Von Traunstein nach Bad Reichenhall

Traunstein – Lauter – Teisendorf – Anger – Piding – Bad Reichenhall (Autor: Thorsten Brönner)
Von Traunstein nach Teisendorf: Vom Stadtplatz in Traunstein in Richtung Ettendorf fahren und dem steilen Anstieg nach Hufschlag folgen. Auf panoramareichen Nebenstraßen nach Osten radeln und in einem ermüdenden Auf und Ab Lauter und Lacken passieren. Kurz darauf der berauschenden Abfahrt nach Oberteisendorf folgen und entlang der B 304 nach Teisendorf. Die heutige Etappe starten wir, indem wir durch den Torbogen des Jacklturms (I) schreiten und uns die steile Abfahrt zur Schützenstraße hinuntertasten, in die wir links einfahren. Anschließend folgen wir der Kammerer Straße (Kreisstraße TS 1) über die gleichnamige Brücke, fahren dort rechts und erklimmen auf der Ettendorfer Straße die erste Anhöhe des Tages. Oben angelangt, genießen wir einen der schönsten Panoramablicke der Reise. Unter uns in der Flussniederung sehen wir nochmals das malerische Stadtbild von Traunstein und dahinter – zum Greifen nahe – ragen die Chiemgauer Alpen in den bayerischen Himmel. Nach einer Rechtskurve erblicken wir die abgeschieden gelegene Kirche St. Vitus und Anna von Ettendorf , die sich perfekt in die weite Landschaftsszene einfügt. Jedes Jahr am Ostermontag ist sie Ziel des Traunsteiner Georgiritts, der auf heidnische Bräuche zurückgeht und seit 1492 zelebriert wird. Die Straße steigt weiter und wir treffen in Hufschlag ein, wo wir am Ortsausgang die St 2105 überqueren und rechts abbiegend unsere Fahrt nach Osten fortsetzen. Das ruhige Landsträßchen verwöhnt uns weiterhin mit einer schönen Gipfelschau und so kommen wir nach Lauter. Jetzt müssen wir einen unbeschrankten Bahnübergang passieren und den lang gezogenen Anstieg zum Weiler Lacken bewältigen. Im weiteren Streckenverlauf zwingen uns nochmals einige sehr steile Hügel aus dem Sattel, bis sich endlich die Landschaft senkt und wir nach Oberteisendorf hinunterrauschen. Dort biegen wir am Gasthof zum Hofwirt links ab, überschreiten den Bach und gelangen nach einer weiteren Rollpassage entlang der befahrenen Bundesstraße zu der links wegführenden Ortsstraße, auf der wir nach einem Kreisverkehr das im Rupertiwinkel gelegene Teisendorf (Bhf.) erreichen. Von Teisendorf nach Bad Reichenhall: Es geht weiter nach Süden. Nach der Unterführung der B 304 auf losem Schotter zum Höglwörther See. Weiterfahrt auf Rad- und Nebenwegen über Anger, Aufham und Jechling nach Piding. Die Autobahn unterqueren und auf unbefestigten Wegen stromaufwärts entlang der Saalach weiter nach Bad Reichenhall. Nach dem Kreisel radeln wir geradeaus in den Ort (Traunsteiner Straße), schwenken nach 500 Metern rechts in den Forstamtsplatz, um sogleich in die links beginnende Poststraße einzufahren. Nach dem Wieninger Bierhaus gelangen wir zur nächsten Kreuzung, wo wir die nach Süden verlaufende Alte Reichenhaller Straße (rechts) wählen und so zu dem am Ortsrand gelegenen Schwimmbad kommen. Hier unterqueren wir die Autobrücke der B 304 und radeln auf einem Naturweg weiter. Nun geht es für 2,3 Kilometer durch eine Wald- und Wiesenlandschaft, bis die Strecke unweit des zweiten Bauernhofs nach links in den geschotterten Mooshäuslweg abzweigt. Nach und nach öffnet sich die Landschaft und wir erreichen den friedlich gelegenen Höglwörther See . Mitten in dem Naturidyll erblicken wir das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift St. Peter und Paul. Das bescheidene Klosterareal wurde während der Säkularisation aufgelöst und befindet sich seither im Privatbesitz und kann daher nicht besichtigt werden. Aus diesem Grundwenden wir uns der Pfarrkirche zu, die am 7.August 1689 geweiht wurde. Der stimmungsvolle Innenraum des Bauwerks besticht durch eine sehenswerte Rokokoausstattung (1765) und verbildlicht uns mit dem »Heiligen Grab« die Leiden und die Grablegung Jesus. Wenn wir der Route weiter nach Süden folgen, blicken wir geradewegs auf den grenzbildenden, 1973 Meter hohen Untersberg, der den Eingang zum Saalachtal bewacht. Der Weg steigt nun wieder an und wir treffen in der Vorzeigegemeinde Anger ein, die uns mit einem weitläufigen Dorfplatz überrascht. Das großartige Ortsbild mit der goldenen Mariensäule, der aus Nagelfluhgestein erbauten Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt, den alten, blumengeschmückten Häusern und dem bewaldeten Bergrücken dahinter bildet ein einzigartiges Ensemble. Nachdem wir uns zur Weiterfahrt entschlossen haben, steuern wir auf der Pfaffendorfstraße an der Kirche vorüber und biegen in einer 180-Grad-Kurve rechts ab in den Mühlenweg. Nach der Überquerung der Stoißer Ache geht es links auf einem unbefestigten Weg mit leichtem Gefälle weiter, wobei die A8 in Sicht- und Hörweite rückt. Während der Talfahrt gelangen wir nach einem Rechts-links- Schwenk in das Gewerbegebiet von Aufham (wieder Asphalt), welches wir auf dem Achenweg in Richtung Jechling verlassen. Nun folgen wir dem Bachlauf für 2,5Kilometer und fahren anschließend links nach Piding. Hier unterqueren wir am Ortsrand die B 20 und gelangen auf der Wisbacherstraße (geradeaus) ins Zentrum. Dort halten wir uns an der Kirche links und schwenken nach weiteren 450 Metern rechts in die Haindlstraße. Jetzt heften wir uns an den Schotterweg, überqueren sowohl den unbeschrankten Bahnübergang als auch den folgenden Bachlauf, biegen dort rechts ab und unterqueren die Autobahnbrücke. Wenig später fahren wir über den Fluss Saalach und lassen uns von dem Wegweiser rechts in Richtung Bad Reichenhall lotsen. Schließlich geht es leicht ansteigend für gut zwei Kilometer durch den dichten Auwald, bis wir auf die Staufenbrücke treffen. Hier müssen wir links ins Wohngebiet einfahren (Teisendorfer Straße), dann über die Schienen steuern und dem rechts abzweigenden Weg für 500 Meter folgen. Nun radeln wir unter der Bundesstraße hindurch, schwenken nach der zweiten Unterführung links und anschließend rechts in die breite Salzburger Straße, an der wir das lang gezogene Kloster St. Zeno (A) (803 gegründet) erspähen.

Thermentour

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour36 km
Höhenunterschied250 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortTraunstein
AusgangspunktTraunstein
EndpunktBad Reichenhall
TourencharakterDer heutige Streckenabschnitt ist wie ein offenes Geschichtsbuch. Auf dem Salinen-Radweg passieren wir wichtige Stationen des »weißen Goldes«. Steigungsreich windet sich der Radweg wie auf einer Aussichtsplattform durch das Alpenvorland.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1:50 000, Lindau- Oberstaufen, www.geodaten.bayern.de; Radwanderkarte Bodensee-Königssee- Radweg 1:50 000, www.publicpress.de
MarkierungenBlauer Schriftzug »Bodensee-Königssee-Radweg« auf weißem Grund; durchgehend gleiche Markierung bis zum Königssee.
VerkehrsanbindungAnreise Traunstein lässt sich problemlos mit der Deutschen Bahn erreichen. Die Stadt verfügt außerdem über eine eigene Autobahnausfahrt an der A 8.
GastronomieTeisendorf: Alte Post. Anger: Pizzeria-Trattoria La Forchetta. Bad Reichenhall: Café Reber; Brauerei-Gasthof Bürgerbräu
Tipps
Traunstein (Bhf.) – der Hauptort des Chiemgaus – hatte mit dem Betrieb der im Stadtteil Au gelegenen Saline (1619– 1912) seine geschichtliche Blüte, die beträchtliche Bauwerke hervorbrachte. Die Große Kreisstadt bietet ihren Besuchern verschiedene Themenstadtführungen an, bei denenman die kulturellen Vorzüge von Traunstein kennenlernt. Das markanteste Bauwerk am zentralen Stadtplatz ist die Pfarrkirche St.Oswald (A),welche auf das Jahr 1342 zurückgeht und bei den beiden Stadtbränden 1704 und 1851 schwer beschädigt wurde. Direkt nebenan finden Sie das Ziegleranwesen. Im Inneren des 1572 erstmals erwähnten Bürgerhauses informiert Sie das Heimatmuseum (B) auf vier Etappen über die Stadt- und Regionalgeschichte (geöffnet: Mo–Sa 10–15Uhr, So 10–16Uhr). Wenn wir nun über eine der steilen Treppen zum unterhalb gelegenen Karl-Theodor-Platz absteigen, fallen uns die Salinenhäuser (C) auf. Unweit davon lohnt sich ein Besuch der Salinenkapelle St. Rupert und Maximilian (D), welche uns mit bedeutenden Fresken imponiert. Erwähnenswert sind außerdem die Kirche St. Georg (E) (1405), die Städtische Galerie (F) (Mi–So 14–18Uhr), das Druckereimuseum (G) (Mi 14–16Uhr) und das Brauereimuseum (H) (Mo/Di/Mi 11Uhr). Ebenfalls interessant sind die Reste der Stadtbefestigung, die Jugendstilhäuser sowie mehrere historische Brunnen.
Verleih
Traunstein: Fahrrad Mayer, Ludwigstr. 26, Tel. 0861/45 41, www.radsport-mayergmbh.de; Radsport Schneider, Wasserburger Str. 36, Tel. 0861/41 57, www.schneider-rs.com.
Unterkunft
Teisendorf: Haus Sonnbichl, Oed 7, Tel. 08666/73 41. Bad Reichenhall: Hotel Residenz Bavaria, Am Münster 3, Tel. 08651/77 60; Hotel-Pension Gablerhof, Nonn 55, Tel. 08651/983 40.
Tourismusbüro
Tourist-Information Traunstein, Haywards-Heath-Weg 1, Tel. 0861/9869523, E-Mail: info@tourismus-traunstein.de, www.traunstein.de
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