Von Ruhpolding um den Zinnkopf

Eine herrliche Rundtour, die jedoch ein wenig Kondition voraussetzt. Die Stei-gungen sind jedoch gleich zu Beginn der Tour zu bewältigen, und danach geht es gemütlicher auf ungeteerten Feld- und Radwegen weiter. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
32 km
300 m
2.00 h
Am südlichen Ende des Bahnhofs, am neuen Kreisverkehr in Ruhpolding, starten wir unsere Tour in die Waldbahnstraße, an deren Ende wir vor der Linkskurve auf die Traun stoßen. Hier beginnt nach rechts unser Radweg über ein kleines Brücklein. Wir radeln flussaufwärts, an den Tennisplätzen rechts vorbei und halten uns immer geradeaus durch den lichten Wald. Der Verkehrssicherheit halber wurden hier Rad- und Wanderwege getrennt. Immer geradeaus überqueren wir am Bädersteg die Traun. Wir passieren eine Kneippanlage und stoßen gleich darauf auf die Autostraße. Wenige Meter nach rechts und sofort wieder links folgen wir dem Schild »Landebahn/Fischerwirt«. Wir durchqueren den Golfplatz, halten uns an der zu einem Tor geschnittenen Buchenhecke links, bis wir erneut auf eine Autostraße stoßen. Hier teilen wir uns jetzt die Straße nach rechts mit dem Autoverkehr. Vor der Brücke über den Windbach biegen wir aber schon wieder links in die Straße Infang ein und folgen nun für ein Stück dem Mozart-Radweg. Der brenzlige Teil der Tour: Anfangs noch sacht, immer am Bach entlang, wird es langsam steiler und der Bachlauf immer schmäler. Wir lassen alle Abzweigungen unberücksichtigt und just, wenn wir meinen, steiler geht es nicht, und ein Stück schieben müssen, haben wir den Scheitelpunkt erreicht. Über Feuchtwiesen, auf denen Wiesenknopf und Mädesüß dicht gedrängt wachsen, sehen wir auf den Rauschberg. Nun werden wir für die vorangegangenen Mühen mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Passenderweise steht eine Ruhebank bereit. Danach wird es einfach: Hände an die Bremsen, denn wir rollen rasant an mächtigen Bauernhöfen und dem Froschsee vorbei ins Inzeller Becken. An der netten, sonnigen Kesselalm können wir eine Rast einlegen. Von hier ist es nicht mehr weit nach Inzell. Im Tal an der großen Autostraße können wir für die Ortsbesichtigung geradeaus in den schmalen Feldweg (Schild »Ortsmitte«) radeln. Ansonsten biegen wir hier links ab und passieren die Liebfrauenkirche in Niederachen, einem Ortsteil von Inzell.Inzell ist vor allem Wintersportfreunden ein Begriff. Hier treffen sich im Trainingszentrum die Eissportelite und der Nachwuchs zum Training. Im Eisstadion Inzell werden aber auch große Wettkämpfe mit internationaler Beteiligung durchgeführt. Von hier halten wir uns links auf der Kalorienpromenade weiter den Schildern »Traun-Alz-Weg« nach. Nun sind wir an der roten Traun, der wir gemütlich flussabwärts folgen. In Hammer können wir wieder einen Einkehrstopp erwägen. »Der Hammerwirt« mit seinem idyllischen Biergarten nebst Badeteich verführt mit den köstlichen Gerichten auf seinen Spezialitäten-Wochenkarten. Für die Weiterfahrt bleiben wir auf der rechten Seite des Flusses. Vom Autoverkehr fast gänzlich unbehelligt, folgen wir der ehemaligen Soleleitung nach Norden. Um das begehrte Salz, das man in den Bergen um Reichenhall fand, gewinnen zu können, musste das Wasser aus der Salzsole zunächst einmal verdampft werden. Das geschah in großen offenen Becken, die von unten mit Holzfeuern beheizt wurden. Zu Beginn des 19. Jh. ging der gewaltige Holzvorrat in den Berchtesgadener Bergen langsam, aber sicher zu Neige. Deshalb beschloss man, eine neue Saline in Rosenheim zu bauen, weil hier in der Umgebung genügend Torf zum Heizen zur Verfügung stand. Dafür wurde die Salzsole in einer langen Pipeline aus hölzernen Rohren von Reichenhall nach Rosenheim gepumpt.Beim Sägewerk in Frauenstätt wechseln wir die Uferseite und folgen immer geradeaus den Schildern »Siegsdorfer Runde« durch mehrere kleine Weiler. An der Straße folgen wir dem Schild nach Vitzthum unter der Autobahn hindurch. Nach dem Weiler biegen die Straßen schnell hintereinander ab, und wir sind schon fast in Siegsdorf. Achtung, nach dem Edeka und Getränkemarkt geht es links, man übersieht das Radwegschild leicht. Jetzt wird es an den Brücken und Unterführungen eng, und schon überqueren wir an einem Parkplatz die Traun, die hier aus der Roten und der Weißen Traun zusammenfließt. Am Freibad geht es links weiter mitten durch Siegsdorf nun wieder an der Weißen Traun entlang. Am lohnenswerten Mammutmuseum müssen wir erneut aufpassen. Am Kreisverkehr auf der gegenüberliegenden Uferseite halten wir uns ganz links am Fluss, fast als ob wir Gäste des Fitnessstudios wären, und passieren den engen Durchgang zwischen Haus und Fluss. Achtung: Nicht den Weg geradeaus in das Werksgelände der Siegsdorfer Petrusquelle nehmen. Schon sind wir wieder auf einem schmalen Uferweg, der uns an Schleusen vorbei direkt nach Süden bringt. In Eisenärzt wechseln wir gleich zweimal die Uferseiten. Jetzt verlassen wir den Fluss, und der Radweg verläuft ansteigend parallel zur Autostraße. Bald schon ist es geschafft, und vor uns liegt wieder Ruhpolding, auf das wir sanft abwärts zurollen.

Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour32 km
Höhenunterschied300 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktRuhpolding, kostenlose Parkplätze am Bahnhof
EndpunktRuhpolding
TourencharakterWir radeln um den Zinnkopf im Inzeller Becken und entlang der Roten und Weißen Traun. Ein Streckenabschnitt führt uns entlang der ehemaligen Soleleitung. Dann müssen wir uns bezüglich des kulturellen Teils der Tour entscheiden: Entweder besichtigen wir in Siegsdorf das Mammutmuseum oder am Ende der Tour das Holzknechtmuseum in Ruhpolding.
Hinweise
TIPP: HOLZKNECHTMUSEUM IN RUHPOLDING. Am Ende der Radtour lohnt in Ruhpolding eine Besichtigung des Holzknechtmuseums. Das im lichten Wald angelegte Freilichtmuseum ist zwar nicht sehr groß, aber trotzdem interessant gestaltet.MAMMUT AM WEGRANDIm Siegsdorfer Mammutmuseum ist alles Wissenswerte rund um die geologischen Besonderheiten des Chiemgaus, seine Fossilien und die Eiszeit dargestellt. Bekanntestes Ausstellungsstück ist Rudi, das 40 000 Jahre alte Skelett eines Mammuts, das den lichtdurchfluteten Raum komplett einnimmt. Rudi wurde ganz in der Nähe im Gerhardstreiter Grabe gefunden. Die spannende Geschichte um den sensationellen Fund und seine Entdeckung 1975 bis hin zu seiner Bergung im Jahre 1985 ist mit Fotos dokumentiert. Unglaublich, dass der damals erst 16-jährige Bernhard von Bredow buchstäblich über den Knochen gestolpert und sich noch dazu gleich der Bedeutung seines Fundes bewusst war. Zusammen mit einem Freund legte er im Laufe des damaligen Herbstes viele Knochen frei. Sie behielten jedoch ihr Geheimnis für sich und verrieten niemanden etwas über ihre Entdeckung. Erst zehn Jahre später kehrte Herr Bredow nach seinem Studium zurück und ging mit dem Fund an die Öffentlichkeit. Das große Graben begann 1985, und dabei wurden noch erheblich mehr Knochenstücke geborgen. Mit dem Mammut ist der Rundgang durch das Museum aber noch nicht beendet, denn in einem unheimlichen, dunklen Höhlengang warten noch Höhlenlöwe, Bären und jede Menge Faustkeile, Werkzeuge und Waffen aus der Steinzeit auf uns.
KartentippKompass Karte Nr. 16 Traunstein/Waginger See, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 8 Richtung Salzburg, Ausfahrt Traunstein/Siegsdorf, und Richtung Süden über Siegsdorf bis Ruhpolding; der ausgeschilderte Parkplatz liegt mitten im Ortszentrum. Mit der Bahn von München über Traunstein nach Ruhpolding.
GastronomieHammer: Gasthof Hörterer, genannt »Der Hammerwirt« in Hammer, bekanntes Ziel mit hervorragender Küche. Kesselalm: siehe I-Tüpfelchen
Tipps
BADEMÖGLICHKEIT: Freibad in Siegsdorf

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