Von Mittenwald nach Österreich

Eine relativ einfache Tour entlang der Isar zum Isarursprung im Hinterautal. Vorwiegend auf ungeteerten, aber gut ausgebauten Forstwegen. Der Anstieg ist nicht steil, dafür aber stetig und zu schaffen. Hin- und Rückweg von Scharnitz ins Hinterautal sind gleich. (Autor: Lisa und Wilfried Bahnmüller)
42 km
400 m
4.00 h
Vom Parkplatz in Mittenwald radeln wir an der Abzweigung zur Karwendelbahn vorbei in die Straße Schwarzenfeld. Unmittelbar vor dem Bahnübergang biegen wir links auf den Wiesenweg und folgen nun der Beschilderung nach Scharnitz. Immer neben den Gleisen geht es zwischen vielen Heuschobern hindurch, bis wir kurz vor dem Grenzübergang Deutschland-Österreich auf die große Bundesstraße treffen. Auf der Straße nach links sind wir schon im Nachbarland. Wir radeln durch Scharnitz, an den Oldtimer- und Antiquitätengeschäften vorbei, überqueren die Isar und biegen vor der Kirche Maria Hilf links in die Hinterautalstraße ein (Schild Isartäler). Wir folgen einfach immer den Schildern in Hinterautal. Nachdem wir einen Seitenarm der Isar, den Karwendelbach, überquert haben, steigt die Straße für ein Stück etwas steiler an. Aber keine Angst, schon beim Gasthof Wiesenhof haben wir es geschafft. Der Weg steigt zwar weiter stetig an, aber eher geringfügig, und zumindest für das Auge scheint er fast eben zu verlaufen. Bald schon kommen wir zu einem Aussichtspunkt mit einem Gedenkkreuz, der Gleirschhöhe. Jetzt sind wir weit oberhalb der Isar und blicken in die Isarschlucht hinunter. Gleich danach teilt sich die Straße, wir bleiben links, rechts führt der Weg hinunter zur Gleirschklamm, dem Eldorado der Kajakfahrer. Danach rollen wir mit herrlichen Ausblicken auf die Berge des Karwendels hinab zur Isar. Am Fluss stehen viele Steinmännchen, die Radfahrer und Wanderer errichten. Jedes Jahr im Frühling werden sie von den Hochwassern der Schneeschmelze zerstört und wieder neu aufgerichtet. Dann erreichen wir den kleinen, liebevoll angelegten Alpengarten. Unter dem Motto: »Ehre und Achtung dem, der Leben spendet. Wasser ist Leben« ist den etwas oberhalb liegenden Quellen der Isar ein ganzes Areal gewidmet. Schul- und Kindergartenkinder der Gemeinde Scharnitz gestalten hier eifrig mit und betreuen einige Projekte. So werden zum Beispiel gemeinsam mit der Stadt Plattling Bäume gepflanzt. Immerhin ist die Isar der Hauptfluss Bayerns, der erst im niederbayerischen Plattling in die Donau mündet. Zu Fuß erreichen wir die Quellen, die sich auf mehrere Wasseraustrittsstellen verteilen. Das Wasser strömt glasklar aus den Bergen und sammelt sich zu Bächen, die dann vereint zum vorderen Quellfluss in den großen Lafatscherbach fließen. Erst ab hier heißt der Fluss, der uns begleitet hat, Isar. Nun ist es nicht mehr weit bis zur Kastenalm, die am Ende des Tales auf einem Almboden liegt. Sie wird nur während der Sommermonate bewirtschaftet. Früher hat man hier gut einkehren können. Aufgrund hoher Anforderungen der zuständigen österreichischen Ministerien ist nun nicht mehr gesichert, dass es weiterhin Getränke und Brotzeiten auf der Kastenalm gibt. Der Schutthaufen hinter der Kastenalm ist der große Überrest eines ehemaligen Bergwerkes am hinteren Talboden. Vereinzelt treffen wir hier auch auf uralte Ahornbäume. Deren Stämme sind oft von Murenabgängen mit Steinen verschüttet. Sie sind jedoch sehr widerstandsfähig und schaffen es trotz der widrigen Bedingungen, weiterzuwachsen.Zurück rollen wir ohne große Anstrengung bis Scharnitz. Für den Rückweg wählen wir diesmal vor dem Grenzübergang den Weg links über eine hölzerne Isarbrücke und radeln über den Riedboden am linken Ufer der Isar bis Mittenwald zurück.

Motto: Wandern am Wasser

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour42 km
Höhenunterschied400 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktMittenwald, Wanderparkplatz P 3 bzw. Schwarzenfeld/Mountainbiker
EndpunktMittenwald
TourencharakterEin einmaliges Erlebnis für eine Radtour. Wir dürfen uns mitten in der mächtigen Bergwelt wähnen, radeln jedoch ohne übermäßige Anstrengung unterhalb felsiger Gipfel durch ein Karwendeltal zu einem hochalpinen Almboden mit dazugehöriger Alm. Auf dem Weg passieren wir die Quellen der Isar.
Hinweise
ABKÜRZUNG AB SCHARNITZ. Wer Mittenwald kennt und die Tour abkürzen möchte, kann die Tour auch direkt in Scharnitz bei den Wanderparkplätzen (gebührenpflichtig) beginnen.HISTORISCHE WEHRANLAGE PORTA CLAUDIAJahrelang wucherte Vegetation wild die alten Mauern empor und schließlich war sie kaum noch zu erkennen. Doch nun endlich ist die Porta Claudia vom Grünzeug befreit und kann besichtigt werden. Immerhin gehört die Porta Claudia von Scharnitz zu den großen Wehrbefestigungsanlagen Österreichs, die im Dreißigjährigen Krieg entstanden sind. Sie sollte vor allem Richtung Norden die Grenze sichern. Ihren Namen hat sie der Landesfürstin Claudia von Medici zu verdanken, die angesichts der Einweihung 1634 persönlich anwesend war. 1786 schrieb sogar Goethe auf seiner Italienreise über sie. So groß, wie sie einst war, ist sie heute natürlich nicht mehr. Unter Napoleon wurde die Anlage mit großem Aufwand und viel Sprengkraft geschleift und erheblich zerstört. Trotzdem ragen immer noch bis zu 6 m hohe Steinmauern, Wälle und ein Torbogen empor. Ein Stück Tiroler Geschichte bleibt somit lebendig.
KartentippBayerisches Landesvermessungsamt, Blatt UK L30 Karwendelgebirge, 1:50 000
VerkehrsanbindungVon München auf der A 95, am Autobahnende weiter auf der B 23 über Garmisch nach Mittenwald; der Parkplatz befindet sich unterhalb der Karwendelbahn und ist ausgeschildert. Mit dem Zug über Garmisch nach Mittenwald.
GastronomieIn der Marktstraße von Mittenwald können wir nach der Radtour in vielen unterschied-lichen Lokalitäten einkehren. Sicherheits-halber sollte man aber für unterwegs eine Brotzeit und Getränke einpacken. Rastplätze und Ruhebänke gibt es entlang des Weges genügend.
Tipps
BADEMÖGLICHKEITEN: Freibad in Mittenwald

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