VON LOSSBURG DURCH DAS OBERE KINZIGTAL

Streckentour talabwärts; überwiegend asphaltierte Rad- und Wirtschaftswege, immer wieder Abschnitte auf der ehemaligen (verkehrsarmen) Talstraße und auf befestigten Wegen; mehrere kurze Anstiege. (Autor: Ute und Peter Freier)
40 km
90 m
4.00 h
Enges, steilwandiges Kinzigtal bis Alpirsbach - Da im äußerst engen Kinzigtal südlich von Lossburg kein Radweg verläuft, folgen wir vom Parkplatz beim Freibad Lossburg der ansteigenden Landstraße in Richtung Ödenwald/Schömberg, biegen nach 800 Metern links ab auf ein zu den wenigen Höfen von Büchenberg führendes Sträßchen und folgen dem Sträßchen durch eine Links-, gleich darauf durch eine Rechtskurve. Nach 300 Metern zweigt links ein Wirtschaftsweg ab, der im Wald bergab und auf den Talgrund des engen, bewaldeten Lohmühlebachs führt; hier fließen mehrere Bächlein zusammen. BITTE BEACHTEN:STEILER WEG - BESSER VOM RAD ABSTEIGEN UND SCHIEBEN. Geradeaus überqueren wir ein Rinnsal, wenden uns gleich wieder nach links – nicht scharf links talabwärts! – und erreichen entlang des Baches, vorbei an einer Forellenzucht, das enge Tal der Kinzig mit den ersten Höfen von Ehlenbogen. Bei dieser Gemeinde handelt es sich um etwa zwei Dutzend Einzelhöfe, die sich auf etwa drei Kilometer Länge in großen Abständen aneinanderreihen.Auf dem einstigen Verbindungsweg zwischen den Höfen, der alten Talstraße, radeln wir bequem talabwärts in das Städtchen Alpirsbach mit einer romanischen, aus rötlichem Buntsandstein errichteten Klosteranlage.Das Kloster Alpirsbach: Vor etwa 900 Jahren wurde das Kloster mitten im damaligen Schwarzwald-Urwald gegründet und überstand die Jahrhunderte ohne allzu große Schäden. Seit der Reformation im 16. Jahrhundert war die Klosteranlage abwechselnd protestantisch und katholisch, sodass hier immer wieder katholische Mönche lebten, bis im Jahr 1806 das Kloster endgültig säkularisiert wurde.In der Klosterkirche beeindrucken mächtige romanische Säulen, und wer Zeit erübrigen kann, sollte sich den spätgotischen Kreuzgang ansehen. Das Klostermuseum informiert über die Geschichte des Klosters und präsentiert die bei Bauarbeiten entdeckten Fundstücke: Kleidung, Schuhe, Briefe, Zeichnungen, Keramik usw. In einer vor allem für Kinder und Jugendliche angebotenen Führung »Beten und Büffeln« werden Besucher über das Leben in einer Klosterschule informiert (14-tägige Voranmeldung); Klosterkirche frei zugänglich.Wer sich für das wohlschmeckende »Alpirsbacher Klosterbräu« interessiert, kann sich in dem beim Kloster mit historischem Werkzeug und Maschinen eingerichteten Brauereimuseum über die Alpirsbacher Bierbrau-Tradition informieren (Tel. 07444/95595).Über Schenkenzell und Schiltach nach Wolfach: Entlang der Bahnlinie radeln wir bequem an Rötenbach vorbei und steigen kurzzeitig an, ehe wir durch den kleinen Ort Schenkenzell fahren, ein an der Talstraße gelegenes Freibad passieren und Schiltach mit seiner malerischen Altstadt erreichen. Im Gebäude einer ehemaligen, per Wasserrad angetriebenen und noch funktionierenden Säge wurde ein kleines Flößermuseum eingerichtet.Für die Weiterfahrt gibt es zwei Möglichkeiten: Schneller ist man auf einem unmittelbar an der verkehrsreichen Bundesstraße angelegten Fuß- und Radweg – nicht zu empfehlen, wenn man mit Kindern unterwegs ist! –, während man rechts der Kinzig auf knapp vier Kilometer Länge bis zur Einmündung des Tals des Sulzbächle weitgehend autofrei, mit leichten Anstiegen und streckenweise auf einem befestigten Weg unterwegs ist. Kurz nach der Sulzbächle-Einmündung durchfahren wir die kleine Ortschaft Schmelze, wenig später den Ort Halbmeil und gelangen in das Städtchen Wolfach mit einem sehenswerten Marktplatz und einem Schloss der Fürsten von Fürstenberg.Wohlhabend wurde die Stadt durch den Holzhandel zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert, als unzählige riesige Baumstämme, sogenannte »Holländer«, auf der Kinzig zum Rhein und rheinabwärts nach Holland geflößt wurden, wo die in den feuchten Untergrund gerammten Stämme als Fundamente für Städte und für den Bau von Segelschiffen benötigt wurden.Über den Vogtsbauernhof nach Hausach Kurz nach dem Ortsende Wolfach überqueren wir die Kinzig, passieren die Dorotheenhütte, eine funktionierende Glashütte, und folgen entlang der B294 einem Radweg. Auf Höhe der ersten Häuser von Hausach biegen wir unmittelbar nach Überqueren der Kinzig links ab, kreuzen eine in das Gutachtal in Richtung Hornberg/Triberg führende Straße und erreichen im breiten Gutachtal nach wenigen Minuten das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof.Vom Freilichtmuseum kehren wir auf gleichem Weg zurück, wenden uns jedoch an der uns schon bekannten Stelle, wo der Radweg nach rechts zurück zur Kinzig und in Richtung Wolfach führt, nach links und biegen nach 100 Metern rechts ab in die Wilhelm-Zangen-Straße. Nach weiteren 500 Metern folgen wir einer rechts abzweigenden Straße über die Bahngleise zur Hauptstraße und gelangen nach links zur Bahn-Haltestelle Hausach.Rückfahrt: Per Bahn kehren wir nach Lossburg zurück und steigen von der außerhalb des Orts gelegenen Bahn-Haltestelle zur Hauptstraße an. Ihr folgen wir nach links durch den Ort und kehren in der rechts abzweigenden Schömberger Straße an unseren Ausgangspunkt zurück.Variante: Wer mit Kindern unterwegs ist oder die nicht mit Radwegweisern ausgeschilderte Tal-Umgehung zwischen Lossburg und Ehlenbogen vermeiden will, sollte die Tour in Alpirsbach am Parkplatz bei der Bahn-Haltestelle beginnen; Tourlänge 34 km/etwa 2,5 Std.

BADEMÖGLICHKEITEN Freibäder in Lossburg und vor Schiltach.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour40 km
Höhenunterschied90 m
Dauer4.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLossburg.
EndpunktHausach.
TourencharakterDas Kinzigtal ist einer der wichtigsten und verkehrsreichsten Ost-West-Verkehrswege durch den Schwarzwald. Nicht ganz so belebt war es vor knapp 2000 Jahren, als römische Truppen Südwestdeutschland besetzt hatten und eine Straße durch den Schwarzwald anlegten, die durch das Kinzigtal nach Schiltach und über Waldmössingen nach Rottweil führte.Im oberen Verlauf ist das bewaldete Tal so eng und steilwandig, dass von Lossburg aus Radler den engsten Talabschnitt auf Forstwegen umgehen müssen. Am Weg liegen interessante Städtchen sowie eine Glasbläserei, und im Gutachtal, kurz vor Hausach wurde das große Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof angelegt.
Hinweise
BADEMÖGLICHKEITEN - Freibäder in Lossburg und vor Schiltach.
KartentippRadwanderkarte des Landesvermessungsamts Baden-Württemberg, Blatt 50 (Schwarzwald Nord), 1 - 100000.
MarkierungenRadwegweiser mit grüner Aufschrift; kurz nach Lossburg auf 5 km Länge bei der Umgehung des engen Kinzigtals keine Radmarkierung; ab Alpirsbach Kinzigtal-Radweg und Drei-Täler-Radweg.
VerkehrsanbindungPkw - A81 Stuttgart–Singen, Ausfahrt 30 (Horb); B32 nach Horb, B28a nach Dornstetten und B28 in Richtung Freudenstadt; kurz vor Freudenstadt links abbiegen auf die B294 nach Lossburg; durch die Ortsmitte und kurz vor Ortsende rechts abbiegen in Richtung Schömberg/Ödenwald zu Parkplatz beim Freibad. Bahn: Lossburg-Rodt ist Station an der Kinzigtalbahn Hausach–Freudenstadt. RÜCKFAHRT Rückfahrt von Hausach per Bahn zur außerhalb des Orts gelegenen Haltestelle Lossburg-Rodt; Züge im Stundentakt.
GastronomieGasthäuser und/oder Cafés in allen Orten an der Strecke.
Tipps
SEHENS- UND ERLEBENSWERTES IN WOLFACH - Alemannische Fasnet mit mehreren Umzügen; alljährlich zwischen Dreikönig und Aschermittwoch.Flößerfest, bei dem ein aus Langholz, aus mehreren langen Baumstämmen, zusammengebundenes Floß etwa einen Kilometer weit flussabwärts gesteuert wird; alle zwei Jahre im Hochsommer.Dorotheenhütte, eine der letzten von einst unzähligen Glashütten im Schwarzwald, in der man den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen kann. Angeschlossen sind eine große Verkaufsausstellung, ein Glasmuseum und eine Glaskunst-Sammlung; ganzjährig täglich geöffnet.KINZIGTÄLER BAUERNHAUS- UND FREILICHTMUSEUM VOGTSBAUERNHOF: Die zumeist aus dem 17./18. Jahrhundert stammenden Kinzigtäler Bauernhäuser und die ähnlich konstruierten Gutacher Häuser gelten in der Werbung für den Schwarzwald-Tourismus als Inbegriff des Schwarzwaldhauses: Über einem weiß getünchten Unterbau aus Buntsandstein, in dem zwei oder drei Türen zu den Stallungen führen, liegt der aus Küche, Stube (Wohnzimmer) und ein oder zwei Schlafräumen und einer Veranda, dem »Trippel«, bestehende Wohnteil des Bauern. Darüber befinden sich unter dem vorgezogenen Halbwalmdach die zumeist nicht beheizbaren Kammern und eine balkonähnliche Laube. Um das Bauernhaus gruppieren sich Nebengebäude wie Hausmühle, Back- oder Bienenhaus. Mittlerweile modernisierte, oftmals vollständig verputzte Kinzigtäler Häuser sind in der Gemeinde Ehlenbogen zu sehen, prächtige Gutacher Häuser im Gutachtal zwischen dem Vogtsbauernhof und der talaufwärts gelegenen Gemeinde Gutach.Im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof können neben diesen beiden Haustypen auch viele der anderen Typen des Schwarzwaldhauses besichtigt werden. Die rund um den alten Vogtsbauernhof, der Keimzelle des Freilichtmuseums, gruppierten Höfe stammen aus dem 16./17. Jahrhundert und sind mit altem Hausrat und Geräten ausgestattet.Das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof ist ganzjährig täglich geöffnet; Tel. 07831/93560, www.vogtsbauernhof.de
Tourismusbüro
Lossburg Information, Hauptstr. 46, 72290 Lossburg, Tel. 07446/950460, www.lossburg.de; Kultur- und Tourismusbüro, Hauptstr. 34, 77756 Hausach, Tel. 07831/7975, www.hausach.de

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