Von Münsing an den Starnberger See

Rundtour meist auf Forst-, Rad- und Wanderwegen, davon 1/3 entlang des verkehrsberuhigten Seeufers. Zwei Steigungen sind zu bewältigen. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
22 km
150 m
1.00 h
Unsere Radtour streift auch einen der großen Schauplätze bayerischer Geschichte, der noch heute ganze Bücher füllt und die geheimnisvolle Gerüchteküche schürt. Das Schloss von Berg war der letzte Aufenthaltsort des Königs Ludwig??II., nachdem er entmündigt seine Regierungsgeschäfte niederlegen musste. Legenden ranken sich um seinen mysteriösen, nie ganz aufgeklärten Tod im Jahre 1886. Jedes Jahr findet am Todestag, dem 13. Juni, an der Votivkapelle ein großer Gedenkgottesdienst statt. Viele Trachtler und Vereine der Ludwigstreuen nehmen daran teil. Die Feier endet immer mit der gemeinsam gesungenen Bayernhymne. Die Radtour - Unser Ausgangspunkt, die VR-Bank, liegt unterhalb der großen Dorfkirche von Münsing. Wir radeln in die Schwabbruckerstraße und verlassen Münsing auf einem Waldweg. Nach 2,5??km radeln wir aus dem Wald und biegen am Bauernhof in Schwabbruck links ab (Schild »Bachhausen«). Nach einer kurzen Strecke durch den Wald folgen wir links dem Schild »Bachhausen« über ein Brücklein und radeln dann rechts in den Bussardweg. Am Sport- und Tennisplatz überqueren wir die Autostraße geradeaus in den Laurentiweg. So kommen wir zum ehemaligen Gut Biberkor, heute eine Montessorischule. Unmittelbar vor der Hofeinfahrt folgen wir zunächst links dem Weg, biegen dann rechts in den Georgiweg ein und an der nächsten Kreuzung wieder links in die Biberkorstraße bis Bachhausen. In Bachhausen radeln wir auf der Hauptstraße durch den Ort, am Ende folgen wir links dem Schild »Farchach«. Dort bleiben wir auf der Hauptstraße, wir passieren einige schöne Höfe, die Kirche und die Abzweigung nach Wangen. Dann steigt die Straße leicht an. Wir biegen rechts in den Bergerweg, der zu einem grasbewachsenen Feldweg wird. Holprig geht es erneut bergab, an einem Reiterhof vorbei zur nächsten Wegkreuzung. Hier fahren wir rechts zum runden Pumpwerkhäuschen und dann links den steilen Berg hinauf. Nach 250??m ist die Steigung geschafft und wir sind im Ort Berg. Wir rollen bergab zur Hauptstraße und überqueren diese geradeaus in die Grafstraße. In dem unscheinbaren Haus Nr.??9 wurde 1894 der Dichter Oskar Maria Graf geboren, der hier auch seine Jugendjahre verbracht hat. An der romantischen Dorfkirche vorbei geht es jetzt steil die Wittelsbacherstraße hinunter und wir erhaschen den ersten Blick auf den Starnberger See. Nicht zu schnell, denn auf halber Höhe biegen wir bereits scharf links ab (Schild »Votivkapelle«). Durch ein tagsüber geöffnetes Holztor kommen wir in den alten Schlosspark von Berg. Die Votivkapelle ist ausgeschildert. Hier starb der bayerische Märchenkönig Ludwig??II. Die Votivkapelle und das Gedenkkreuz wurden zu seiner Erinnerung errichtet. Im Sommer ist im Park Gelegenheit zum Baden oder man trinkt im Hotel Leonie hinter dem Park einen Kaffee auf der Seeterrasse. Nach dem Park radeln wir bis Ammerland immer am See entlang. Es gibt viele moderne Prachtbauten, aber vor allem säumen herrschaftliche Villen und Schlösser den Weg. Viele davon wurden um 1900 erbaut und stehen unter Denkmalschutz. So sticht vor allem das feudale Schloss Seeburg ins Auge. Es wurde 1889 vom Bauunternehmer H. Hoech gebaut, wechselte dann aber rasch seine Besitzer. Heute gehört es dem Freistaat Bayern, der es langfristig an die Christengemeinde »Wort des Lebens« als Freizeitzentrum verpachtete. Das Ufer ist hier ein beliebter Spot für Taucher. Eine Steinplatte fällt fast senkrecht bis auf 130??m ins Wasser ab. Deshalb sind die Tauchgänge besonders spannend, aber auch gefährlich. In Ammerland verlassen wir den See kurz nach dem Poccischloss nach links, der Teerstraße folgend. Das Schloss, das König Ludwig??I. seinem Hofzeremonienmeister Franz Graf von Pocci, dem berühmten »Kasperl-Larifari-Grafen« schenkte, ist inzwischen in exklusive Eigentumswohnungen umgebaut worden. Nach dem Gasthaus Gerer radeln wir rechts in den Kapellenweg, 100??m später nehmen wir den Waldweg ganz links (Schild »Münsing«). Knapp 100 Höhenmeter sind nun zu bewältigen und so schwitzen wir bergauf. Kurz nach der Abzweigung zur Staudacher Kapelle halten wir uns rechts und an der nächsten Abzweigung links. An einem großen Hof verlassen wir den Wald und radeln direkt auf den Kirchturm von Münsing zu.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour22 km
Höhenunterschied150 m
Dauer1.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMünsing, Vereinsbank unterhalb der Kirche.
EndpunktMünsing, Vereinsbank unterhalb der Kirche.
TourencharakterDer malerische Ort Münsing liegt auf einer kleinen Anhöhe über dem Ostufer des Starnberger Sees. Während sich unten entlang der Seeuferstraße die mondänen Häuser der »Reichen und Schönen« reihen, findet man hier intaktes bayerisches Dorf-leben mit Maibaum, Gasthäusern, Brauchtum, Handwerk, schönen Bauernhöfen und obligatorischem Misthaufen.
Beste Jahreszeit
KartentippKompass Nr.??180, Starnberger See – Ammersee, 1 - 50??000
VerkehrsanbindungAuto - Auf der Garmischer Autobahn A??95, Ausfahrt Wolfratshausen, Richtung Münsing, Parkplätze gibt es um die Kirche im Dorfzentrum.
GastronomieGasthäuser in allen größeren Orten am Weg. Münsing - Preisgekrönter Gasthof »Limm« mit ausgezeichneter Küche und bezahlbaren Preisen. Leckere italienische Küche im »Pinocchio« an den Sportstätten. Ammerland: Huber am See.
Tipps
Während der Sommersaison auf keinen Fall ein Handtuch und die Badesachen vergessen. Der Starnberger See hat fast Trinkwasserqualität und man kommt an vielen schönen Badestellen vorbei.Münsing ist der Hauptort der Gemeinde, die sich bis nach St.??Heinrich am südlichen See-Ende erstreckt. Die Kirche St.??Maria bildet das Zentrum. Alle vier Jahre ist Münsing die Hochburg eines sehr lustigen, bayerischen Ochsenrennens, für das bereits Wochen vorher trainiert wird und das viele tausend Besucher anlockt. Das letzte Rennen war im Sommer 2008.

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