VON OFFENBURG DURCH DAS UNTERE KINZIGTAL

Bequeme Rundtour ohne nennenswerte Anstiege im breiten Tal der Kinzig; zunächst talaufwärts am Fuß des östlichen Talhangs, talabwärts westlich der Kinzig; abwechselnd auf Rad- bzw. Wirtschaftswegen und verkehrsarmen Straßen. Die Tour kann verkürzt werden in Orten mit einer Brücke über die Kinzig. (Autor: Ute und Peter Freier)
57 km
120 m
4.00 h
Von Offenburg nach Gengenbach - Vom Stadtrand Offenburg folgen wir einem Radweg entlang der Straße in südlicher Richtung, unterqueren eine nach Ortenberg führende Straße und radeln auf das erhöht sitzende Schloss Ortenberg zu. Am Rand des Ortes Ortenberg folgen wir der Ortsdurchfahrt in die Ortsmitte, biegen wenig später links ab und passieren die mit Weinstöcken bepflanzte Erhebung, auf der das anstelle einer Burgruine im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil durch einen englischen Kaufmann erbaute Schloss Ortenberg thront. Nach wenigen Hundert Metern folgen wir an einer Gabelung entweder der Radmarkierung geradeaus oder, interessanter zu fahren, dem Sträßchen nach links entlang des Talhangs; die beiden Sträßchen vereinigen sich wieder am Ortsrand von Ohlsbach. Wir durchfahren Ohlsbach und erreichen einige Minuten später Gengenbach mit seiner Altstadt: dreieckiger Marktplatz mit Rathaus und Brunnen, blumengeschmückte Fachwerkhäuser und malerische Gassen, besonders schön die Engelgasse; ehemalige Klosterkirche aus dem 12. Jahrhundert und Reste der einstigen Stadtbefestigung mit zwei Tortürmen.Im ehemaligen Gengenbacher Bahnwärterhaus, außerhalb der Altstadt beim Kinzigtor gelegen, ist ein Flößereimuseum eingerichtet, das u.a. auch über die riesigen Rheinflöße informiert, die wochenlang nach Holland unterwegs waren.Über Biberach nach Haslach: Auf dem Marktplatz wenden wir uns nach rechts und verlassen die Altstadt durch das Kinzigtor. Sofort nach links führt eine Straße entlang der Bahnlinie und der kanalisierten Kinzig an den Ortschaften Schwaibach, Dantersberg sowie Bergach vorbei und durch Schönberg, Fröschbach und ein Wohngebiet von Biberach zur Verbindungsstraße Biberach–Zell am Harmersbach (ein Abstecher in die einst freie Reichsstadt Zell am Harmersbach beträgt 4 km hin und zurück).Bei den letzten Häusern von Biberach biegen wir rechts ab, durchqueren das Tal des Harmersbach und folgen bei Unterentersbach einer von Zell am Harmersbach herführenden Straße weiter bequem talaufwärts. Unmittelbar am Fuß des bewaldeten Talhangs verläuft diese alte Talstraße, die auf Höhe des jenseits der Kinzig liegenden Orts Steinach kurz den Fluss berührt und über Bollenbach nach Schnellingen führt. Am Ortsende wenden wir uns nach rechts, überqueren die Kinzig und erreichen den Bahnhof und die unter Denkmalschutz stehende Altstadt von Haslach im Kinzigtal. Die Gebäude stammen überwiegend aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, denn um 1700 wurde die Stadt von den französischen Truppen zerstört.Links der Kinzig nach Offenburg: Durch die Hauptstraße verlassen wir die Altstadt von Haslach und folgen nach rechts der Steinach-, anschließend der verkehrsreichen Schwarzwaldstraße (B33). Vor einer Bahn-Unterführung – linker Hand ein Freibad – biegen wir links ab, folgen einem Radweg unmittelbar entlang der Bahngleise talabwärts nach Steinach, wo der Kinzigtal-Radweg links abzweigt. Nach wenigen Kilometern nähert sich der Weg wieder der Kinzig und verläuft neben der B33.Bei Biberach folgen wir einer zumeist ruhigen Straße in Richtung Gengenbach/Berghaupten, und wenig später haben wir zwei Möglichkeiten für die Weiterfahrt: Wer möglichst rasch nach Offenburg zurückkehren möchte, folgt dem über längere Strecken schnurgerade an der Bundesstraße verlaufenden Kinzigtal-Radweg. Interessanter aber ist es, auf der Straße nach Fußbach zu radeln, links abzubiegen in den Ort und entlang des Waldrands auf einem Wirtschaftsweg über Strohbach zum Ziegelwaldsee; durch Berghaupten, auf einem Sträßchen am Doppelwaldsee vorbei und kurz darauf zum Kinzigtal-Radweg an der B33. Wir radeln durch Elgersweier, unterqueren am Ortsende die B33 und passieren am Stadtrand von Offenburg den großen Gifiz-See. Am Ende des Sees wenden wir uns an einer Wegkreuzung nach rechts, überqueren die Kinzig und erreichen gleich darauf die Offenburger Sportanlagen und unseren Ausgangspunkt.Verkürzte Varianten: In Gengenbach, beim Weiler Schönberg oder in Biberach kann man die Kinzig überqueren und nach Offenburg zurückkehren.

BADEMÖGLICHKEITEN Freibad in Offenburg, Gengenbach, Biberach und Haslach; Bademöglichkeit vor Berghaupten im Ziegelwaldsee, kurz nach Berghaupten im Doppelwaldsee und im Gifiz-See am Stadtrand Offenburgs

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour57 km
Höhenunterschied120 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktOffenburg.
EndpunktOffenburg.
TourencharakterDer untere, breite Abschnitt des Kinzigtals wird vom Obst- und Weinbau geprägt, denn an den sonnigen, windgeschützten Süd-/Südwesthängen herrschen ideale klimatische Bedingungen. Nicht verwunderlich, dass das Kinzigtal im frühen Mittelalter (9. Jahrhundert) zu den ersten besiedelten Tälern gehörte – im 8. Jahrhundert erfolgte in Gengenbach die Gründung eines der ersten Schwarzwaldklöster –, von denen aus die Erschließung und Besiedlung des Schwarzwalds erfolgte.
Hinweise
BADEMÖGLICHKEITEN - Freibad in Offenburg, Gengenbach, Biberach und Haslach; Bademöglichkeit vor Berghaupten im Ziegelwaldsee, kurz nach Berghaupten im Doppelwaldsee und im Gifiz-See am Stadtrand Offenburgs
KartentippRadwanderkarte des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Blatt 50 (Schwarzwald Nord), 1 - 100000.
MarkierungenAuf der ersten Streckenhälfte bis Haslach Radwegweiser mit Richtungsangaben, auf der zweiten Hälfte Kinzigtal-Radweg.
VerkehrsanbindungPkw - A5 Karlsruhe–Basel, Ausfahrt 55 (Offenburg); B33 etwa 3 km weit in Richtung Hausach; der Ausschilderung Sportstätten/Badesee folgen, die Kinzig überqueren und links abbiegen zu einem großen Parkplatz bei den Sportanlagen. Bahn: Offenburg ist Station an der Rheintalstrecke Karlsruhe–Freiburg.
GastronomieIn allen größeren Orten an der Strecke.
Tipps
Sehenswertes in Haslach - Schwarzwälder Trachtenmuseum in ehemaligem Kapuzinerkloster am westlichen Rand der Altstadt mit der im Schwarzwald umfangreichsten Sammlung von Trachten aus verschiedenen Regionen des Schwarzwalds und des Rheintals.Hansjakob-Museum, Ausstellung und Archiv im Freihof, dem ehemaligen Altersruhesitz des Pfarrers, Lehrers, Politikers und Volksschriftstellers Heinrich Hansjakob; am östlichen Stadtrand.HEINRICH HANSJAKOB (1837–1916): Der in Haslach geborene Pfarrer war ein engagierter Politiker und Schriftsteller, der die Not der Arbeiterfamilien während der Industrialisierung anprangerte und sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter- und auch der Bauernschaft einsetzte; u.a. betrieb er in Hagnau am Bodensee die Gründung einer Weingärtner-Genossenschaft. Heute ist Heinrich Hansjakob eher bekannt als traditionalistischer Volksschriftsteller, der die Sitten und Gebräuche seiner Heimat zu bewahren versuchte. So warb er beispielsweise um die Beibehaltung der Trachten, denn junge Leute legten die Tracht ab zugunsten »moderner« Kleidung. Begraben ist Heinrich Hansjakob an der bei Hofstetten etwas erhöht am Hang stehenden Hansjakobkapelle, zwei Kilometer südlich von Haslach.Kennzeichen von Heinrich Hansjakob war ein großer Schlapphut, den er in Nachahmung und zu Ehren von Friedrich Hecker trug, einem der Führer der badischen Revolution von 1848/49. Heute ziert dieser Schlapphut die Markierungstäfelchen der beiden mehrtägigen Hansjakob-Wanderwege bei Schapbach/Schenkenzell und im Raum Haslach/Zell am Harmersbach/Wolfach.
Tourismusbüro
Tourist-Information, Fischmarkt 2, 77652 Offenburg, Tel. 0781/822000, www.offenburg.de; Tourist-Information Haslach, Klosterstr. 1, 77716 Haslach, Tel. 07832/706172, www.haslach.de, Kultur- und Tourismus GmbH, Im Winzerhof, 77723 Gengenbach, Tel. 07803/930143, www.stadt-gengenbach.de

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