Von Peiting nach Steingaden.

Peiting – Rottenbuch – Wildsteig – Wies – Steingaden.
Abwechslungsreiche Tour durch eine wellige Landschaft mit mäßigen Steigungen, aber auch schönen Aussichten. (Autor: Tassilo Wengel)
24 km
120 m
3.00 h
Von Peiting nach Wildsteig.
Von Peiting aufwärts durch Wald, abwärts über Moos nach Rottenbuch, über Kreit nach Wildsteig fahren.
In Peiting folgen wir der B 23 durch die Ortschaft und benutzen am Ortsende den rechten Radweg. Bei einem Gasthof halten wir uns rechts und fahren vom Radweg auf eine schmale Straße, die uns steil aufwärts führt. Wir durchfahren ein Waldgebiet, radeln abwärts zur Bundesstraße und fahren auf dem Radweg weiter. Bald unterqueren wir die B 23, gelangen nach Moos und sind nach abermaligem Unterqueren der Bundesstraße in Rottenbuch angelangt. Hier ist das ehemalige Augustinerchorherrenstift besonders sehenswert, das im Jahr 1093 unter Herzog Welf IV. gegründet wurde. Es liegt inmitten einer vielfältigen Moränenlandschaft über der Ammerleite, die vom hoch aufragenden, frei stehenden Turm der Pfarrkirche Mariä Geburt bestimmt wird. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war es das bedeutendste Kloster in Deutschland. Die einstige romanische Basilika – zwischen 1085 und 1125 errichtet – wurde gotisch umgestaltet und zwischen 1737 und 1746 nach Entwürfen von Joseph Schmuzer von seinem Sohn und weiteren Wessobrunnern mit verschwenderischer Rokokoausstattung versehen. Der prachtvolle Hochaltar des Weilheimers Franz Xaver Schmädl wurde von 1749 bis 1751 geschaffen.
Vom Kloster aus führt unser Weg hinter dem Torbogen schräg nach rechts. Wir unterqueren die B 23, fahren nach links bis zur Straße Solder und biegen dann rechts ein. Bei der nächsten Querstraße schwenken wir nach links und halten uns dann bei der Haldenberger Straße ebenfalls links. Auf dieser kommen wir zur Straße Engle und radeln an Schönegg vorbei zur Landstraße 2059. Dort schwenken wir nach rechts, um die Siedlung Wildsteig, eine uralte Bergbauerngemeinde, zu erreichen.
Von Wildsteig nach Steingaden.
Von Wildsteig aufwärts zum Bergsattel, abwärts nach Wies, über Litzau nach Steingaden.
Wir folgen dem »Prälatenweg« weiter und fahren die Kirchbergstraße aufwärts bis zum Bergsattel – von dort geht es abwärts in Richtung Wies. An der schönen Holzkirche in Unterhäusern und an einem Marterl auf der Höhe vorbei gelangen wir direkt zur Wies, der Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland, die jährlich Tausende von Besuchern anlockt. Von der Wallfahrtskirche folgen wir neben der Kapelle ohne Turm der Romantischen Straße nach Steingaden, dessen Marktplatz wir über die Welfenstraße erreichen. Schon aus der Ferne sind die beiden Türme der ehemaligen Prämonstratenserkirche sichtbar. Es war Herzog Welf VI, der 1147 das Kloster Steingaden stiftete und mit Prämonstratensern besetzte. Auch als Welfenmünster bekannt, war es das Lieblingskloster des Herzogs, der hier auch begraben ist. Seelsorge, Kunst und Wissenschaft bestimmten 600 Jahre lang das Wesen des Klosters, bis auch hier die Säkularisierung tiefe Spuren hinterließ. Erhalten blieb ein Teil des stimmungsvollen Kreuzganges mit der Brunnenkapelle und die Kirche, deren Innenraum in einem Rokokogewand erstrahlt.

Tour auf einen Blick.
km 0. Peiting, über Moos nach Rottenbuch.
km 9,5. Rottenbuch, über Kreit nach Wildsteig.
km 15. Wildsteig, über Bergsattel abwärts nach Wies.
km 19. Wies, durch Waldgebiet nach Steingaden.
km 24. Steingaden, Ende der Tour.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour24 km
Höhenunterschied120 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
StartortPeiting.
AusgangspunktPeiting.
EndpunktSteingaden.
TourencharakterDie Moränenlandschaft nördlich der Ammergauer Alpen fordert zwar stellenweise etwas mehr Kraft zum Radeln, entschädigt dafür aber durch herrliche Ausblicke auf das Ammergebirge und die zahlreichen kulturhistorischen Kostbarkeiten am Wegesrand, wie zum Beispiel die Wieskirche bei Steingaden.
Beste Jahreszeit
KartentippADFC-Radtourenkarte Nr. 26, Oberbayern/München, Maßstab 1:50 000; Stadtplan von Augsburg, erhältlich bei der Tourist-Information Augsburg.
MarkierungenRadweg Romantische Straße.
VerkehrsanbindungMit dem Auto auf der A 96 bis zur Abfahrt Landsberg am Lech-Nord, auf der B 17 nach Schongau. Mit der Bahn bis Peiting.
GastronomieRottenbuch. Gasthof zum Koch, Klosterhof 26; Café am Tor, Klosterhof 1. Steingaden-Wies: Gasthof Schweiger neben der Wieskirche, Wies 9; Gasthof Moser bei der Wies, Wies 1. Steingaden: Landgasthof Lindenhof, Schongauer Straße 35; Gasthof Zur Post, Marktplatz 1.
Verleih
Fahrradverleih. Eine Auswahl wichtiger Orte: Würzburg: Veloca, Landwehrstraße 13, Tel. 0931/126 27 Wertheim: Rösch, Spessartstraße 18, Tel. 09342/61 23 oder 382 70; Bahnhof, Tel. 09342/13 41 Bad Mergentheim: Fa. Fischer, Obere Mauergasse 61, Tel. 07931/77 63; Bahnhof, Tel. 07931/73 41 Weikersheim: Fahrradgeschäft Velo, Tel. 07934/297 Rothenburg: Fa. Herrmann, Geigerstraße, Tel. 09861/404 92; Rat und Tat, Bensenstraße 17, Tel. 09861/879 84 Dinkelsbühl: Tourist Service, Marktplatz, Tel. 09851/902 40 Nördlingen: Jet-Tankstelle, Auf der Kaiserwiese, Tel. 09081/801092; Zweirad Müller, Gewerbestraße 16, Tel. 09081/56 75; Radsport Böckle, Reimlinger Straße 19, Tel. 09081/801040 Donauwörth: Fa. Motorrad Sellmair, Dillinger Straße 53, Tel. 0906/56 80 Augsburg: Hauptbahnhof, Reisezentrum Schalter 6, täglich 6–20 Uhr, Tel. 0821/32 64 93 Landsberg: Fremdenverkehrsamt der Stadt Landsberg am Lech, Hauptplatz 1, Tel. 08191/128245-246 oder -268 Schongau: Wacht Sport-Service, Oskarvon-Miller-Straße 19, Tel. 08861/34 97 Füssen: Bahnhof, Tel. 08362/63 13; Radsport Zacherl, Rupprechtstraße 8 1/2, Tel. 08362/32 92; Jeti’s Mountainbike-Shop, Kemptener Straße 87, Tel. 08362/39712
Informationen
Die Wieskirche. Sie ist das schönste und letzte Werk von Dominikus Zimmermann. Zusammen mit seinem Bruder Johann Baptist Zimmermann, dem Freskenmaler und Stuckateur, hinterließ er der Nachwelt ein Bauwerk von einmaliger Schönheit, das 1983 von der UNESCO zum Weltkulturgut erhoben wurde. Die Bauarbeiten begannen 1745 und waren 1759 mit der Fertigstellung des Langhauses vollendet. Der Glanz und die Pracht der Farbenharmonie – von blendend weiß über gold bis blau – lässt sich nicht in Worte fassen, man muss das Gesamtwerk einfach auf sich einwirken lassen. Dazu gehört auch das Gnadenbild des gegeißelten Heilands, das 1749 in die Wies kam. Verlässt man die Kirche, erkennt man unter der Empore eine Darstellung, wie das Gnadenbild in die Wies gebracht wird. Dominikus Zimmermann selbst konnte sich von »seiner Wies« nicht trennen und lebte in einem kleinen Häuschen vor der Kirchenfassade bis zu seinem Tode am 16. November 1766.
Unterkunft
Steingaden. Gasthof Zur Post, Marktplatz 1, Tel. 08862/203.
Tourismusbüro
Tourist-Information Steingaden, Krankenhausstraße 1, 86989 Steingaden, Tel. 08862/200.