Von Neubeuern nach Bernau am Chiemsee

Neubeuern – Rohrdorf – Frasdorf – Aschau – Bernau am Chiemsee (Autor: Thorsten Brönner)
23 km
260 m
2.00 h
Von Neubeuern nach Frasdorf: Zunächst auf ruhigen Fahrwegen über Pinswang nach Rohrdorf, dort auf einen Waldweg wechseln. An dessen Ende dann für 7 km auf dem Radweg der A 8 talaufwärts bis Frasdorf folgen. Am Marktplatz von Neubeuern radeln wir weiter bis zur Samerstraße, der wir auf dem Begleitradweg bis nach Altbeuern folgen. Dort schwenken wir an einer Bäckerei rechts in die Eichendorfstraße. Kurz nach dem Ortsausgang, bietet sich die Möglichkeit, das Geotop »Mühlsteinbruch Hinterhör« zu besichtigen. In der »Wolfsschlucht« wurden vom 16. bis ins 19. Jahrhundert Sandsteine aus dem Helvetikum herausgebrochen. Die unverkennbaren Abbauspuren sind heute noch sichtbar. Abtransportiert wurden die Steine mit den Innschiffen, die das lange Bestehen des Steinbruchs erst ermöglichten. Wir erreichen Pinswang, folgen hier der Hauptstraße nach links und radeln bis Rohrdorf. Dort geht es rechts in die Bahnhofstraße, über die Rohrdorfer Ache und die Bahngleise. Jetzt nimmt uns die rechts abgehende Urbanstraße auf. Nun folgen wir in ruhiger Fahrt auf einem Kreuzweg dem Bachlauf durch einen schönen Mischwald bergan, bis wir zu dem Radweg der Kreisstraße RO26 (Sinning) gelangen, der nach Osten verläuft. Es dauert nicht lange und wir treffen auf die Kreisstraße RO5, der wir weiterhin bergauf folgen. Hier lässt uns die Lärmbelästigung durch die nahe A8 einen Zahn zulegen und so treffen wir über Achenmühle in Frasdorf ein. Von Frasdorf nach Bernau am Chiemsee: Ab Frasdorf von der Autobahn wegschwenken und der Deutschen Alpenstraße auf dem Fahrradweg nach Aschau folgen. Jetzt Nordostkurs einschlagen und weiter entlang der Straße hinunter bis nach Bernau amChiemsee. Am Radwegende wechseln wir über die Straße und schwenken vor der Metzgerei rechts in die Westerndorfer Straße ein. Nun gelangen wir an ein stattliches Haus mit grünen Fensterläden mit der Aufschrift »Paulschmied«, wo wir uns links an den Josef-Pertl-Weg halten müssen. Nach dem Rechts-links-Schwenk folgen wir dem gebogenen Straßenverlauf, radeln nach Süden aus Frasdorf hinaus und nutzen dort den Begleitradweg der Deutschen Alpenstraße (St 2093). Nun halten wir auf Aschau zu, strampeln über eine niedrige Kuppe und genießen auf der anschließenden Talfahrt die schöne Gipfelschau um die 1669 Meter hohe Kampenwand. Am Ortsbeginn von Aschau folgen wir dem Radweg, biegen links in die Blumenstraße und radeln rechts folgend auf der Rosenstraße zu den Doppeltürmen der Pfarrkirche. Im Luftkurort Aschau selbst lohnt ein Besuch der direkt am Radweg gelegenen Pfarrkirche »Zur Darstellung des Herrn« . Der Kirchenbau erfuhr um 1450 herum weitreichende Umbauten. In dieser Zeit der Spätgotik entstanden das Mittelschiff und das schon seinerzeit durch Säulen abgetrennte, etwas niedrigere, südliche Seitenschiff. Nach und nach wurde die Innenausstattung durch barocke Stuckierung überarbeitet und bekam ihr heutiges Aussehen. Als besonders kostbar gilt das Altargemälde, das die Darstellung des Herrn im Tempel zeigt – daher auch der Kirchenname. Ebenfalls erwähnenswert sind die vergoldeten Holzfiguren des hl. Korbinian und des hl. Rupertus, die Sie im Doppelsäulenaufbau des Altars bestaunen können. Wem mehr nach Bergen und Natur ist, dem sei eine Fahrt mit der Kampenwandbahn empfohlen. Die Talstation der Seilbahn befindet sich in Hohenaschau. Die Seilbahn fährt täglich von 9–17Uhr und von Juli–Mitte Sept. von 9–18Uhr zur Bergstation auf einer Höhe von 1467 Meter. Nachdem wir Aschau ausgiebig erkundet haben, machen wir uns auf nach Bernau. Dazu müssen wir den Fluss Prien überqueren und anschließend der Kreisstraße (Bernauer Straße) folgen. Der zur Verfügung stehende Radweg führt erst ein gutes Stück bergan, bevor wir die lange Abfahrt zum heutigen Etappenziel antreten. In Bernau am Chiemsee (Bhf.) angekommen, rollen wir auf der Aschauer Straße einfach bergab, bis rechts der Mitterweg abzweigt.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour23 km
Höhenunterschied260 m
Dauer2.00 h
Schwierigkeit
StartortNeubeuem
AusgangspunktNeubeuern
EndpunktBernau am Chiemsee
TourencharakterZu Beginn des Tages müssen wir für die gestrige Abfahrt zum Inn hinunter büßen – der Radweg steigt wieder an. Zwischen Rohrdorf und Frasdorf verläuft er zu dem in Hör- und Sichtweite der A8. Nördlich von Bernau am Chiemsee erwartet uns Radler dann das »bayerische Meer«.
Beste Jahreszeit
KartentippTopografische Karte 1:50 000, Lindau- Oberstaufen, www.geodaten.bayern.de; Radwanderkarte Bodensee-Königssee- Radweg 1:50 000, www.publicpress.de
MarkierungenBlauer Schriftzug »Bodensee-Königssee-Radweg« auf weißem Grund; durchgehend gleiche Markierung bis zum Königssee.
VerkehrsanbindungAnreise Der nächste Bahnhof ist 4 km von Neubeuern entfernt. Mit dem Auto von München auf der A 8 bis Ausfahrt Rohrdorf und weiter über Landstraße nach Neubeuern.
GastronomieFrasdorf: Gaststätte Hochries. Aschau: Café Pauli. Bernau am Chiemsee: Gasthof Alter Wirt; Gaststätte Bernauer Stuben.
Tipps
Zu einem Chiemgaubesuch gehört zweifelsohne eine Bootsfahrt auf dem nahe gelegenen »bayerischen Meer«. Vom Chiemseepark Felden (einfache Radstrecke von Bernau 2,5km) verkehren mehrmals täglich Ausflugsboote zu den Inseln Frauenchiemsee und Herrenchiemsee (Infos unter www.chiemsee-schifffahrt.de). Auf der Fraueninsel wurde bereits im Jahre 782 die abgelegene Lage genutzt, um auf ein Kloster zu errichten – die Benediktinerinnenabtei gehört damit zu den ältesten in Deutschland. Frauenwörth, wie die Insel auch genannt wird, blickt auf eine bewegte Historie zurück. Nachdem mehrere Ungarneinfälle das damalige Ostfrankenreich heimgesucht hatten – darunter auch das Kloster –, erfreute sich die Abtei vom 11. bis zum 15.Jahrhundert einer Blütezeit. Zwischen 1728 und 1732 wurde das Klostergebäude wieder erbaut und rund 30 Jahre nach der Säkularisation unter König Ludwig I. neu gegründet. Auf der Herreninsel treffen wir wieder ein Bauprojekt König Ludwigs II. an. Das Neue Schloss Herrenchiemsee ist ein Nachbau des Schlosses in Versailles. Baubeginn war im Mai 1878. Bereits nach sieben Jahren wurden die Arbeiten aufgrund leerer Staatskassen eingestellt. Dennoch konnte der Rohbau komplett fertig gestellt werden und so imponiert die Anlage mit zahlreichen Highlights. Den Rundgang beginnen wir in der weitläufigen Gartenanlage, die von dem wuchtigen Latonabrunnen geziert wird, der mit seinen Wasserspielen die Grünflächen belebt. Die Glanzpunkte des streng geometrischen Prachtbaus selbst sind die 98 Meter lange Große Spiegelgalerie, das Treppenhaus, die Parade- und Wohnzimmer des Königs, die allesamt mit geschnitzten Vertäfelungen, mit Wand- und Deckengemälden sowie Skulpturen und kostbaren Möbeln ausstaffiert sind. Im Südflügel ist ein Museum dem Märchenkönig Ludwig II. gewidmet, der selbst nur neun Tage in diesem Palast zugebracht hat. 40 Jahre nach seinem Tod wurden hier zahlreiche Exponate aus allen Herrschaftssitzen zusammengetragen, die die Lebensgeschichte Ludwigs II. widerspiegeln (geöffnet April–Okt. täglich 9–18Uhr). Wie die kleinere Fraueninsel beheimatete auch das 238 Hektar große Herrenchiemsee lange Zeit ein Kloster. Die Grundsteinlegung erfolgte zur selben Zeit wie die des Frauenklosters. An der Gestaltung der heutigen Stiftsanlage waren berühmte Künstler wie Johann Baptist Zimmermann beteiligt, dessen Meisterwerke wir bereits in der Wieskirche bewundern durften. Anders als bei der »Wies« fielen große Teile des Chorherrenstifts der Säkularisation (1803) zum Opfer, indem u.a. die Domstiftskirche zur Brauerei umgebaut wurde. Für Geschichtsinteressierte lohnt ein Besuch des modern eingerichteten Museums. Der 1200 Jahre umspannende Themenbogen beschäftigt sich mit Themen von »Vom Kloster zum Königsschloss « über »Privaträume König Ludwigs II.« bis zu »Der Weg zum Grundgesetz – Verfassungskonvent Herrenchiemsee 1948«.
Verleih
Rohrdorf : Martin Fischbacher, Geiging 31/2, Tel. 08032/910 96. Aschau: Radius Bikeshop, Bahnhofstr. 1, Tel. 08052/743, www.radius-bikeshop.de
Informationen
Bereits bei der Einfahrt in Aschau im Chiemgau (Bhf.) hat das auf einem Felsrücken über dem Priental gelegene Schloss Hohenaschau unsere Blicke magisch angezogen. Der Weg zu dem Schlossareal ist kurz (2,3km), aber sehr beschwerlich. Man verlässt die Fahrradroute und folgt dem Alpenbach bergan, bis links der steile Burgweg abgeht, auf dem wir schließlich den Waldhügel erklimmen. Zwischen 1165 und 1170 entstand hier unter der Aufsicht der Brüder Konrad und Alhard von Hirnsberg eine Burg namens Hohenaschau. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Wehranlage unterwechselnden Besitzern mehrmals erweitert. Der Prachtbau ist heute im Besitz des Bundes und beherbergt hinter seinen dicken Mauern das Priental-Museum, das im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann (Mitte Mai–Mitte Okt. Di/Do 13:30 und 15Uhr, Mi–Fr 11 und 12:30Uhr, So/Fei 13:30 und 15Uhr). Ebenso interessant ist die unterhalb gelegene Falknerei , die Besucher mit 45-minütigen Flugvorführungen anlockt. Die Kunst der Beizjagd, die unter dem Stauferkaiser Friedrich II. (1194–1250) in Europa populär wurde, blickt auf eine 3500 Jahre währende Geschichte zurück und hat ihren Ursprung in den Steppen Mittelasiens. Es ist historisch belegt, dass die Grafen von Preysing zeitweise von Hohenaschau aus Jagden mit Falken durchführten. Gegenwärtig führen verschiedene Greifvögel wie Falken, Adler, Uhus, Bussarde und Milane fesselnde Flugmanöver vor (Flugvorführungen Di–So Ostern–Okt. 15Uhr, Mai–Sept. 11 und 15Uhr, Einlass jeweils 30Min. vor Beginn).
Unterkunft
Rohrdorf: Hotel zur Post, Dorfplatz 14, Tel. 08032/1830. Aschau: Hotel Edeltraud, Narzissenweg 15, Tel. 08052/ 90670. Bernau am Chiemsee: Pension Martlschuster, Aschauer Str. 23, Tel. 08051/7651; Hotel Chiemsee, Kampenwandstr. 26, Tel. 08051/98750.
Tourismusbüro
Tourist-Info Bernau, Aschauer Str. 10, Tel. 08051/986 80, E-Mail: tourismus@bernau-am-chiemsee.de, www.bernau-am-chiemsee.de
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