlichste Seehafen Deutschlands. Den Stadthafen bildet die Uecker, die direkt durch die Altstadt fließt. Während der Hafen in der Vergangenheit von Lastenkähnen und Fischkuttern geprägt war, liegen heute vor allem Ausflugsdampfer an der Mole. Angeboten werden Touristentörns und Kaffeefahrten auf das Stettiner Haff, zur Insel Usedom oder in das benachbarte Polen. Ein Besuchermagnet der Stadt ist der Tierpark Ueckermünde (F) (Chausseestr. 76, Tel. 039771/549 40, www.tierpark-ueckermuende.de; März–Okt. täglich 10–18 Uhr, Nov.–Feb. täglich 10–15 Uhr). Seit 1962 sind hier auf einer Fläche von 18 Hektar im Stadtwald über 100 Tierarten in zum Teil begehbaren Gehegen untergebracht. Neben heimischen Haus- und Wildtieren leben hier auch verschiedene Affenarten, Löwen, Papageien, Lamas und Kängurus. Darüber hinaus widmet sich der Tierpark auch der Heimatgeschichte und zeigt alte landwirtschaftliche Traditionen mit Erntemaschinen und einer Bockwindmühle. Zwei Kilometer westlich von Ueckermünde liegt die Gemeinde Grambin. Zur Zeit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung 1451 lebten gerade einmal fünf oder sechs Fischerfamilien im Ort. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es zu einem bescheidenen wirtschaftlichen Aufschwung und neben Landwirtschaft und Fischerei florierte zunehmend auch der Handel, später entstand sogar eine Schiffswerft. Das ehemalige Fischer- und Bauerndorf ist heute ein gemütlicher Wohnort mit knapp 500 Einwohnern, einem Campingplatz am Haff und über 200 Jahre alten reetgedeckten Fachwerkhäusern. Auch in Mönkebude (2) dürfte die Anzahl der alljährlichen Urlaubsgäste, die hier am schönen Badestrand Wasser, Wind und Sonne genießen wollen, die Zahl der knapp 750 Einwohner deutlich übersteigen. Die Fischerstube Mönkebude (Am Kamp 13, Tel. 039774/203 23; Di–Do 13–16 Uhr, , Mai–Sept. Di/Do/Sa 14–16 Uhr sowie nach Voranmeldung) illustriert mit alten Reusen, Netzen, Aalstechern und Ölträufelbeuteln das einstige Leben und Arbeiten der Fischer. Der Ferienort Leopoldshagen (3) präsentiert ebenfalls in einer kleinen Ausstellung die Regionalgeschichte. In der örtlichen Heimatstube (Führungen nach Anmeldung bei Helmut Gollatz, Dorfstr. 15 direkt gegenüber der Heimatstube, Tel. 039774/209 08) in der alten Motormühle am östlichen Ortsrand erzählen historische Gegenstände und Dokumente die Geschichte des Dorfes. Die Ortschaft wurde Mitte des 18. Jh. auf Befehl von Friedrich II. als Kolonie gegründet und ist ein anschauliches Beispiel für ein Angerdorf mit auffallend breiter Hauptstraße und einer Fachwerkdorfkirche in der Dorfmitte. Ab jetzt geht es vorwiegend durch Felder und Wiesen ins Stadtzentrum von Anklam (Bhf.) (4).

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour36 km
Höhenunterschied140 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktUeckermünde
EndpunktAnklam
TourencharakterVon Ueckermünde geht es an der Haffküste entlang bis zur Hansestadt Anklam. Diese recht kurze und geruhsame Tour führt über gemütliche kleine Orte und durch eine idyllische einsame Landschaft, die wie eine stimmungsvolle Symphonie aus Wald und Wasser wirkt.
Beste Jahreszeit
MarkierungenRadwegweiser mit Oder-Neiße-Logo.
VerkehrsanbindungBahnverbindung Ueckermünde liegt an der Bahnstrecke Bützow–Ueckermünde/Szczecin, die von der Ostseeland Verkehr GmbH bedient wird (www.omebahn.de). Anreise mit dem Auto A 20 Lübeck–Prenzlau, Ausfahrt 35 (Pasewalk-Süd); B 109 bis Pasewalk; weiter über Torgelow nach Ueckermünde; großer Parkplatz auf dem Ueckerdamm. Rückfahrt Mit Regionalexpress und Ostseeland Verkehr; Fahrtdauer gut 1 Std.
GastronomieBreites Angebot in Ueckermünde und Anklam. Einkehrmöglichkeiten in Mönkebude, Leopoldshagen und Bugewitz.
Tipps
Zeesenbootsege: ln Zeesenboote nennen sich die traditionellen Fischerboote, die einst entlang der Boddenküste vom Saaler Bodden im Westen bis zum Stettiner Haff im Osten ihren Dienst verrichteten. Diese etwa zehn Meter langen Boote mit breitem Rumpf und dunkelbraunem Segel sind gut für die flachen Küstengewässer geeignet. In der DDR wurde der Fischfang mit Zeesenbooten noch bis Ende der 1970er-Jahre betrieben, vereinzelt kommen ehemalige Zeesenboote als Kleinkutter mit Motor sogar noch heute bei manchem Boddenfischer zum Einsatz. Überwiegend aber werden Zeesenboote heute aber nur noch als Freizeit- und Sportboote genutzt. Von Mönkebude aus sind Törns auf den Zeesenbooten »Ghost« oder »Romantik« möglich. Das Angebot reicht dabei von einer eineinhalbstündigen Kurzfahrt über ganztägige Segeltörns bis hin zum Fährbetrieb nach Usedom. Infos zu Segeltörns unter www.zeesenboot.de und www.segeln-stettiner-haff.deAbstecher zum Ukranenland (einfache Strecke ca. 15 km)Für historisch Interessierte oder Radler, die mit dieser kurzen Tagestour nicht ausgelastet sind, empfiehlt sich ein Abstecher von Ueckermünde auf dem Berlin-Usedom-Radfernweg über Eggesin nach Süden bis Torgelow. Dort entführt das Freilichtmuseum Ukranenland (Jatznicker Str. 31, Tel. 03976/20 23 97, www.ukranenland.de; im Sommer täglich 10–17 Uhr) den Besucher ins 9. und 10. Jh., als hier am Ufer der Uecker der Stamm der Ukranen lebte. Die Häuser wurden nach archäologischen Funden in Originalgröße rekonstruiert und man erlebt Handwerker beim Bronzegießern, Töpfern, Schmieden und Filzen. Zurück zur Hauptroute geht es entweder per Rad auf dem gleichen Weg oder per Bahn (Ostseelandverkehr: www.omebahn.de).
Verleih
Ueckermünde: MTM Fahrrad-Verkauf-Reparatur-Verleih, Ueckerstr. 122, Tel. 039771/598 44. Anklam: Zweiradhandel Hans-Dieter Stoll, Friedländer Str. 9, Tel. 03971/21 06 15; Prepernau Fahrradfachmarkt, Pasewalker Allee 25, Tel. 03971/21 05 50. Ueckermünde und Anklam (H.-D. Stoll): siehe Werkstätten.
Informationen
Das Stettiner Haff: Das Stettiner Haff (polnisch: Zalew Szczecinski), häufig auch Oderhaff genannt, liegt an der Mündung von Oder und Peene und ist das größte Haff der Ostsee. Bei einer Tiefe von durchschnittlich vier Metern nimmt es eine Fläche ein, die in etwa der des Stadtgebiets von Berlin entspricht. Die Ausdehnung beträgt von West nach Ost gut 50 Kilometer und von Nord nach Süd gut 20 Kilometer. Das Haff wird durch die lang gestreckte Kette der vorgelagerten Inseln Usedom und Wollin von der offenen Ostsee abgetrennt. Haffs sind typisch für sogenannte Ausgleichsküsten. Unter dem Einfluss von Wind und Wasser werden Sand und Kies an einer Stelle abgetragen, durch Meeresströmungen transportiert und an anderer Stelle wieder angelagert.
Unterkunft
Grambin: Campingpark Oderhaff, Dorfstr. 66 a, Tel. 039774/204 20, www.campingpark-oderhaff.de (April–Mitte Okt.). Anklam: Hotel Am Stadtwall, Demminer Str. 5, 17389 Anklam, Tel. 03971/83 31 36, www.hotel-am-stadtwall.de (DZ 69 €); Hotel Schwarz, Eckstr. 1 a, Tel. 03971/ 8327 42, www.hotel-schwarz.de (DZ ab 59 €); Villa Reisefreunde, Spantekower Landstr. 20, Tel. 03971/24 58 66, www.villareisefreunde.de.
Tourismusbüro
Touristik-Information Ueckermünde, Ueckerstr. 96, 17373 Ueckermünde, Tel. 039771/284 84, www.ueckermuende.de; Fremdenverkehrsverein Stettiner Haff, Ueckerstr. 96, 17373 Ueckermünde, Tel. 039771/284 84, www.urlaub-am-stettiner-haff.de; Anklam-Information, Markt 3, 17389 Anklam, Tel. 03971/83 51 54, www.anklam.de

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