Von Melk nach Krems

Obwohl einzelne Abschnitte an der Straße entlangführen, zählt die Etappe durch die malerische Wachau zu den schönsten Abschnitten an der Donau. Auf dem Weg nach Krems fährt man stets auf Asphalt nicht nur durch eine einzigartige Reb- und Obstkultur, sondern man passiert auch einige sehenswerte Orte. Nur geringfügige Steigungen. (Autor: Bernhard Irlinger Michael Reimer WolfgangTaschner)
38 km
535 m
3.00 h
Die heimischen Bauern und Gastronomen sympathisieren mit den Radfahrern und lassen sie allein aus unternehmerischen Gründen gerne am kulinarischen Genuss teilhaben. Fast in jedem Ort stößt man unmittelbar am Radweg auf Wegweiser zu verlockenden Einkehrmöglichkeiten oder Degustationsstationen eines Weinguts. Zur Erntezeit werden entlang der Straßen und Obstgärten verbreitet Marillen, Zwetschgen und Kirschen verkauft. Da wir uns in der offiziell ausgezeichneten »Genussregion Wachauer Marille« befinden, sollte man diese wohlschmeckende Frucht in Form eines Kompotts, einer Marmelade, eines Knödels, eines Kuchens oder eines Schnapses wenigstens einmal probieren. Von Melk nach Spitz Vom Hauptplatz in Melk fährt man auf der Kremser Straße zum Donauarm und biegt vor der Hubbrücke rechts in die Hauptstraße. Nach Überqueren der Donaubrücke stößt man auf den perfekt markierten Radweg am nördlichen Donauufer. Rasch erreicht man die Orte Schallemmersdorf und Grimsing, dann geht es an der steilen Donauleite entlang der Straße nach Aggsbach Markt. Es folgt eine weitere Passage entlang der Straße am Donauufer, dann fährt man durch die reizvollen Winzerorte Willendorf und Schwallenbach. Zwischen den Orten reifen Äpfel und Zwetschgen am Wegesrand.
In Spitz breiten sich an den Hängen des legendären Tausendeimerbergs die Weinterrassen aus. Die Tausend gilt übrigens aus dem Blickwinkel der ansässigen Winzer als magische Zahl für ein erfolgreiches Jahr:
Aus 1000 Eimern Weintrauben keltern sie rund 56000 Liter Wein. Den schönsten Ausblick auf die Weinterrassen und den Ort genießt man vom Roten Tor, das man von der Kremser Straße über die Marktstraße und die Rote-Tor-Gasse erreicht; die letzte Steilpassage auf dem holprigen Steinpflaster ist jedoch kaum mehr fahrbar.
Beim Anstieg vom Donauradweg zum Roten Tor kommt man am Kirchplatz und der Pfarrkirche vorbei, die im Volksmund als Dom der Wachau bezeichnet wird. Im Innern ist Christus mit den zwölf Aposteln in Form gotischer Figuren dargestellt. Sehenswert ist auch das elegante, nur einen Steinwurf entfernte Renaissanceschloss mit den alten Hauerhöfen. Wer sich für die Geschichte der Ruder- und Floßschifffahrt auf der Donau interessiert, ist wiederum im Schifffahrtsmuseum (Auf der Wehr 21, Tel. 02713/2246, geöffnet tgl. 10–12 und 14–16 Uhr, So 10–16 Uhr) gut aufgehoben. Beim Rundgang durch den Erlahof erfährt man beispielsweise, dass das letzte auf der Donau verkehrende große Segel-Kriegsschiff die »Theresia« war; die gekonnte Nachbildung der kaiserlichen Fregatte ist zu besichtigen.
Über Dürnstein nach Krems Heute sieht man glücklicherweise nur Ausflugs- und Frachtschiffe auf der blauen Donau. Der Landschaftscharakter der Wachau ändert sich bis Krems nur in Nuancen: Rund um die Winzerdörfer breiten sich Weinterrassen aus. In Weißenkirchen kann man die homogene Wachauer Landschaft im Wachau-Museum (Teisenhoferhof, Tel. 02715/2268, geöffnet Di–So 10–17 Uhr) aus dem Blickwinkel zeitgenössischer Maler betrachten. Noch schöner liegt Dürnstein am Fuß einer eindrucksvollen Ruine, die erhaben auf einem Hügel thront und eine atemberaubende Aussicht bietet. Wahrzeichen der Stadt ist jedoch der barocke blauweiße Turm der Stiftskirche Mariä Himmelfahrt mit dem angrenzenden Kloster, das täglich zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet hat. In unmittelbarer Nähe des Kirchturms thront das Schloss Dürnstein, heute zu einem schmucken 5-Sterne-Hotel umfunktioniert, auf einem Felssockel.
Über Oberloiben radelt man nach Stein und auf der Steiner Landstraße in das Zentrum von Krems. Der Donauradweg führt direkt an der Kunstmeile und Kunsthalle sowie am Karikaturmuseum vorbei (siehe Tour 25).

Fahrzeiten: Melk – Aggsbach Markt 45 Min. – Spitz 45 Min. – Weißenkirchen 30 Min. – Dürnstein 30 Min. – Krems 30 Min.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour38 km
Höhenunterschied535 m
Dauer3.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktHauptplatz in Melk.
EndpunktSüdtiroler Platz in Krems.
TourencharakterIn der Wachau zeigt sich das malerisch zwischen steilen Hügeln eingebettete Donautal mit seiner preisgekrönten Reb- und Obstkultur von seiner schönsten Seite. Konsequenterweise wurde dieser einzigartige Landstrich im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Und der Radfahrer fühlt sich unterwegs dank der auf ihn perfekt abgestimmten Route wie ein König.
Beste Jahreszeit
KartentippBikeline-Radkarte Waldviertel Wachau, 1:75000.
VerkehrsanbindungAnfahrt: Nach Melk mit dem Auto auf der A 1 Linz–Wien. Auch der Zug fährt sowohl von Linz als auch Wien direkt nach Melk. Rückfahrt: Von Krems kann man entweder mit dem Donauschiff (www.brandner.at oder www.ddsg-blue-danube.at) nach Melk oder stündlich mit der Donauuferbahn nach Emmersdorf zurückfahren.
GastronomieUnterwegs gibt es eine sehr hohe Dichte an Cafés, Gaststätten und kleinen Biergärten.
Tipps
Baden in der Donau - Zwischen Melk und Krems gibt es mehrere idyllische Badestellen an der Donau: das Flussbad Aggsbach – Markt mit schönem Naturstrand, die Donaupromenade Spitz mit herrlichem Sandstrand, die malerische Badebucht mit Sandstrand und großer Liegewiese in Weißenkirchen, der Badestrand bei Dürnstein direkt an der Rollfähre sowie das Kuenringerbad Dürnstein mit Badeteich und Wohlfühlwiese. Am südlichen Donauufer durch die Wachau - Zwischen Melk und Dürnstein ist auch die rechte Donauseite zu empfehlen. Hierfür hält man sich vor der Donaubrücke rechts und folgt dem Radweg durch das berühmte Marillen-Anbaugebiet zwischen Aggstein und Rossatz-Arnsdorf. Unterwegs genießt man die unverwechselbare Landschaft der Wachau mit ihrer fotogenen Rebkultur und den pittoresken Orten am Fuß der steilen Hänge. Außerdem ist auf dieser Seite die Uferstraße weniger stark befahren. Andererseits sind Orte wie Spitz, Weißenkirchen und Dürnstein unbedingt eine nähere Besichtigung wert. In Arnsdorf und St. Lorenzen kann man mit der Rollfähre nach Spitz bzw. Weißenkirchen, in Rossatz mit der Motorfähre nach Dürnstein übersetzen. Vielleicht ist dies der ideale Kompromiss, um Landschaftsidylle und Ortskultur miteinander zu verknüpfen.
Unterkunft
Krems: Hotel Unter den Linden, Schillerstr. 5, Tel. 02752/71249, www.udl.at. Donaulände in Stein: Donaupark-Camping, Tel. 02732/84455.
Tourismusbüro
Tourismusbüro Spitz, Mittergasse 3a, A-3620 Spitz, Tel. 02713/2363, Fax 2988, E-Mail: info@spitz-wachau.at, www.spitz-wachau.at; Krems Tourismus GmbH, Undstr. 6, A-3500 Krems, Tel. 02732/82676, Fax 70011, E-Mail: kremstourismus@pegasus.at, www.krems.info

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