Von Münster nach Drensteinfurt

Leichte Streckentour auf fast durchgehend autofreien Wegen und Pättkes längs der Werse. (Autor: Bernhard Pollmann)
33 km
3 m
3.00 h
Aus dem cityseitigen Ausgang des Hauptbahnhofs Münster tretend, überqueren (Ampel) oder unterqueren (Unterführung) wir die Straße und lenken geradeaus durch die Windthorststraße, bis die von Linden flankierte autofreie Promenade kreuzt, auf die wir rechts einbiegen. Vor der ersten Unterführung der Promenade fahren wir links hinauf zur Straße, folgen ihr rechts über die Ampelkreuzung und fahren auf dem Radweg längs der Warendorfer Straße stadtauswärts, wobei von hier bis zur Pleistermühle zusätzlich zur Schlossmarkierung das »R1«-Logo des Westfalenradwegs die Route weist. Schon bald wechseln Schlösserroute und R1 halb rechts in die kleine Oststraße, zweigen sofort links in den Mauritzsteinpfad ab, passieren die monumentale, im Ursprung romanische Mauritzkirche, folgen dann den ruhigen Straßen Sankt-Mauritz-Freiheit und Mauritz-Lindenweg zur Verzweigung vor dem Kloster vom Guten Hirten (Wohnheim), führen dort geradeaus durch die ruhige Straße Zum Guten Hirten und überqueren den Dortmund-Ems-Kanal. Nach Überqueren der Umgehungsstraße führt der Pleistermühlenweg zwischen Villen hinaus in die Feldflur und erreicht die Pleistermühle, ein viel besuchtes Ausflugsziel an der Werse (Einkehr, Kanuverleih, Antiquitäten). Am Parkplatz wechselt die Schlösserroute rechts auf den Wersewanderweg (zusätzlich Markierung »x«), einen schmalen Waldweg, der dem als Wasserwanderroute genutzten Fluss aufwärts folgt. Mehrfach laden auf dieser ruhigen, idyllischen Strecke Bänke zum Verweilen ein, in den Wäldern lassen zum Teil mehrerer hundert Jahre alte Buchen aufblicken. Beim Freibad Stapelskotten entfernt sich der Weg kurz von der Werse, kehrt in einem scharfen Linksknick zu ihr zurück, unterquert die Brücke der Wolbecker Straße und folgt dem Fluss weiter aufwärts, nun meist sonnig neben Feldern und Wiesen. Kurz vor Münster-Angelmodde entfernt sich der Wersewanderweg erneut vom Ufer, schwingt rechts zu den Sportplätzen, vor den Umkleidekabinen links zum Angelmodder Weg und dort links auf den Radweg, bis nach Überqueren der Werse rechts der schmale Weg Alt Angelmodde abzweigt: Nächste rechts und sofort links (Kirchplatz) und am Kindergarten rechts hinab auf ein Pättke, das am Rand des Dorfs zur nächsten Brücke (autofrei) führt. Wer den Abstecher zum Drostenhof (Westpreußisches Landesmuseum, S.128) in Münster-Wolbeck unternimmt, fährt nun links, während wir auf der autofreien Brücke in der Feldflur erneut die Werse überqueren. Am Ende biegen wir links ab und gelangen neben Gehölzen und Feldern zur Hiltruper Straße (links), auf der wir wieder die Werse überqueren und rechts in einen Asphaltweg einbiegen, der sich bald in ein Pättke verwandelt (Sitzbank unter Schatten spendender alter Eiche) und zum Fluss zurückführt (Sitzbank, auch im weiteren Verlauf). Längs der Werse führt der stille Weg weiter aufwärts, wechselt an der ersten Brücke das Ufer, dann taucht der Spitzhelm der Ludgeruskirche von Sendenhorst-Albersloh aus den Feldern auf. Dort mündet der Wersewanderweg auf die Münsterstraße, der wir wenige Meter links zur Wersebrücke folgen. Bei einer Raststelle (mit Infotafel) vor der Brücke zweigen Wersewanderweg und Schlösserroute halb rechts ab, doch lohnt der kurze Abstecher ins Dorf, denn erstens lädt hinter der Brücke eine gute Gelateria zur Einkehr, und zweitens ist die Ludgeruskirche einen Blick wert. Sie geht angeblich auf eine Gründung des Missionars Liudger zurück und markiert demnach einen der ältesten Kirchplätze im Münsterland; Albersloh lag am alten Handelsweg von Münster über die Hohe Ward und Sendenhorst zum Hellweg. Archäologische Grabungen haben ergeben, dass auf dem künstlich aufgeschütteten Hügel ursprünglich ein Holzkirchlein stand. In den 1170er Jahren wurde es durch eine spätromanische Holzturmkirche (Turm über dem Chor) ersetzt und in der Folgezeit umgebaut und erweitert; um 1250 wurde das heutige Langhaus als Halle errichtet. Die Mischung aus den verschiedenen Stilen prägen die Kirche: Die schweren rundbogigen Formen stammen aus der Zeit der Romanik, das rundbogige Nordportal weist frühgotische Laubwerkkapitelle und ein Tympanonrelief auf. Zurück zur Raststelle an der Wersebrücke: Wersewanderweg und Schlösserroute zweigen auf ein Pättke ab, das auf einer Stegbrücke die Werse überquert, ihr in der Feldflur aufwärts folgt, an der nächsten Brücke das Ufer wechselt und schließlich von der großen Gutsanlage Haus Göttendorf zu einem Rechtsschlenker gezwungen wird. Auf einem Asphaltweg gelangen wir rechts zur Bahnlinie und folgen ihr kurz (beachtenswert: die Alleezufahrt zu Haus Göttendorf), bis die Schlösserroute auf den ersten öffentlichen Weg links weist. Nun überqueren wir noch einmal die Werse, passieren das schön zwischen Wald und Feldern gelegene Haus Welpendorf, am Rechtsknick dahinter steht am Waldrand – ein Eichenwald – eine Sitzbank, und kurz nach letztmaligem Überqueren der Werse sehen wir zwischen Bäumen den Turm der klassizistischen Reginakirche von Drensteinfurt. Die Schlösserroute führt bis fast vor den Bahnhof (der so klein ist, dass man ihn leicht übersieht) und zweigt wenige Meter davor links in die schöne Altstadt mit Schloss, Schlosspark und Fachwerkhäusern ab. Bereits im Jahr 851 wird der Ort in der Handschrift zweier Mönche erstmals erwähnt, bei der Beschreibung der Überführung der Reliquien des heiligen Alexander nach Wildeshausen durch den Widukind-Enkel Walbert: »Darauf kamen sie in den Dreingau zu dem Landsitz, der Stenvorde heißt.« Damals sollen sich hier Wunder ereignet haben. Der Ortsname bezeichnet eine mit Steinen ausgelegte Furt in der Werse. Bis ins 18. Jahrhundert wurde Drensteinfurt nur als Steinfurt (»Stewwert«) bezeichnet, doch findet sich zur Unterscheidung von Burgsteinfurt schon 1278 der Zusatz »super Drenum«.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour33 km
Höhenunterschied3 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHauptbahnhof Münster.
EndpunktBahnhof Drensteinfurt. Der Zug von Drensteinfurt nach Münster fährt ca. alle 20–30 Minuten.
TourencharakterDie idyllische Wald- und Wiesenfahrt auf Pättkes und Asphaltwegen werseaufwärts in die Fachwerk-Altstadt von Drensteinfurt mit Schloss und Schlosspark ist das naturnahste und nach Ansicht vieler auch das naturschönste Teilstück der 100-Schlösser-Route – entsprechend rege wird es beradelt.
Beste Jahreszeit
KartentippRadwanderkarte 1:50000 Radelpark Münsterland, Blatt Kreis Warendorf.
MarkierungenSchloss, Richtungspfeile und namentliche Ausschilderung.
VerkehrsanbindungA 1 Hansalinie Ruhrgebiet – Münster – Bremen – Hamburg. Mit der Bahn ist Münster aus allen Himmelsrichtungen erreichbar.
GastronomieMünster, Pleistermühle, Albersloh, Drensteinfurt.
Tipps
Die Fahrt lässt sich wie Tour 9 nach Ahlen und Beckum verlängern. Zudem lässt sie sich zu einem Rundkurs erweitern, der von Drensteinfurt nach Westerwinkel, Nordkirchen und Ascheberg (Tour 7) und von dort zurück nach Münster führt.
Informationen
Einen Abstecher wert ist die Loretokapelle mit der Schwarzen Madonna wenige Minuten nordöstlich von Drensteinfurt. Der (Neu-)Bau der Loretokapelle 1726 am Kapellenhof auf dem Heubrink in der Nähe eines ehemaligen Leprosenhauses führte zu einer »Wallfahrtswelle«, in deren Zentrum die Madonna und der arme Lazarus standen. Die Schwarze Muttergottes in der Loretokapelle soll früher in Kriegszeiten ihr Antlitz dem Ort zugewandt haben, als wolle sie die Männer von Drensteinfurt unter ihren Schutz nehmen. Tatsächlich sollen die Männer wohlbehalten aus den Kriegen zurückgekehrt sein. Auch bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs zogen die Männer von Drensteinfurt in den Krieg, doch viele von ihnen blieben auf den Schlachtfeldern; diesmal hatte die Schwarze Madonna ihre Stellung nicht geändert.
Tourismusbüro
Münster Marketing, Klemensstraße 9, 48143 Münster, Tel. 0251/4922710, Fax 0251/4927743, Internet www.muenster.de. Schul-, Sport- und Kulturamt Drensteinfurt, Postfach 1260, 48317 Drensteinfurt, Tel. 02508/995164, Fax 02508/995166, Internet www.drensteinfurt.de.
Tags: 
Mehr zum Thema