Von Löcknitz nach Ueckermünde

Neben einigen ruhigen Landstraßen unbefestigte Wald- und Feldwege, in den Orten z. T. Kopfsteinpflaster. Ab Hintersee auf dem ehemaligen Bahndamm der Randower Kleinbahn durch den Wald. Die Landschaft wird zum Oderhaff hin immer flacher. (Autor: Michael Hennemann)
58 km
360 m
5.00 h
Von Löcknitz nach Ueckermünde: Von Löcknitz auf dem Radweg an der B 104 in östliche Richtung. Vor dem Bahnübergang wechselt der Radweg auf die linke Straßenseite und führt mit leichter Steigung bergan. Nach links von der Bundesstraße abbiegen (Aussichtsturm) nach Plöwen. Auf der Dorfstraße, einer Kopfsteinpflasterstraße, durch den Ort der Vorfahrtsstraße folgen und am Ortsende schräg links auf eine Asphaltstraße (Springweg), die zunächst zur Jugendbegegnungsstätte am Kutzowsee und dann weiter nach Blankensee führt. An der Kreuzung im Ort hinter der Gaststätte und Dorfkirche links ab, vorbei an der Heimatstube (schöne Sitzgruppe zum Pausemachen) auf der rechten Seite und weiter bis Pampow. Am Ortsende links halten und durch den Wald bis Grünhof. Rechts auf die Straße und weiter nach Glashütte. Anschließend auf dem Radweg entlang der Straße durch einen Kiefernforst nach Hintersee (Ortsdurchfahrt holprig). Ab hier verläuft der Radweg auf dem ehemaligen Bahndamm der Randower Kleinbahn über Ludwigshof bis Rieth. Der Weg ist zwar unbefestigt, aber recht gut zu fahren, autofrei und sehr idyllisch. In Rieth geradeaus über die Straße und in einiger Entfernung vorbei an der Kirche. Anschließend auf dem Spurplattenweg am Ufer des Neuwarper Sees entlang nach Nordwesten vorbei an einem Aussichtsturm und schließlich auf einem Waldweg bis Warsin. Auf der L 31 durch den Ort bis Vogelsang und weiter über Bellin bis Ueckermünde. Am östlichen Ortseingang rechts ab zum Fischereihafen. Weiter entlang der Strandpromenade und dann an der Uecker Richtung Hafen. Am Ende leitet die Brücke über die Uecker direkt in die Ueckerstraße im Zentrum von Ueckermünde. Löcknitz (Bhf.) (1) ist einer der ältesten Orte Vorpommerns. Hier entstand auf den Fundamenten einer slawischen Burg die pommersche Grenzfestung, von der noch heute der achteckige Bergfried aus dem 14. Jh. kündet. Plöwen, die nächste Station auf der Route, entstand ab dem 2. Jh. n. Chr. und zählt heute rund 300 Einwohner. Das Dorf ist in eine idyllische, waldreiche Landschaft eingebettet, nur ein paar Kilometer vom 20 Hektar großen Kutzowsee entfernt. An dessen südlichem Ufer bietet die Jugendbegegnungsstätte auch Radtouristen ein Dach über dem Kopf. Aber auch, wer nicht zum Übernachten bleibt, kann sich bei einem Bad im See abkühlen oder dem Lehrpfad für Vogelfreunde rund um den See folgen. In Blankensee (2) zieht die Feldsteinkirche von 1500 die Blicke auf sich und die im Gemeindezentrum untergebrachte Heimatstube (Chausseestr.; Mi 9–12 und 13–15 Uhr) zeigt, wie die Vorfahren der Dorfbewohner früher hier gelebt und gearbeitet haben. Einen weiteren Blick in die Vergangenheit ermöglicht die Heimatstube Glashütte (3) (Dorfstr. 22 a, Tel. 039744/507 54; geöffnet nach Vereinbarung). Gegründet wurde das Dorf nach dem Bau der Stolzenburger Glashütte im Jahre 1665, in der bis 1929 Glas hergestellt wurde. Der Standort war mit Bedacht gewählt, denn die den Ort umgebenden Buchenwälder bildeten ein nahezu unerschöpfliches Reservoir für die Gewinnung der zur Glasproduktion als Flussmittel benötigten Pottasche, und auch die weiteren wichtigen Rohstoffe wie Quarzsand, Mergel und Torf waren in der unmittelbaren Umgebung der Glashütte vorhanden. Zunächst wurde in der Manufaktur ausschließlich grünes Glas produziert, später konnten durch das Beimischen von Mergel und anderen Zusatzstoffen nach Kundenwunsch auch andere Glasfarben erzeugt werden. Schwerpunkt der Produktion waren Bier-, Wein- und Mineralwasserflaschen sowie Wein- und Säureballons, die bis nach Dänemark und Holland exportiert wurden. Mit der wachsenden Konkurrenz wurde die Glashütte unwirtschaftlich, musste 1929 schließen und wurde von 1931 bis 1933 abgerissen. Eng mit der Glashütte verbunden war die Randower Kleinbahn. Sie nahm 1897 ihren Betrieb auf und beförderte in erster Linie die Rohstoffe zur Glashütte hin und die dort hergestellten Flaschen und Gläser zurück. Im Laufe der Geschichte nutzten aber auch andere Firmen sowie eine stetig steigende Zahl von Touristen die Kleinbahn, sodass auch die Küstenregion erschlossen und die Strecke bis Neuwarp am Stettiner Haff verlängert wurde. Mit dem Ende der Glasproduktion verlor auch die Kleinbahn an Bedeutung und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Streckenverlauf durch die deutsch-polnische Grenze unterbrochen. Seit 1993 dient der Bahndamm zwischen Rieth und Hintersee als Trasse für den Oder-Neiße-Radweg. Am Bahndamm liegt auch Ludwigshof, ein Ortsteil des Dorfes Ahlbeck, das nicht mit dem gleichnamigen Seebad an der Ostsee zu verwechseln ist. Unübersehbar ragt rechts neben dem Radweg eine mehrere Meter hohe Holzskulptur in Form von übereinandergestapelten Turmdächern in die Höhe. Sie ist das Werk des Künstlers Hartmut Hornung, der im Dorf lebt und eine Galerie betreibt. Das Gebiet rund um den Ahlbecker See wurde erstmals gegen Ende des 15. Jh. erwähnt, dürfte aber schon lange Zeit vorher besiedelt gewesen sein. Neben Bauern, Fischern und Forstarbeitern lebten im waldreichen Gebiet der Ueckermünder Heide auch Kohlen- und Teerschweler in einfachen Hütten. Die Zahl der ansässigen Teeröfen stieg ab 1719, als das Gebiet unter preußische Verwaltung gestellt wurde und die Zeit der Kolonisierung begann. Ganze Familien wurden hier neu angesiedelt und man versuchte, allerdings vergeblich, sogar den See trockenzulegen, um fruchtbares Weideland und Wiesen zu schaffen. Von Ludwigshof ist es nur noch ein kurzes Stück auf dem Bahndamm der ehemaligen Kleinbahn bis nach Rieth (4), das seit 1997 eine selbstständige Gemeinde ist und sich den vermeintlich tourismussteigernden Superlativ »nördlichster deutscher Grenzort zur Republik Polen auf dem Festland« zugelegt hat. Sehenswert ist die Riether Kirche, ein Backsteinbau mit einem hübschen Fachwerk-Glockenturm. Eine bescheidene wirtschaftliche Blüte erlebte der Ort gegen Ende des 18. Jh., als es in Rieth neben Ackerbau und Schifffahrt auch Fischer, Schmiede sowie eine Molkerei, eine Brauerei, ein Sägewerk und eine Försterei gab. Durch die Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg verlor das Dorf seine Anbindung an Stettin und geriet in eine abgeschiedene Randlage. Heute hat man den vermeintlichen Nachteil der Abgeschiedenheit als Vorteil für nach Ruhe suchende und die Natur liebende Touristen erkannt, die auf den Rad- und Wanderwegen in der Umgebung die Natur mit ihrem Mix aus Misch- und Kieferwäldern, Feldern und Wiesen genießen wollen. Letzte Station vor dem Etappenziel Ueckermünde sind die Dörfer Warsin und Vogelsang (5). Zu einem Streifzug durch die Dorfgeschichte lädt die kleine Heimatstube ein (Eggesiner Str. 2, Tel. 039773/206 42; geöffnet nach Vereinbarung). Der Fischerhafen von Ueckermünde (Bhf.) (6) östlich des Badestrandes lädt zu einer letzten Rast ein, um den Fischern über die Schulter zu schauen, wie sie zu ihren Fangtouren starten, die Reusen leeren und den gefangen Fisch anlanden.

GPS-Track

Tourendetails

Länge der Tour58 km
Höhenunterschied360 m
Dauer5.00 h
Schwierigkeit
AusgangspunktLöcknitz
EndpunktUeckermünde
TourencharakterAuf dieser beschaulichen Tour entfalten sich die stillen Reize der mecklenburgisch-vorpommerschen Landschaft. Den Radler erwarten am Wegesrand verschlafene Dörfer, traumhafte Alleen und zu guter Letzt die weiten Strände rund ums Oderhaff.
Beste Jahreszeit
MarkierungenRadwegweiser mit Oder-Neiße-Logo.
VerkehrsanbindungBahnverbindung Löcknitz liegt an der DB-Strecke Stralsund–Berlin. Anreise mit dem Auto A 20 Lübeck–Prenzlau, Ausfahrt 35 (Pasewalk-Süd); B 109 bis Pasewalk; weiter auf B 104 bis Löcknitz. Rückfahrt Bahnverbindung Ueckermünde–Löcknitz; Fahrtdauer 1–2 Std.
GastronomieBlankensee: Gaststätte GOSPODA. Pampow: Gasthof Zum fröhlichen Becher. Glashütte: Biergarten. Rieth: Gaststätte/Biergarten an der Pension Orchidee; Gasthof mit großer Gartenterrasse an der Villa Rieth. Breites Angebot in Ueckermünde.
Tipps
Mit der Fähre nach Usedom: Wer schon mal vorab einen Ausflug nach Usedom unternehmen oder die Gesamtour abkürzen möchte, kann ab Ueckermünde mit der Fähre nach Kamminke auf Usedom übersetzen (Fähre Ueckermünde – Kamminke , ab Ueckermünde 8:10 Uhr, 14.50 Uhr , Reederei Peters, Altes Bollwerk 2, Tel. 039771/224 26, www.reederei-peters.de).
Verleih
Löcknitz: Gerhard Kiel, Prenzlauer Str. 3, Tel. 039754/204 96; Dieter Bathke, Chausseestr. 27, Tel. 039754/203 45. Ueckermünde: MTM Fahrrad-Verkauf-Reparatur-Verleih, Ueckerstr. 122, Tel. 039771/598 44. Rieth: Pension Alte Schule (siehe Übernachtung). Ueckermünde: siehe Werkstätten.
Unterkunft
Plöwen: Jugendbegegnungsstätte am Kutzowsee, Tel. 039754/204 30 (direkt am Oder-Neiße-Radweg). Blankensee: Zaubermondhof, Dorfstr. 71, Tel. 039744/500 60, www.zaubermondhof.de (auch Zeltmöglichkeit). Ludwigshof: Reiterhof Fennhof mit Radstation, Tel. 039775/205 60, www.fennhof.de. Rieth: Alte Schule (auch Zeltmöglichkeit), Dorfstr. 16, Tel. 039775/207 37, www.gesund-urlaub-am-haff.de (22 €/Person, Zeltmöglichkeit). Ueckermünde: Hafen-Hotel PommernYacht, Altes Bollwerk, www.pommernyacht.de (DZ ab 75 €); Jugendherberge Oderhaff, Dorfstr., Tel. 039771/224 11 (im Ortsteil Bellin); Campingplatz Kron-Bellin, Dorfstr. 8 b, Tel. 039771/591 10, www.kron-bellin.de (direkt am Haff, etwa 4 km östlich von Ueckermünde).
Tourismusbüro
Regionaler Fremdenverkehrsverband Vorpommern, Fischstr. 11, 17489 Hansestadt Greifswald, Tel. 03834/89 11 89, www.vorpommern.de.

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