Von Telgte über Sendenhorst zur Werse

Leichte, nur wegen der Länge als mittelschwer eingestufte Rundfahrt ohne nennenswerte An- und Abstiege in Feld- und Wiesenfluren und Gehölzen. (Autor: Bernhard Pollmann)
59 km
100 m
5.00 h
Aus dem Bahnhof Telgte tretend, lenken wir halb rechts durch die schmale Bahnhofstraße Richtung »Gnadenkapelle«. An der ersten kleinen Kreuzung weist der Schlösser-Routen-Pfeil rechts in die Grabbestraße (Abkürzungsvariante der 100-Schlösser-Route), doch lohnt die Kapelle in der Altstadt des bedeutendsten Marienwallfahrtsorts im Münsterland einen kurzen Umweg: Wir fahren geradeaus zum Marktplatz, halten uns dort links, biegen sofort rechts in die Kapellenstraße ein und fahren auf die barocke Gnadenkapelle zu, in der vor einem uralten Muttergottesbild Kerzen brennen. Telgte ist der bedeutendste Marienwallfahrtsort im Bistum Münster. Ziel der Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes ist eine Pietà, die um 1370 aus dem Holz einer Linde geschnitzt worden sein soll. Das als wundertätig geltende Gnadenbild steht in einer von Peter Pictorius d.Ä. errichteten Barockkapelle (1654–57) neben der Ems und neben der spätgotischen Kirche. Da die Gassen bei Kapelle und Kirche dem Verkehr entzogen sind, herrscht eine ruhige, angenehme Atmosphäre mit Fachwerkbauten, Straßencafés und alten Bäumen, jenseits der Ems schließt sich ein Park an.
Vor der Kapelle (nun befinden wir uns auf der Haupttrasse der 100-Schlösser-Route) zweigen wir rechts (bzw. aus der Kapelle tretend: links) in die Herrenstraße ab und wenden uns am Ende vor der Autostraße (Baßwinkel) rechts Richtung Everswinkel (Radweg). An der Ampel an der Abzweigung Richtung Warendorf biegen wir links auf den Radweg neben der Warendorfer Straße ab und gleich wieder links auf den Alten Warendorfer Weg, der hinaus in die Feldflur führt. Nach Kreuzen der Warendorfer Straße taucht der schmale Asphaltweg (Delsener Heide) in ein Landschaftsschutzgebiet mit Einzelhöfen ein, an der ersten echten Kreuzung (TL 078, Einmündung des Westfalenradwegs R1) links (Bester Feld) und nächste rechts, wo sich auf der höchsten Kuppe (75 m, kurz davor zweigt der R1 links ab) der Umgebung Windräder drehen. Nach Durchfahren eines Waldstücks sehen wir dann den neuzeitlichen Pyramidenhelm des mächtigen romanischen Westturms der gotischen Magnuskirche von Everswinkel vor uns; auf dem Magnusplatz plätschert erfrischend ein Brunnen. Das gotische (1489–1522) Kirchenschiff mit Chor weist auf der Südseite zwei einzigartige Plastiken auf: Am Traufgesims direkt unter der Dachrinne ein echsenartiges Wesen mit Flügeln und buschigem Schwanz sowie auf dem südöstlichen Chorstrebepfeiler ein Eber auf einem Menschenkopf. Eidechse (Platt »Evversche«) und Eber werden als Anspielungen auf den Ortsnamen Everswinkel gedeutet und zugleich als Symbole für die in vorchristlicher Zeit verehrten Gottheiten, wobei der Eber für den germanischen Fruchtbarkeitsgott Frikko stehen soll. Die Kirche enthält das älteste Hungertuch des Bistums. Von der Magnuskirche führt die Schlösserroute sacht abwärts, zweigt links (An Haus Borg) und sofort wieder links ab (Von-Galen-Straße, dann geradeaus Hoetmarer Straße) und biegt am Ortsende rechts auf einen autofreien Asphaltweg ab, an dem vor dem nächsten Waldstück eine Bank zur Rast lädt. Gleich darauf wechselt die Route links auf ein Pättke, am Ende links auf den Betonplattenweg und vor dem Hoflädchen rechts auf den Feldweg. Zuletzt geht es am Hof Linnemann links auf die Straße und am nächsten Hof (Unterglaskulturen) wieder links, wobei nun langezeit das Voßbachtal mit seinen Feldern und Gehölzen die Route vorgibt, während sich rechts der Fernmeldeturm von Sendenhorst zeigt. Nach Überqueren der Angel wechselt die Route rechts auf ein Pättke, das in den alleeartigen Alten Postweg übergeht: Am Ende links (Hoetmarer Straße), nach den Bahngleisen rechts (Ladestraße) und am Ende links zur neugotischen Martinskirche im Zentrum (Fußgängerzone) von Sendenhorst. Hier rechts (Weststraße), am Ende halb links (Schulstraße, übergehend in die Weststraße) und vor dem Sportplatz rechts hinauf (Auf der Geist), am Torso der ehemaligen Windmühle vorbei, dann links (Jahnstraße) und durch ein Einfamilienneubaugebiet. Am Ende kurz links, rechts ab auf ein Pättke, rechts über das Bahngleis und links (Elmster Berg); gleich wieder links und an Gut Tockenburg vorbei auf einem Pättke/Feldweg, an dem bald darauf Sitzbänke und Tisch aussichtsreich zur Rast laden. Am Ende des Feldwegs links, am Ende rechts an der Landstraße entlang und am Ende der Ausbaustrecke (Bushaltestelle Reiterhof) rechts in den Wald hinein auf einem schönen Wald- und später Waldrandweg, danach auf Asphaltwegen nach Albersloh. Dort zweigt die Schlösser-Route vor der spätromanischen Hallenkirche Sankt Ludgerus rechts ab und wechselt kurz hinter der Wersebrücke rechts auf den autofreien Wersewanderweg. Der Wersewanderweg folgt als meist nicht asphaltierte Promenade dem von Weiden, Birken, Eichen und anderen Laubbäumen bestandenen Hochufer der kanalisierten Werse, zwischendurch zeigt sich hinter Bäumen der Kirchturm von Münster-Wolbeck, an der ersten Brücke wechselt der Weg ans gegenüberliegende Ufer und mündet kurz hinter Haus Dahl auf die Hiltruper Straße. Auf ihr (Radweg) überqueren wir die Werse und zweigen hinter der Brücke wieder autofrei rechts in die Wiesen ab, wenig später rechts schwingend auf eine über die Niederung und den Fluss geführte Fußgängerbrücke, die nach Münster-Angelmodde führt. Am Ende der Brücke zweigen wir links ab und folgen dem Pättke zwischen Ortsrand und Werse, bis die Schlösserroute am Kindergarten rechts hinauf führt und sofort links (Kirchplatz), am Ende rechts und sofort links (Alte Angelmodde), dann links (Angelmodder Weg). Bald nach erneutem Überqueren der Werse zweigt die Schlösserroute rechts ab (Am hohen Ufer), am Sportclub erneut rechts und die nächste links (Am hohen Ufer). Bald verliert der Weg den Asphaltbelag und folgt wieder als Promenade der Werse. Nach Unterqueren der ersten Straßenbrücke (Wolbecker Straße) wendet sich die Schlösserroute links, zweigt vor dem ersten Haus scharf rechts ab, taucht in ein unter Naturschutz stehendes Waldstück mit mehrhundertjährigen Buchen und Eichen ein und folgt dann weiter der nun breiter fließenden Werse, auf der hin und wieder Paddler zu sehen sind. Nach wunderschöner Waldfahrt erreicht die Schlösserroute das Ausflugsrestaurant Pleistermühle und schließt sich hier dem Westfalenradweg R1 an: Beschreibung der Weiterfahrt nach Telgte siehe Tour 15.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour59 km
Höhenunterschied100 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktBahnhof Telgte.
EndpunktWie Ausgangspunkt
TourencharakterAuf diesem landschaftlich hervorragenden 100-Schlösser-Routen-Rundkurs auf Asphalt und ungeteerten Wegen in Feldmark und Wäldern setzen die Kirchen von Telgte, Everswinkel und Albersloh die Hauptakzente, während die Herrenhäuser eher unauffällig bleiben. Den Natur-Höhepunkt bildet der Wersewanderweg – ein Idyll.
Beste Jahreszeit
KartentippRadwanderkarte 1:50000 Radelpark Münsterland, Blatt Kreis Warendorf.
MarkierungenSchloss, Richtungspfeile und namentliche Ausschilderung.
VerkehrsanbindungB 51 Münster – Telgte; Bahnlinie Münster -Telgte – Warendorf – Rheda-Wiedenbrück.
GastronomieTelgte, Everswinkel, Sendenhorst, Albersloh, Angelmodde, Pleistermühle.
Tipps
Variante: An der Pleistermühle mündet der von Münster herüberführende Wabenstrang 112 der 100-Schlösser-Route auf unseren Rundkurs ein (Beschreibung siehe Tour 15). In Albersloh zweigt der weiter werseaufwärts nach Drensteinfurt führende Wabenstrang 152 ab (Beschreibung siehe Tour 8).
Informationen
Die Legende von Telgte: Die Legende berichtet, dass einst ein junger Bauersmann mit seinem Ochsenkarren von Münster nach Telgte fuhr. Vor der Dicken Linde in Telgte blieb das Hornvieh plötzlich stehen und ließ sich nicht weiterbewegen, aus der Linde aber erstrahlte ein gleißendes Licht. Als der junge Bauer hinzutrat, entdeckte er in einem großen Spalt des Baums eine Figur der Muttergottes, die ihren gemarterten Sohn auf dem Schoß hielt. Und wie der Bauersmann niederkniete, sprach eine Stimme aus der Linde zu ihm: »Bringe mein Bild zu den Menschen.« Die uralte, teilweise von Efeu überwachsene »Marienlinde«, an der sich dies zugetragen haben soll, steht an der Münstertorstraße. Der Bildstock vor der Linde zeigt – wie in der Gnadenkapelle – eine Pietà mit der Muttergottes als dominierender Gestalt. Die Marienlinde hat seit dem 12. Jahrhundert viel gelitten durch den Brauch, ein Heilkraft besitzendes Blatt des Liebesbaums mitzunehmen: Bis zu 150000 Wallfahrer im Jahr nahmen der Linde Blätter und Kraft.
Tourismusbüro
Stadttouristik Telgte, Knickenbergplatz 7, 48291 Telgte, Tel. 02504/77571, Fax 02504/72015, Internet www.telgte.de. Verkehrsverein Everswinkel, Vitusstraße 8, 48351 Everswinkel, Tel. 02582/669313, Fax 02582/669314, Internet www.everswinkel.de. Stadt Sendenhorst – Fremdenverkehr, Kirchstraße 1, 48324 Sendenhorst, Tel. 02526/303112, Fax 02526/303100, Internet www.sendenhorst.de.
Tags: 
Mehr zum Thema