Von Niederranna nach Aschach

Der asphaltierte Uferweg führt nahezu unbehelligt vom Autoverkehr an der Donau entlang. In Au muss mit der Fähre auf die rechte Flussseite gewechselt werden. (Autor: Bernhard Irlinger Michael Reimer WolfgangTaschner)
34 km
680 m
3.00 h
Wir bleiben in Niederranna auf der linken Donauseite und radeln unterhalb des bewaldeten und steil abfallenden Hochufers entlang. Gleich nach dem Ort führt links eine schmale Straße den steilen Abhang zum Schloss Marsbach hinauf. Die 1075 erstmals urkundlich erwähnte Burg war lange Zeit von Raubrittern bewohnt, die von dort oben die Donau über weite Strecken einsehen konnten, um ihre Raubzüge gegen vorbeikommende Schiffe entsprechend vorzubereiten. Heute ist Schloss Marsbach in Privatbesitz und damit leider nicht zu besichtigen. Den Donaublick von oben können wir zudem später an einer anderen Stelle nachholen.
Besichtigung der Schlögener Donauschlinge Wir nähern uns langsam der Schlögener Donauschlinge, einer der landschaftlich interessantesten Stellen des Donauradwegs. Während sich über Millionen von Jahren an dieser Stelle die Berge aufgefaltet haben, hat gleichzeitig die Donau ihren
Weg gesucht und in das Gestein gespült. Auf diese Weise ist schließlich eine Schleife in Form des Buchstaben S entstanden. So erleben wir, wie der Fluss auf einer kurzen Strecke gleich zweimal seine Richtung um 180 Grad ändert. Für die Schiffer war diese Stelle früher aufgrund starker Strömungen nur sehr schwer zu meistern. Heute hingegen liegt die Donauschlinge bereits im Rückstaugebiet des Kraftwerks in Aschach. Entsprechend ruhig geht es auf dem Wasser zu.
Abstecher zur Ruine Haibach Die Donauschlinge ist natürlich am besten von oben zu erkennen. Für den Ausflug zum Aussichtsturm der Ruine Haibach sind insgesamt etwa 1,5 Stunden einzuplanen. Dazu stellen wir die Räder etwa 300 Meter hinter der ersten Donaufähre ab und nehmen den Forstweg, der linker Hand steil in den Wald hinaufführt. Nach etwa einer halben Stunde Anstieg ist die Ruine erreicht. Das Stahlgerüst im Innern bringt uns sicher zur Aussichtsplattform hinauf. Wir können jetzt sowohl auf der Nordost- als auch auf der Südwestseite auf die Donau blicken, wie sie jeweils in anderer Richtung unter uns vorbeifließt.
Wechsel auf die rechte Uferseite Da kurz hinter Au die linke Seite der Donau für Radfahrer gesperrt ist, müssen wir ans rechte Ufer wechseln. Dazu bieten kurz hintereinander drei Fährbetriebe ihre Dienste an. Alternativ bietet sich die Wanderung entlang des Naturlehrpfads an (siehe Kasten). Auf den nächsten 25 Kilometern bis Aschach rollen wir immer am linken Ufer entlang auf einer für den Autoverkehr gesperrten asphaltierten Anliegerstraße, immer mit Blick auf die Donau. Große Laubbäume spenden angenehmen Schatten und hin und wieder laden Gaststätten oder Kioske unterwegs zur Einkehr. Beim Passieren des Campingplatzes schräg gegenüber von Untermühl sehen wir hoch über dem Ufer das Schloss Neuhaus stehen. Etwas unterhalb des Schlosses ist der Kettensperrturm zu erkennen. Von dort aus wurden früher vorbeifahrende Schiffe mit einer Kette angehalten und ausgeraubt.
Beim Kraftwerk Aschach lichtet sich langsam der Wald, die steilen Uferhänge zu beiden Seiten der Donau werden immer niedriger und in Aschach erreichen wir das flache und weite Eferdinger Becken.

Fahrzeiten: Niederranna – Au 45 Min. – Inzell 15 Min. – Kobling 15 Min. – Aschach 1 Std. 45 Min.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour34 km
Höhenunterschied680 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktNiederranna.
EndpunktAschach.
TourencharakterWir passieren eine der landschaftlich schönsten Stellen der oberen Donau und radeln anschließend lange Zeit unbehelligt vom Autoverkehr direkt am Ufer entlang.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass-Radtourenkarte 1:25000, Blatt 151.
VerkehrsanbindungAnfahrt: Nach Niederranna gibt es leider keine Bahnverbindung. Mit dem Auto nimmt man von Passau die B 130 bis Wesenufer und wechselt dort hinüber nach Niederranna. Rückfahrt: Ab Aschach besteht eine Schiffsverbindung zurück mit Halt beispielsweise in Niederranna, Engelhartszell oder Passau (www.donauschiffahrt.de). Mit der Bahn gibt es von Aschach eine eingeschränkte Verbindung nach Passau über Wels.
GastronomieUnterwegs findet man immer wieder Kioske oder Gaststätten.
Tipps
Die Schopper von Aschach - Unter Schoppen versteht man in der deutschsprachigen Donauregion das Stopfen von Moos in die Ritzen der Bootsplanken, um das Boot abzudichten. Die Schiffbaumeister hießen deshalb auch Schopper. In Aschach wird direkt am Donauufer im Schoppermuseum die Geschichte der Schifffahrt an der oberen Donau gezeigt. Vor dem Gebäude ist der letzte original erhaltene »Zehner Trauner« aufgestellt, ein Holzschiff zur Beförderung schwerer Lasten. Es wurde von den einheimischen Schoppern gebaut, um Steine aus den umliegenden Steinbrüchen zu transportieren, die dazu erst einmal mit sogenannten »Stoaböck« – aus Hartholz gefertigten Schubkarren – auf das Boot gebracht werden mussten. Je nach Wegrichtung trieb dann der Zehner Trauner die Donau hinab oder wurde von Pferden flussaufwärts gezogen. Im Obergeschoss des Schoppermuseums ist das Fischereimuseum untergebracht. Hier wird die Entwicklung der Erwerbs- und Freizeitfischerei an der oberen Donau gezeigt. Öffnungszeiten tgl. Mai und Juni 11.30–18 Uhr, Juli und Aug. 10.30–19.30 Uhr, Sept. 13–17 Uhr. Naturlehrpfad Donauschlinge - Die linke Donauseite ist kurz hinter Au für Radler gesperrt. Das lange Zeit unpassierbare Steilufer wird mittlerweile von einem Steig gequert, dem Naturlehrpfad Donauschlinge. Treppen, Geländer und Brücken ermöglichen es, zumindest zu Fuß dieses landschaftlich unberührte Teilstück der Donau zu erkunden, in dem sich Tiere und Pflanzen ungehindert entwickeln konnten. Entsprechende Informationen zu Geologie, Klima, Tier- und Pflanzenwelt sind auf zahlreichen Schautafeln dargestellt. Für Radler bietet sich die Möglichkeit, die Fahrräder in Au auf die Santa Maria zu verfrachten und zu Fuß die ca. 5 km auf dem Naturlehrpfad nach Grafenau zurückzulegen. In dieser Zeit hat die Fähre die Räder ebenfalls dorthin gebracht und man kann die Fahrt am linken Donauufer fortsetzen.
Unterkunft
Gasthof Ernst, Untermühl 4, Neuhaus, Tel. 07232/2919; Campingplatz Gasthof Kaiserhof in Kaiserau, Tel. 07273/62210.
Tourismusbüro
Radl-Info kurz vor Aschach oder unter www.aschach.at

Lust bekommen? Noch mehr Touren finden Sie in unserem Buchtipp:

Michael Reimer, Wolfgang Taschner

Der Donau-Radweg

Der Donau-Radweg besticht mit reizvoller Landschaft, viel Kultur nicht nur in Wien oder Budapest und so viel Komfort, dass auch Kinder ihn gut bewältigen können.

Jetzt bestellen
Tags: 
Mehr zum Thema