Von Mittenwald zum Barmsee

Eine Rundtour entlang der Isar. Sie beginnt mit einem leichten Auf und Ab, dann folgt eine Erholungsphase in Krün und Wallgau und schließlich ein längerer Anstieg auf die Höhenstraße, der aber zu schaffen ist. Etwas Kondition ist erforderlich. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
27 km
250 m
3.00 h

Isarlust bis Wallgau

Vom Bahnhofsplatz in Mittenwald radeln wir rechts in die Dammkarstraße und überqueren die Bahn. Wir folgen nicht der Vorfahrtsstraße, sondern bleiben weiter in der Dammkarstraße. Nach 400 m biegen wir rechts ab über eine Brücke, die uns zuerst über einen Bach und dann über die Isar bringt. Unmittelbar nach der Brücke folgen wir links dem Schild »Isarradweg«.

Der Weg mündet bei einer Gärtnerei in eine Teerstraße. Wir radeln auf der Straße links, dann geht es bei den Bundeswehrkasernen und dem Muli-Denkmal der Gebirgsjäger rechts auf den »Isarradweg«. Zwischen Militärsperrgebieten strampeln wir unter der Autoschnellstraße hindurch und biegen danach links, parallel zur Autostraße, auf den Radweg ein. Im leichten Auf und Ab begleitet uns zunächst noch der Lärm vorbeirasender Autos. Aber bald schon geht es einsam und still die Isar entlang.

Nach 4,8 km überqueren wir einen Bach und folgen dem Radwegschild nur noch bis zur Autostraße. Hier wählen wir den Teerweg ganz rechts, leicht bergauf, mit dem grünen Wanderwegschild »Krün«. Kurz darauf ist das einsam gelegene Almhaus unser nächster Wegweiser. Hier fahren wir rechts auf die Forststraße. 500 m weiter an der Kreuzung wählen wir links den leichteren Weg bergab.

Nun wird es hügelig, aber die Anstiege sind überschaubar und der autofreie Weg lässt uns die Landschaft genießen. Bald rollen wir abwärts, an Almwiesen vorbei, auf den Isarstausee und Krün zu. Immer auf dem Schotterweg rumpeln wir über einige Weideroste und erreichen die Brücke nach Krün. Wir bleiben jedoch auf der rechten Flussseite und radeln weiter flussabwärts entlang des grünen Isarwassers bis Wallgau.

Zum Barmsee

In Wallgau überqueren auf einer kleinen Holzbrücke den Fluss und radeln links in den Ort zur kleine Kirche St. Jakob hinauf. Rund um die Kirche liegt der sehenswerte historische Dorfkern. Besonders das Gasthaus zur Post mit seinen Lüftlmalereien und dem Zierbundwerk am Gebälk stechen ins Auge.

Die große Hauptstraße B 11 durchquert den Ort. Wir biegen nach der Kirche in die kleine Straße am Gasthaus zur Post ein und wählen dann die Barmseestraße, um den Ort zu verlassen. 300 m nach der Brücke über die Isar halten wir uns auf den ausgeschilderten Radweg rechts.

Jetzt geht es rasch, weil eben, über Wiesen. Immer auf dem Hauptweg bleibend, kommen wir so an den romantischen Barmsee. Seine einmalige Lage macht ihn zu einem der beliebtesten Fotomotive der Gegend. Das Panorama ist einzigartig: Hinter dem Barmsee erheben sich die mächtigen Felsmassive des Karwendelgebirges.

Mit bloßem Auge lässt sich das neu erbaute Informationszentrum des Naturparks, im Volksmund das »Fernrohr« genannt, neben der Bergstation der Karwendelbahn erkennen. Nördlich davon erhebt sich die Schöttlkarspitze, während sich auf der anderen Seite das Wettersteingebirge mit Zug- und Alpspitze in den weiß-blauen Himmel schraubt.

Über Buckelwiesen

Zurück geht es für ein kurzes Stück den gleichen Weg. Dann biegen wir jedoch am Beginn des Bannwaldes rechts ab in den Radweg nach Krün. Nun bleiben wir immer geradeaus, überqueren die Teerstraße in einen kleinen Weg und erreichen am Landhaus Stephanie vorbei die Straße am Bärnbichl.

Hier biegen wir für ein Stück links ein, weiter auf Krün zu, dann aber an einer Telefonzelle rechts in die Hochstraße. Die Straße teilt sich vor einer Unterführung. Wir halten uns links, in den Land- und Forstwirtschaftsweg, unter der Autoschnellstraße hindurch. Nun steigt die Straße für ein kurzes Stück steil an. Die idyllische Kapelle Maria Rast kommt da als Verschnaufpause wie gerufen.

Noch haben wir aber nicht alles geschafft. Bis zum Tonihof wird unser Weg dem Namen »Höhenstraße« gerecht. Nicht steil, aber gemächlich und stetig steigt er an. Wir passieren das Hotel Tonihof und rollen bergab. An der Wegkreuzung bleiben wir etwas rechts, weiter den Berg hinab.

Nach der Eisenbahnunterführung geht es links dem Schild »Gröblalm« nach. Wir passieren den Schmalsee und treffen auf eine Autostraße, in die wir für ein kurzes Stück links einbiegen. Am Schild »Kranzberg Wandergebiet« verlassen wir die Straße und wählen sofort links den kleinen geschotterten Weg (Schild »Sonnleiten«).

Es geht bergab. Wir halten uns jetzt an das Wanderwegschild »Mittenwald« und überqueren durch zwei Drehkreuze die Eisenbahn. Nun wird der Weg steil und schmal, wir schieben die restlichen Meter zur Autostraße hinunter. Unten angekommen, radeln wir rechts und erreichen erneut nach rechts durch die Goethestraße Mittenwald.

In der Höhe der evangelischen Kirche halten wir uns etwas links über ein Brücklein. Gleich nach der Brücke führt rechts ein schmaler Pfad zur »Ortsmitte«. Der Weg trifft auf eine Autostraße, die uns in Fahrtrichtung in den Ortskern führt. Nach der Ortsbesichtigung geht es den Schildern »Karwendelbahn« nach zurück zum Bahnhof.


GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour27 km
Höhenunterschied250 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMittenwald, Parkplätze am Bahnhof
EndpunktMittenwald
TourencharakterEntlang der Isar entdecken wir herrliche Bergpanoramen. Am Ufer des tiefgrünen Barmsees können wir rasten und zu den Felswänden des Karwendels schauen. Entlang des Höhenrückens radeln wir über die Buckelwiesen zurück. Hier blühen vom Frühjahr bis in den Sommer hinein auf den Matten, wie die Wiesen hier auch genannt werden, unzählige Bergblumen.
Hinweise

Tipp: Bozener Markt und Almabtrieb in Mittenwald
Alle fünf Jahre, das nächste Mal 2011, findet in Mittenwald der »Bozener Markt« statt, ein mittelalterliches Spektakel mit Schaubuden, Verkaufsständen, Rittern, Landsknechten und viel Musik. Der Mittenwalder Almabtrieb jedes Jahr im September ist noch kein überlaufenes Volksspektakel und einen Besuch wert. Über 300 Schafe und 150 geschmückte Rinder ziehen dann von Almen kommend über den Obermarkt.

Mittenwald

Mitten im Wald – In Media Silva – lag einst eine römische Straßenstation auf der Fernstraße zwischen dem Römischen Reich und Augsburg. Aus dieser Keimzelle entstand im Laufe der Jahrhunderte Mittenwald, dessen Reichtum bis ins 19. Jh. auf seiner verkehrsgünstigen Lage beruhte.

Der Ort ist eines der europäischen Geigenbauzentren. Matthias Klotz, dem das Denkmal vor der Kirche gewidmet ist, gilt als Begründer dieser Tradition in Mittenwald. Er verließ 1664 mit nur elf Jahren seine Heimat, um im fernen Italien und in Tirol das Geigenbauhandwerk zu erlernen. Als er zurückkehrte, beschloss er zu bleiben, denn er erkannte die günstigen Voraussetzungen für sein Gewerbe an diesem Ort.

In den Bergwäldern um Mittenwald wuchs das passende Holz (Ahorn und Fichte) und durch die guten, historisch angelegten Handelswege hatte er auch Anschluss an einen geeigneten Absatzmarkt. Außerdem war er der erste Instrumentenmacher in der Gegend und damit ohne jede Konkurrenz. Es dauerte nicht lange und er lehrte nicht nur seine drei Söhne das Handwerk, sondern nahm auch andere Mittenwalder als Lehrlinge auf. Somit wurde im Lauf der Jahre die Geigenbauschule Klotz gegründet und erreichte im 18. Jh. den Höhepunkt ihres Erfolgs.

Im Lauf der Geschichte verlor die Schule wieder an Bedeutung, spielten doch viele Faktoren wie wirtschaftlicher Abschwung, Kriege oder Brände dem Ort übel mit. Aber ganz erlosch die alte Handwerkskunst nie, und noch heute sind elf Werkstätten in der Stadt ansässig. Im Heimatmuseum dreht sich alles um die Geschichte des Instrumentenbaus.

Das eigentliche Zentrum von Mittenwald ist der Obermarkt. Ein kleiner offener Bach läuft mitten durch die kopfsteingepflasterte Fußgängerzone. Fast wie auf einer italienischen Piazza, ist sie Anziehungspunkt für Jung und Alt. Mittenwald ist bekannt für seine bunten Lüftlmalereien. Rund um den Obermarkt stehen die meisten bemalten Häuser. Selbst die Pfarrkirche St. Peter und Paul ist außen reich verziert.

KartentippKompass Karte Nr. 6 Blatt Walchensee (1:50 000)
VerkehrsanbindungAuto: Von München auf der A 95 über Garmisch nach Mittenwald; Bahnhof und Parkplätze sind ausgeschildert
Bahn: Von München über Garmisch nach Mittenwald
GastronomieUnterwegs und in Mittenwald gibt es viele Möglichkeiten. Für die Tour selbst emp-fehlen wir aber, einen leckeren Picknickkorb oder eine Brotzeit mitzunehmen. Die schönsten Rastplätze sind der Barmsee oder die kleine Kapelle Maria Rast, wo es auch keine Einkehrmöglichkeit gibt.
Tipps
Bademöglichkeiten: Am Barmsee; an der Isar; im Mittenwalder Freibad

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